Everest – ein Yeti will hoch hinaus USA 2019 – 97min.

Everest – ein Yeti will hoch hinaus

Filmkritik

Der lange Weg nach Hause

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Nach Smallfoot und Mister Link ist Everest – ein Yeti will hoch hinaus gleich der dritte Film innerhalb eines Jahres, der sich mit dem Yeti beziehungsweise einem entfernten Verwandten befasst. Die Geschichte wiederum erinnert mehr an einen anderen grossen Klassiker: Steven Spielbergs E.T.. In der DreamWorks-Produktion will auch ein in der menschlichen Zivilisation gestrandetes Wesen nach Hause.

Ein Yeti kann seinem Gefängnis entkommen und versteckt sich auf einem Dach, wo er von der kleinen Yi gefunden wird. Yi erkennt, dass der verängstigte Yeti unbedingt nach Hause will. Zum Mount Everest, weswegen sie ihn Everest tauft. Mit der Hilfe zweier Freunde begibt sie sich auf ein Abenteuer, das sie quer durch China und in Richtung des Himalayas führt, immer verfolgt von skrupellosen Männern, die den Yeti wieder einfangen und für ihre sinisteren Ziele benutzen wollen. Doch Yi und Everest sind ihren Häschern stets eine Nasenlänge voraus, weil der Yeti ein magisches Wesen ist, das immer wieder mit erstaunlichen Fähigkeiten zu verblüffen versteht…

Es ist ein sehr sympathischer Film, der hier geboten ist. Einer, der von den magischen Momenten lebt, in denen der Yeti unglaubliche Kräfte offenbart. Aber auch einer, der ausgesprochen niedliche Designs aufweist. Gerade der Yeti Everest ist ein Wesen, das man eigentlich nur noch knuddeln möchte. Die Sympathien sind entsprechend klar verteilt, während man beobachtet, wie die Helden auf eine abenteuerliche Reise gehen, bei der durchaus auch surreale Momente geboten werden, und die Schurken so herrlich schnurrbartzwirbelnd böse sind, dass es eine Freude ist.

Das ist die grosse Geschichte, es sind aber auch die kleinen Momente, die richtig schön sind. Everest – ein Yeti will hoch hinaus bietet allerhand zum Schmunzeln und Lachen – und manchmal auch zum Staunen. Darüber hinaus lebt der Film von den melancholischen Momenten, wenn Yi an ihren verstorbenen Vater denkt, was in einer wunderschönen Tränendrückerszene endet, als die geliebte Geige ihres Vaters zerstört wird. Der Film versteht es auf geradezu perfekte Art und Weise, die Klaviatur der Gefühle zu bedienen, mal lustig, mal heiter, mal traurig, mal melancholisch, mal abenteuerlustig, mal fies, mal richtig mitreissend.

Da man bestens unterhalten ist, vergeht die Zeit entsprechend wie im Flug, d Noch so etwas, das Everest – ein Yeti will hoch hinaus mit den beiden anderen Yeti/Bigfoot-Filmen des letzten Jahres gemein hat. Vielleicht bietet sich dieses Wesen auch einfach dazu an, sehr unterschiedliche, aber zu Herzen gehende Geschichten zu erzählen. Technisch ist Everest – ein Yeti will hoch hinaus brillant und nutzt die 3-D-Technik sehr effektiv, mit dem Highlight der Blaubeerenszene, die das Maximale aus den Möglichkeiten der dritten Dimension herausholt.

08.10.2019

4

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Kommentare

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thomasmarkus

vor 5 Tagen

Poetische und zauberhaft.
Die Reise durch China zeigt eine ländliche Idylle - trotz der smartphones. Die gigantische chinesische Überwachung - gerade auch Richtung Everest macht den Film sehr unpolitisch...


Taz

vor 17 Tagen

Nett, aber halt schon recht langweilig und vornehmlich für jüngere Zuschauer. Spannung und Witz sucht man vergebens, auch wenn einzelne Szenen herzig sind.


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