Manhattan Queen USA 2018 – 103min.

Manhattan Queen

Filmkritik

Die Erfahrung macht’s…

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Bahnbrechend neu ist an Manhattan Queen gar nichts, solide umgesetzt ist diese charmante Komödie mit einem Hauch von Tiefgang aber durchaus. Und sie lebt von einer gut aufgelegten Jennifer Lopez, die in der Hauptrolle richtiggehend aufgeht.

Maya (Jennifer Lopez) ist Anfang 40, arbeitet in einem riesigen Supermarkt und hat es bis zur stellvertretenden Filialleiterin gebracht. Sie hofft darauf, den Laden übernehmen zu können, doch da ihr der nötige Schulabschluss fehlt, bekommt sie diese Chance nicht. Allerdings ergibt sich schon bald eine andere Möglichkeit, denn der Sohn ihrer besten Freundin hat ihren Lebenslauf aufpoliert, sodass sie schon bald als Marketing-Beraterin für einen grossen Kosmetikkonzern arbeitet. Sie weiss, dass Cleverness und Erfahrung wichtiger ist als ein Diplom, doch ihre Umwelt sieht das anders – und ihre KonkurrentInnen wollen sie loswerden.

In gewisser Weise fühlt man sich während des Sehens häufig an I Feel Pretty mit Amy Schumer erinnert. Die Ähnlichkeiten sind auch vorhanden, bis hin zum grossen Finale, das auf einer Bühne stattfindet. Aber anders als I Feel Pretty lädt Second Act nicht zum Fremdschämen ein. Zudem ist die Hauptfigur um Welten sympathischer, da sie ihre Freundinnen nicht vergisst, als sie sich auf dem Weg nach oben befindet.

Darüber hinaus hat der Film eine schöne Botschaft und bezieht Stellung, da die Hörigkeit nach Schulabschlüssen und Diplomen in unserer Gesellschaft zu einem echten Übel geworden ist. Der Film zeigt schön, dass Erfahrung erlerntes Wissen aus einem Vorlesungssaal locker schlägt. Er kritisiert aber auch die Manager, denen jede Passion fehlt und denen es im Grunde egal ist, ob sie Autos oder Wäscheklammern verkaufen. Sie kennen ihr Produkt entsprechend auch nicht – ganz im Gegenteil zu Maya.

Der Film ist überdies schönes Motivationskino: Indem er feststellt, dass sich jeder neu erfinden kann, dass Träume nicht mit dem Alter sterben müssen, sondern dass man an ihnen festhalten und sein Leben verändern kann. Natürlich ist das eine simple Botschaft, die im echten Leben vielleicht nie so wie im Hollywood-Märchen umsetzbar ist, aber dennoch ihre Berechtigung hat. Weil Filme eben auch zum Träumen verleiten sollen. Und das gelingt diesem hier tatsächlich ziemlich gut.

Abseits von Lopez‘ Figur sind die meisten anderen etwas unterentwickelt. Leah Remini als ihre beste Freundin ist aber so etwas wie der heimliche Star: Es ist höchst vergnüglich, ihr dabei zuzusehen, wie sie versucht, sich das Fluchen abzugewöhnen. Damit ist Manhattan Queen solides, charmantes, witziges und auch ein wenig dramatisches Kino mit Wohlfühlgarantie.

15.01.2019

3

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Kommentare

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Schlosstaube

vor 5 Monaten

Nette Komödie ähnlich wie „ Manhattan Love Story“. Eine Frau von der Strasse, die sich in der arroganten Geschäftswelt durchboxt...mit einem aufgeputschten Lebenslauf Erfolg hat...dabei ihre Tochter wieder findet und am Schluss die Lüge beichtet...mit einem Happy End.


manuelaforster

vor 9 Monaten

unterhaltsame Komödie


Taz

vor 10 Monaten

Harmlos, nett. Nichts aussergewöhnliches. Leah Remini stiehlt die Show!


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