Into the Beat - Dein Herz tanzt Deutschland 2020 – 98min.

Filmkritik

Vom Ballett zum Streetdance

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Das Ungewöhnlichste an Into the Beat - Dein Herz tanzt ist sicherlich, dass es sich um eine deutsche Produktion handelt. Derlei Filme sind zumeist amerikanischer Provenienz. Man muss unwillkürlich an Honey mit Jessica Alba denken. Die beiden Filme haben durchaus Ähnlichkeit, bei der deutschen Produktion setzt man aber darauf, dass die junge Klientel den Film aus den frühen 2000er-Jahren nicht kennt – und andere auch nicht.

Katya ist eine begnadete Ballerina – ein Talent, das sie von ihrem Vater, einem Star im Bereich des Balletts, geerbt hat. Ihr Weg soll zu einer renommierten Schule in New York führen, dann entdeckt sie jedoch eine andere Leidenschaft für sich: Streetdance. Die explosive Kraft und die Freiheit bei der Performance haben es ihr angetan. Zusammen mit dem Streetdancer Marlon bereitet sie sich auf ein wichtiges Vortanzen vor: Eine der grössten Streetdance-Crews Europas hält nach neuen Tänzern Ausschau. Aber Katyas Vater ist mit ihrem neuen Traum nicht einverstanden…

Bei Into the Beat - Dein Herz tanzt sucht man die Originalität vergeblich. Die Geschichte wird streng nach den üblichen Konventionen dieser Genre-Spielart erzählt. Für Überraschungen ist da einfach kein Platz. Das macht den Film für Leute, die ähnlich gelagerte Werke schon gesehen haben, zu einer Art Geduldsprobe, bedenken muss man aber, dass die Zielgruppe Teenager sind – und diese vermutlich nicht die Historie des Tanzfilms im Kopf haben.

Für sie ist - wie für jede Generation davor mit ihren eigenen Filmen - diese Geschichte neu. Zumindest aber an ihren eigenen Erfahrungswelten angelehnt. Entsprechend funktioniert Into the Beat - Dein Herz tanzt durchaus. Denn indem man sich auf die erprobten Erzählmuster verlässt, kann man auch gar nicht danebenliegen. Klischees gibt es überhaupt nur, weil sie funktionieren.

Punkten kann der Film mit den exzellenten Tanzeinlagen. Wummernde Beats, bunte Klamotten, mitreissende Tanz-Moves und eine durchgehend gute Choreographie lassen diese Sequenzen zwar fast schon wie Musikvideos erscheinen, bringen aber auch Leben in den Film. Sie sind vital und dynamisch, toll anzusehen und das, was diesen Film wirklich auszeichnet.

Ansonsten gibt es die typischen Elemente: den Herzschmerz, die zarte Romanze, das Vortanzen gegen den Willen des Vaters und natürlich die Aussöhnung, als dieser erkennt, dass seine Tochter ihrem Traum folgen muss. Into the Beat - Dein Herz tanzt ist ein Film nach Baukastenprinzip. Das hat sich aber eben auch bewährt.

Entsprechend kann man dem Film nicht wirklich böse sein. Für die Zielgruppe, für die er entwickelt wurde, funktioniert er. Ein älteres Publikum wird sich hier wohl ohnehin nicht ins Kino verirren.

13.07.2020

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