Shazam! USA 2019

Shazam!

Filmkritik

Das Kind im Superhelden

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Es hat eine Weile gedauert, bis man bei DC den Dreh heraushatte. Weniger düster, lockerer, heller, freundlicher – so muss das Universum zumindest abseits von Batman aussehen. Genau das bietet Shazam!, bei dem eine für Filmfans eher obskure Figur in den Mittelpunkt gerückt wird, die schon alleine deswegen ungewöhnlich ist, weil ein 14-jähriger Junge sich in einen muskelbepackten und mit immensen Kräften versehenen Superhelden verwandelt.

Der Waisenjunge Billy Batson (Asher Angel) ist noch auf der Suche nach seiner Mutter, während neue Pflegeeltern ihm ein schönes Zuhause bereiten wollen. Eigentlich will der Junge jedoch nur abhauen – bis ein sich im Sterben befindlicher Magier ihm die Macht von Shazam übergibt, die Billy zu einem waschechten Superhelden (nun: Zachary Levi) macht. Er benötigt nun die Hilfe seines Mitbewohners Freddy, um herauszufinden, was es heisst, ein Superheld zu sein. Aber wie Teenager eben so sind, gehört Verantwortungsbewusstsein nicht zu Billys grössten Gaben. Bis er gezwungen ist, schnell erwachsen zu werden, da der ebenfalls mit magischen Kräften ausgestattete Dr. Sivana die ganze Stadt bedroht.

Shazam! ist lockere, besonders auch auf den Humor setzende Unterhaltung, die in ihren besten Momenten an einen der grossen Klassiker des Genres erinnert: an Sam Raimis ersten Spider-Man-Film. Denn wie dort hat man einen jugendlichen Helden, der erst noch in die Verantwortung hineinwachsen muss, die das Leben eines Superhelden mit sich bringt. Bis dahin tut er, was jeder 14-jährige wohl tun würde: Spass haben, Selfies machen, ein bisschen Geld verdienen. Das ist erfrischend anders an diesem Film, weil man eine Figur hat, die sowohl Kind als auch Mann ist – und weil man die langsame Transformation vom einen zum anderen auch sehr schön miterlebt.

Obwohl der Schurke Welteroberungspläne hat, geht es eigentlich nicht um das ganz Grosse. Man kann den Konflikt darauf herunterbrechen, dass die Champions zweier verschiedener Fraktionen gegeneinander antreten. Das mündet in fulminanter Action, hat aber auch reichlich Humor – und bietet ein paar echte Überraschungen, was insbesondere auch für Comic-Fans gilt. Denn hier ist weit mehr geboten, als dass man nur Shazam und seinen Gegner sehen würde. Auf einen Auftritt von Henry Cavill wartet man zwar umsonst, ganz muss man auf den Stählernen aber nicht verzichten.

Wie bei der Konkurrenz von Marvel ist es auch hier zu empfehlen, das Kino nicht vor dem kompletten Abspann zu verlassen, denn es gibt zwei Sequenzen zu sehen. Eine bereitet das Sequel vor, die andere ist ein amüsanter Seitenhieb auf einen der erfolgreichsten Superhelden von DC.

15.05.2019

4.5

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Kommentare

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Travelmichi

vor 5 Monaten

Besser als erwartet, hat einige Lacher und die Story ist ganz passabel.
Kann man aber abwarten, bis es im TV kommt.


maege70

vor 6 Monaten

Ganz passabel - aber ist das noch Action?? Für mich eindeutig eine Komödie für jüngere Tennies...


forumuser

vor 6 Monaten

Für über 12-jährige: total albern, kann nicht ernst genommen werden, in keiner Weise. Oberfläch/.-klischhafte Charaktere, das ganze ist eine einzige lange Blödelei


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