Spione Undercover USA 2019 – 102min.

Filmkritik

Plötzlich Vogel

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Nick Bruno und Troy Quane schicken in ihrem Langfilmdebüt Spione Undercover einen Staragenten, der in eine Taube verwandelt wurde, und einen verschrobenen Techniker auf eine Reise um die Welt. Trotz einer eher überschaubaren Handlung weiss die flott inszenierte Animationskomödie mit einigen witzigen Einfällen zu unterhalten.

Lance Sterling ist der Star des US-amerikanischen Geheimdienstes, wird von seinen Kollegen regelrecht verehrt und drückt sich vor keiner Herausforderung. Als er eines Tages jedoch von einem brisanten Einsatz aus Japan zurückkehrt, gerät er plötzlich ins Visier der eigenen Leute, die ihn für einen Dieb und Verräter halten. Lance kann den internen Ermittlern gerade so entkommen und wendet sich in seiner Not an den Jungwissenschaftler Walter Beckett aus der Technikabteilung, für dessen Entlassung er selbst verantwortlich war.

Die bahnbrechende Erfindung, von der ihm der Tüftler kurz zuvor erzählt hat, könnte nun Sterlings letzte Rettung sein. Obwohl Walter ihn warnt, dass seine neue Tarnmethode, die sogenannte biodynamische Verschleierung, noch nicht vollends ausgereift sei, kippt der gesuchte Spion das zusammengemixte Gebräu herunter und erlebt im Anschluss sein blaues Wunder. Denn auf einmal muss er in Gestalt einer Taube und mithilfe des kauzigen Walter eine von einem Terroristen mit Roboterhand angeleierte Verschwörung aufdecken.

Spione Undercover basiert lose auf dem Kurzfilm Pigeon: Impossible und jongliert munter mit den Konventionen des Agentenkinos. Vor allem erwachsene Zuschauer dürften viele augenzwinkernde Anspielungen entdecken. Der stets adrett gekleidete, betont lässig auftretende, genussvoll in seinem Glanz badende Sterling etwa erinnert an James Bond, während Technik-Nerd Beckett einiges mit 007-Waffenmeister Q gemein hat. Anders als in den Bond-Abenteuern schwingt sich der anfangs verlachte Walter allerdings mit der Zeit zu einem echten Helden und einem gleichberechtigen Partner auf.

Die Entwicklungen der Protagonisten mögen wenig überraschend sein. Und der Plot gibt eigentlich nicht viel her. So manche pfiffige Idee hat der Film aber durchaus zu bieten. Spannend ist vor allem die unterschiedliche Herangehensweise der beiden Hauptfiguren im Kampf gegen das Böse. Wo Lance auf grosse, möglichst zerstörerische Feuerkraft besteht, will Walter Schaden, so gut es eben geht, vermeiden. Seine schrägen Erfindungen, zu denen auch eine Katzenbilder in die Luft projizierende Glitzerkanone gehört, sollen den Feind auf sanfte Weise in die Knie zwingen. Spione Undercover hinterfragt mit seiner pazifistischen Note die Gewaltexzesse des Agentengenres, kommt bei seinem rasanten Ritt um den Globus aber selbst nicht ohne eine Reihe krachend-spektakulärer Actionsequenzen aus.

23.12.2019

3

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Kommentare

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forumuser

vor 15 Tagen

Grottenschlecht. Ich mag gute Trickfilme, aber der ist seicht und "leer", nichts bleibt, ausser dass er nervig war, und die Erleichterung, als die Vorstellung endlich fertig war. Fantasielose Massenproduktion vom Fliessband.

Zuletzt geändert vor 15 Tagen


Nr_8

vor 21 Tagen

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️


flashgordon99

vor einem Monat

Ohne jetzt den Miesepeter zu spielen; wie viele animierte "Trickfilme" gibt es inzwischen pro Quartal? Irgendwie reicht es mittlerweile mit den einheitlichen Figuren. Sehen alle gleich aus. Man kann es wie folgt sehen; stellt euch vor in jedem Film würden die gleichen Schauspieler mitspielen, einfach jeweils mit einer anderen Maske auf dem Kopf, unter anderem Namen aber die Geschichte wäre grundsätzlich gleich. Gähnfaktor hoch 30ig! Eine taffe Frau, vorwitzige Jugendliche, versuchte coole Sprüche, ein paar Emotionen, "Krabummmmm" mit ordentlich Tempo. Fertig ist ein neuer Animationsfilm. Wie der Film heisst? Ähm, weiss ich nicht mehr ...Mehr anzeigen


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