Hilfe, ich habe meine Freunde geschrumpft Deutschland 2020 – 82min.

Filmkritik

Irgendwann schrumpft jeder mal

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Der erste Film der Reihe basierte noch auf dem erfolgreichen Roman, beim zweiten musste man dann ohne Vorlage eigene Wege gehen. Der Abschluss der Trilogie folgt nun diesem Muster, bei dem eines gleich geblieben ist – irgendwer wird immer geschrumpft!

Der Geist von Otto Leonhard verleiht Felix die Fähigkeit, Menschen schrumpfen zu lassen. Er soll auf die Leonhard Sammlung aufpassen, während sie ausgestellt wird. Die Schulklasse macht einen Ausflug zur Ausstellungsstätte, wo alles drunter und drüber geht. Denn seine Kindheitsfreundin Ella ist mittlerweile in ihn verschossen, er hat aber nur Augen für die neue Schülerin Melanie. Seine Freunde trauen dem Mädchen wiederum gar nicht. Dafür gibt es gute Gründe, denn sie berichtet der bösen Hulda Stechbar.

Anders als bei den Vorgängern steht das Schrumpfen jetzt aber nicht mehr im Mittelpunkt – das passiert erst nach gut 40 Minuten. Bis dahin setzt der Film einen anderen Fokus, ist eher schon Coming-of-Age-Geschichte als Kinderfilm. Das liegt natürlich auch daran, dass die Schauspieler mittlerweile auch gut sechs Jahre älter und Teenager sind. Somit kann man bei diesem dritten Teil weiter ausholen und auch eine Form sanfter Romanze einbringen, die bei den Vorgängern noch Fehl am Platz gewesen wäre.

Dabei greift der Film die typischen Standards des Jugendfilms auf, macht das aber mit einer Portion Naivität, aus der sich eine durchaus charmante Erzählweise entwickelt. Kinder mögen darüber genervt sein, die Zuschauer, die aber mit den Figuren mitgewachsen sind, finden so ihre eigene Erlebniswelt gespiegelt – und das in einem turbulenten Abenteuer, das wie immer auch mit schönen Effekten aufwarten kann.

Damit hat der Film sich im Vergleich zu den Vorgängern auch gesteigert. Weil er nicht nur wiederholt, was bisher funktioniert hat, sondern sogar einen sanften Genrewechsel vollzieht. Das macht diese Produktion ausgesprochen sympathisch, wobei man sogar mit ganz, ganz sanftem Grusel spielt, wenn die Kids in der schaurigen Jugendherberge versuchen, sich gegenseitig zu erschrecken.

«Hilfe, ich habe meine Freunde geschrumpft» ist beim Humor nicht immer treffsicher. Manchmal ist das Ganze zu infantil, hin und wieder aber durchaus clever, im Mittel auf jeden Fall amüsant, und das nicht nur für ein jugendliches Publikum. Schon die vorherigen Teile waren Kinderfilme, die auch ein älteres Publikum zu unterhalten vermögen – und das nicht nur, weil Otto Waalkes als Geist des Schulgründers und Andrea Sawatzki als schrullige Hulda Stechbart stets aufs Neue ein Highlight sind.

30.08.2021

4

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