Captain Marvel USA 2018 – 123min.

Captain Marvel

Filmkritik

Gute Mischung

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Nachdem in den bisherigen Filmen des Marvel Cinematic Universe Superheldinnen bloss Nebenrollen ausfüllten, darf sich im 21. Kapitel der fortlaufenden Reihe endlich eine Frau in ihrem eigenen Abenteuer beweisen. Oscar-Preisträgerin Brie Larson spielt Carol Danvers alias Captain Marvel und drückt einem überzeugend komponierten Blockbuster ihren Stempel auf.

Zu Anfang nimmt die mit ungeheuren Superkräften ausgestattete Titelheldin, die von den auf Hala lebenden Kree-Aliens zu einer Soldatin ausgebildet wurde, mit ihrem Mentor Yon-Rogg (Jude Law) an einer Mission der Eliteeinheit Starforce teil und gerät auf einem Nachbarplaneten in einen Hinterhalt. Talos (Ben Mendelsohn), der Anführer einer verfeindeten Rasse namens Skrull, nimmt die junge Frau gefangen und dringt in ihre Gedanken ein. Danvers, die zu diesem Zeitpunkt noch auf den Namen Vers hört, kann sich zwar befreien, landet allerdings ungewollt in der Welt der Menschen, wo sie dem S.H.I.E.L.D.-Agenten Nick Fury (Samuel L. Jackson mit digital verjüngtem Gesicht) begegnet. Während Talos und seine Handlanger ihr hinterherhetzen, begibt sie sich mit Fury auf eine Reise in ihre Vergangenheit. Denn vieles auf der Erde kommt ihr seltsam bekannt vor.

Schon früh offenbaren die auch am Drehbuch beteiligten Regisseure Anna Boden und Ryan Fleck, dass der Film in besonderem Masse von einer Identitätssuche handelt. Regelmässig wird Danvers von Erinnerungsfetzen und Albträumen heimgesucht, auf die sie sich zunächst keinen Reim machen kann. Erst nach und nach begreift sie, wer sie wirklich ist. Auch wenn die Selbstfindung manchmal vielleicht etwas zu mechanisch abläuft, entwickelt Captain Marvel in entscheidenden Momenten eine – gerade für das Blockbuster-Kino – erstaunliche emotionale Wucht. Trotz ihrer schier unfassbaren Fähigkeiten wirkt die Hauptfigur menschlich und geerdet, was man beileibe nicht von allen Superhelden sagen kann.

Liess sich an Avengers: Infinity War noch kritisieren, dass das Giganten-Treffen phasenweise überladen anmutete, gelingt dieses Mal ein Spektakelstreifen, der Komik, Gefühle, Actionszenen und kreative Bildeinfälle recht ausgewogen auf seine rund zweistündige Laufzeit verteilt. Besonders amüsant ist das Zusammenspiel zwischen der sowohl in ruhigen Augenblicken als auch in Kampfsequenzen überzeugenden Brie Larson und dem gewohnt lässig auftretenden Samuel L. Jackson. Gekonnt werfen sich die beiden Darsteller die Bälle zu und verpassen dem Geschehen zuweilen einen pfiffigen Buddy-Movie-Anstrich. Dass Captain Marvel mit einigen Handlungsüberraschungen aufwartet und zudem unaufdringlich von Verfolgung und Familienzusammenführung erzählt, rundet den positiven Eindruck ab. So wünscht man sich Popcorn-Kino häufiger!

06.03.2019

4

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Kommentare

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Ripley

vor 4 Tagen

Sorry DC, Marvel hat's meiner Meinung nach auch hier geschafft, besser zu sein. Brie Larson verkörpert die starke, unabhängige Heldin sehr realistisch und authentisch. Es wirkt nicht wie nach einem verkrampften Drehbuch geschrieben, sondern realistisch und normal. Gal Gadot als Wonder Woman wirkt im Vergleich recht eindimensional. Auch wenn die Grundlage der Geschichte eher simpel ist, die spannenden Actionsequenzen und tollen emotionalen Szenen (z.B. die schöne Bindung und Freundschaft der beiden Frauen) lassen dies in den Hintergrund wandern.Mehr anzeigen


Sinan

vor 4 Tagen

Ich habe Captain Marvel jetzt zum zweiten mal angesehen!
Eigentlich möchte ich nur sagen, dass es verdammt unglaublich ist !!!! 👌💪⭐️👊👊😀😁😁😁😁😁😁😁!!!

Zuletzt geändert vor 4 Tagen


oguz_kelci

vor 5 Tagen

Wow, erstes mal wo MCU gegen DC verliert.. Wurde so hoch angepriesen als Konkurenz gegen dem Wonder Woman. Nur hat Wonder Woman in jeder hinsicht mehr tiefe und spannung als dieser Film.

Ausser die Szene mit der Katze und Samuel L Jackson war es bisher der schlechteste Marvel Film. Habe deutlich mehr erwartet! Old school vibe war nicht spürbar wie bei captain america. Keines der Szenen ist bei mir hängen geblieben ausser Stan und die Katze.

Wenn Thanos durch ihre hand besiegt wird sehe ich schwarz für die zukünftigen Marvel Filme und Respektlos gegenüber den Avengers und den übrigen Schauspielern die Jahrelang ein Teil davon sind.
Das lustige dabei ist es werden Kritiker mit schlechten bewertungen rausgelöscht und die Kinos stehen leer bei diesem Film. Wie es die 600Mio geknackt hat ist echt fragwürdig schaut im Youtube nach gibt genug beweise dass die Tickets von Disney selbst gekauft werden um nicht schlecht dazustehen.. echt schade. Captain Marvel ist eigentlich ein echt cooler Charakter..Mehr anzeigen


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