Wickie und die starken Männer - Das magische Schwert Frankreich, Deutschland 2019 – 77min.

Filmkritik

Die Angst vorm Wolf macht ihn nicht froh

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Aus den Kinderzimmern ist der schlaue Wickie nicht wegzudenken. Die ursprüngliche Zeichentrickserie lief erstmals 1974, viel später gab es dann zwei Realfilme und schliesslich kehrten die Wikinger 2013 mit einer computeranimierten Serie zurück. Computeranimiert ist nun auch der neue Kinofilm «Wickie und die starken Männer – Das magische Schwert». Zwischen Serie und Film liegen technisch aber wirklich Welten.

Halvar kehrt mit seiner Truppe ins Dorf der Wikinger zurück. Mitgebracht hat er ein magisches Schwert, das er dem schrecklichen Sven abgenommen hat. Der kurz darauf im Dorf auftauchende Leif erklärt Halvar, dass es sich um Odins Schwert handelt. Und Wickie findet heraus, wie man es benutzt. Man kann damit alles in Gold verwandeln. Dummerweise auch Halvars Frau. Aber Leif weiss die Lösung. Man kann die Verwandlung wieder rückgängig machen, wenn man mit Schwert und goldener Frau gen Asgard aufbricht – und er kennt sogar den Weg. Das kommt Wickie verdächtig vor, weswegen er seinen Vater heimlich auf der Reise begleitet.

Technisch kann man dem Film nicht viel ankreiden. Er sieht gut aus, bewegt sich auf dem Niveau der «Biene Maja»-Filme und bietet für die Kleinsten sicherlich auch gute Unterhaltung. Die Geschichte funktioniert aber im Grunde nur für ein sehr junges Publikum, da das Mysterium um Leifs Identität praktisch vom ersten Moment an keines mehr ist. Darüber hinaus ergeht sich der Film in einer geradezu klassischen Quest, wie sie fast jedem Fantasyfilm inne ist. Das Problem ist dabei häufig eine sehr episodische Struktur, die auch hier zum Tragen kommt. Den Wikingern offenbart sich ein Problem, dieses muss gelöst werden, dann kommt das Nächste.

Das ist trotz einer Laufzeit von weniger als 80 Minuten etwas ermüdend, weil sich kein durchgehender Spannungsbogen ergibt. Zudem ist der Humor auch auf ein junges Publikum geeicht. Kurz gesagt: Das Ganze ist sehr infantil. Was es auch sein darf, denn in erster Linie sind die Abenteuer von Wikinger natürlich für Kinder, das Kunststück ist aber, auch die Eltern abzuholen. Die sollte man eigentlich über den nostalgischen Aspekt bekommen, der will sich hier aber auch nicht so recht einstellen, was nicht zuletzt auch an der völlig unpassenden musikalischen Untermalung liegt. Selbst das klassische Wickie-Lied musste hier Federn lassen und kommt in einer «fetzigeren» Version daher.

Die einfach gestrickte Geschichte dürfte sehr junge Zuschauer aber schon mitnehmen, zumal mit Wickie eine sympathische und Cleverness vor Körperkraft stellende Identifikationsfigur vorhanden ist.

06.09.2021

3

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