Good Boys USA 2019 – 95min.

Good Boys

Filmkritik

Kleine Jungs, ganz gross

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Kinderstar Jacob Tremblay (Room, Wonder) versetzt uns zurück in die 6. Klasse und lässt uns beste Freunde, Mobber und aufkommende sexuelle Gefühle erinnern.

Der 12-jährige Max (Jacob Tremblay) wird zum ersten Mal an eine Knutschparty eingeladen, aber er und seine zwei besten Freunde Thor (Brady Noon) und Lucas (Keith L. Williams) haben keine Ahnung, was man da so macht. Um mehr über das Küssen zu erfahren, borgen sie die Drohne, die Max' Vater (Will Forte) zum Arbeiten braucht, um den Nachbarn beim Schmusen zuzusehen. Als die Drohne jedoch entdeckt und zerstört wird, beginnt für die drei Jungs eine Odyssee, während derer sie die kostspielige Drohne zu ersetzen versuchen, um keinen Hausarrest zu kriegen und es doch noch an die Knutschparty zu schaffen.

Auf den ersten Blick scheint Good Boys die Art von Film zu sein, die auf dem Schockfaktor fluchender Kinder basiert, die keine Ahnung haben, wofür das Sexspielzeug von Thors Eltern eigentlich gedacht ist. Sie halten die Analkette für ein komisch riechendes Schmuckstück und die Sex Doll für eine sehr hübsche Wiederbelebungspuppe aus dem Erste-Hilfe-Kurs. Vor allem wenn man Seth Rogens Name als Produzent gross auf dem Plakat von Good Boys prangern sieht, erinnert man sich an seine anderen Sexkomödien wie Superbad oder Sausage Party und schraubt seine Erwartungen erstmal etwas runter.

Die Sensibilität der Co-Autoren Lee Eisenberg und Gene Stupnitsky (US-Version von The Office, *Bad Teacher), der bei Good Boys auch Regie führt, lässt in uns jedoch nostalgische Gefühle für eine unschuldigere Zeit aufkommen, als das Verpassen einer Knutschparty und damit des ersten Kusses ein Weltuntergang war. Der Film lebt vom schauspielerischen Talent der drei jungen Hauptdarsteller, die für die Knutschparty zwar vieles, aber nicht alles machen würden. Sie überqueren auf dem Weg zum Einkaufszentrum, wo sie eine Ersatzdrohne kaufen wollen, zwar zu Fuss eine vielbefahrene Autobahn, halten die Nachbarsteenager aber vom Drogenkonsum ab – und Lucas erinnert Max daran, seinen Schwarm erst um Erlaubnis zu fragen, bevor er sie beim Flaschenspiel küsst.

Der Film kriegt natürlich seine grössten Lacher durch einige der anzüglichen Szenen, aber unter aller Derbheit liegt eine emotionale Geschichte über die Schwierigkeit, den Sprung in die Erwachsenenwelt zu meistern. Den Charme des Films macht seine Fähigkeit aus, die Unschuld der letzten Momente der Kindheit festzuhalten, und sein Humor entsteht durch die Erwachsenenperspektive, mit der wir die nicht ganz so unschuldigen Momente betrachten.

19.08.2019

3.5

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Kommentare

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elelcoolr

vor 6 Tagen

Wir begleiten drei beste Freunde auf einer irrwitzigen Berg- und Talfahrt mit vielen Hindernissen zu einer Knutschparty, wobei eine Drohne wichtigster Nebendarsteller ist. Der schmale Grat zwischen Niveau und Niveaulosigkeit wird meiner Meinung nach nie überschritten. Das hätte zur Unschuld und zum Charme der jungen Teenager auch nicht gepasst. Trotz der derben Sprüche haben die Jungs das Herz am rechten Fleck. Somit ist der Film primitiv und brillant zugleich und die jungen Hauptdarsteller sind einfach zauberhaft.Mehr anzeigen

Zuletzt geändert vor 6 Tagen


flashgordon99

vor 6 Tagen

Kleiner Tipp; schaut euch den Trailer 2x an, dann habt ihr schon die kompletten Highlights gesehen und könnt euch den Gang ins Kino ersparen. 2-3 grosse Lacher, eine übertriebene Handlung, die irgendwann nicht mehr amüsant ist sondern in einer ganz gewöhnlichen Teeniekomödie endet. Nachdem was alles auf einer grossartigen Ebene angekündigt wurde (der frechste Film seit Jahren, unglaublich lustig etc.) doch gesamthaft sehr enttäuschend, was weniger an den Schauspielern liegt sondern am Drehbuch. Schade. Hatte mich echt auf den Film gefreut.Mehr anzeigen

Zuletzt geändert vor 6 Tagen


navj

vor 8 Tagen

Gute Jungs, die Böses tun – das kündigt der Trailer zu „Good Boys“ an und liefert ein wüstes Abenteuer von Sechstklässlern mit unflätigen Sprüchen und derber, vulgärer Situationskomik. Trotz der provokanten Idee, Zwölfjährige mit den Themen Drogen und Sex zu konfrontieren, hat „Good Boys“ sein Herz am rechten Fleck und bietet unbeschwerte Komik, die sich an ein Publikum richtet, das vom Alter her in der Lage ist, über die Naivität und die Trugschlüsse dieser Jungen zu lachen.Mehr anzeigen


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