Tabaluga – Der Film Deutschland 2018 – 91min.

Tabaluga – Der Film

Filmkritik

Märchenhaftes Musical

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Seit 35 Jahren gibt es Tabaluga, diesen sympathischen Drachen, der von Peter Maffay, Rolf Zuckowski und Gregor Rottschalk erfunden wurde. Zuerst sollte er die Basis eines Konzeptalbums sein, dann entwickelte er ein Eigenleben mit Animationsprojekten und auf der Bühne. Nun gibt es einen computeranimierten Film, der den Musical-Wurzeln gerecht wird.

Tabaluga ist der letzte Drache, alle anderen wurden ermordet, darunter auch seine Eltern. Mit letzter Kraft gab seine Mutter ihren Jungen in die Obhut des Raben Kolk, der ihn in Grünland aufgezogen hat. Dort versucht Tabaluga nun, sein Feuer zu finden, denn ein richtiger Drache muss auch Feuer speien können. Er glaubt, dass er sein Feuer in Eisland finden wird, dem Reich des bösen Arktos, und begibt sich auf eine gefährliche Reise, bei der er von seinem besten Freund, dem Glückskäfer Bully, begleitet wird.

Es ist eine Märchengeschichte für Kinder, aber eine, die durchaus auch Erwachsene unterhalten kann, weil im Kern eine sehr schöne Fantasystory geboten ist, die mit den typischen Elementen daherkommt – inklusive einiger Figuren, bei denen man schon gut erkennen kann, was die Inspiration war. So etwa die weise Schildkröte, die an ein ähnliches Wesen in Die unendliche Geschichte erinnert.

Tabaluga – Der Film kommt mit einer einfachen, aber guten Botschaft daher. Er erzählt von den Vorurteilen, die Grünländer und Eisländer füreinander hegen. Jeder hält den anderen für ein Monster, das einem die Köpfe abreisst, aber eigentlich sind sie sich ähnlicher, als sie denken. Und dennoch werden auch diese Vorurteile genutzt, um nicht nur Zwietracht zu säen, sondern die verschiedenen Völker aufeinanderzuhetzen. Das geschieht auf kindliche, simple Art und Weise, schafft es aber auch, den kleinen Zuschauern einen moralischen Kompass an die Hand zu geben, dessen Wirkungsweise sich nicht früh genug entfalten kann. Sicher, ein Film wie dieser wird im Grossen nichts ändern, aber er hat die Art von Magie, die kindliche Phantasie inspiriert und zeigt, dass jeder ein Held sein kann.

Die Animationen sind eher einfach gehalten, die Designs der Figuren aber durchgehend sympathisch. Punkten kann der Film auch mit einem namhaften Stimmensemble. Während Tabaluga von Sänger Wincent Weiss gesprochen wird, leihen Yvonne Catterfeld, Rufus Beck, Rick Kavanian, Heinz Hoenig und Michael Bully Herbig den anderen Figuren ihre Stimme. Natürlich gibt es einige musikalische Einlagen – und auch Peter Maffay ist zu hören. Tabaluga – Der Film ist ein rundum gelungenes Fantasy-Märchen für junge und junggebliebene Zuschauer. Ein Film, der das Herz am rechten Fleck hat.

12.12.2018

4

Dein Film-Rating

Kommentare

Sie müssen sich zuerst einloggen um Kommentare zu verfassen.

Login & Registrierung

Mehr Filmkritiken

Mortal Engines: Krieg der Städte

Der Grinch

Bohemian Rhapsody

Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen