Captain Marvel USA 2018 – 124min.

Captain Marvel

Filmkritik

Gute Mischung

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Nachdem in den bisherigen Filmen des Marvel Cinematic Universe Superheldinnen bloss Nebenrollen ausfüllten, darf sich im 21. Kapitel der fortlaufenden Reihe endlich eine Frau in ihrem eigenen Abenteuer beweisen. Oscar-Preisträgerin Brie Larson spielt Carol Danvers alias Captain Marvel und drückt einem überzeugend komponierten Blockbuster ihren Stempel auf.

Zu Anfang nimmt die mit ungeheuren Superkräften ausgestattete Titelheldin, die von den auf Hala lebenden Kree-Aliens zu einer Soldatin ausgebildet wurde, mit ihrem Mentor Yon-Rogg (Jude Law) an einer Mission der Eliteeinheit Starforce teil und gerät auf einem Nachbarplaneten in einen Hinterhalt. Talos (Ben Mendelsohn), der Anführer einer verfeindeten Rasse namens Skrull, nimmt die junge Frau gefangen und dringt in ihre Gedanken ein. Danvers, die zu diesem Zeitpunkt noch auf den Namen Vers hört, kann sich zwar befreien, landet allerdings ungewollt in der Welt der Menschen, wo sie dem S.H.I.E.L.D.-Agenten Nick Fury (Samuel L. Jackson mit digital verjüngtem Gesicht) begegnet. Während Talos und seine Handlanger ihr hinterherhetzen, begibt sie sich mit Fury auf eine Reise in ihre Vergangenheit. Denn vieles auf der Erde kommt ihr seltsam bekannt vor.

Schon früh offenbaren die auch am Drehbuch beteiligten Regisseure Anna Boden und Ryan Fleck, dass der Film in besonderem Masse von einer Identitätssuche handelt. Regelmässig wird Danvers von Erinnerungsfetzen und Albträumen heimgesucht, auf die sie sich zunächst keinen Reim machen kann. Erst nach und nach begreift sie, wer sie wirklich ist. Auch wenn die Selbstfindung manchmal vielleicht etwas zu mechanisch abläuft, entwickelt Captain Marvel in entscheidenden Momenten eine – gerade für das Blockbuster-Kino – erstaunliche emotionale Wucht. Trotz ihrer schier unfassbaren Fähigkeiten wirkt die Hauptfigur menschlich und geerdet, was man beileibe nicht von allen Superhelden sagen kann.

Liess sich an Avengers: Infinity War noch kritisieren, dass das Giganten-Treffen phasenweise überladen anmutete, gelingt dieses Mal ein Spektakelstreifen, der Komik, Gefühle, Actionszenen und kreative Bildeinfälle recht ausgewogen auf seine rund zweistündige Laufzeit verteilt. Besonders amüsant ist das Zusammenspiel zwischen der sowohl in ruhigen Augenblicken als auch in Kampfsequenzen überzeugenden Brie Larson und dem gewohnt lässig auftretenden Samuel L. Jackson. Gekonnt werfen sich die beiden Darsteller die Bälle zu und verpassen dem Geschehen zuweilen einen pfiffigen Buddy-Movie-Anstrich. Dass Captain Marvel mit einigen Handlungsüberraschungen aufwartet und zudem unaufdringlich von Verfolgung und Familienzusammenführung erzählt, rundet den positiven Eindruck ab. So wünscht man sich Popcorn-Kino häufiger!

06.03.2019

4

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Kommentare

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Barbarum

vor 5 Monaten

Auch wenn das emanzipatorische Ende vieles wettmacht, bleibt die erste Ursprungsgeschichte einer weiblichen Superheldin im MCU, trotz Goose-the-Cat, Larson als Danvers und beeindruckender CGI-Verjüngungen (z.B. bei Jackson), in vielerlei Hinsicht missraten.


maege70

vor 6 Monaten

Grundsätzlich solider Film aus dem Hause Marvel - aber die Figur als solches ist dermassen "überstark", dass sämtliche anderen Superhelden wie Statisten neben ihr wirken - das ist selbst in einem Fantasy/Science Fiction-Streifen unglaubwürdig ;-)


jacques6

vor 6 Monaten

wunder bar ich würd drad nomal luege 😍😍😍😍🙈🙈🙈


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