Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks Frankreich 2018 – 85min.

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

Filmkritik

Eine neue Sternstunde am gallischen Himmel

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Bereits im Jahr 2015 gab es den ersten computeranimierten Film mit dem gewieften, kleinen Gallier Asterix und seinem gar nicht dicken Freund und Hinkelsteinträger Obelix. Der Film war europaweit sehr erfolgreich, sodass sich Alexandre Astier und Louis Clichy daran machten, ein Sequel zu inszenieren. Der Clou dabei: Dies ist erst der zweite Film in der langen Zeichentrickkarriere der Figur, der nicht auf einem vorhandenen Comic-Album basiert, sondern eine ganz eigene Geschichte erzählt.

Als Miraculix beim Mistelschneiden abstürzt und sich verletzt, ist ihm klar, dass er nicht jünger wird – und das Geheimnis des Zaubertranks mit ihm sterben könnte, wenn er es nicht rechtzeitig einem Nachfolger übergibt. Zusammen mit Asterix und Obelix begibt er sich auf eine Tour durch ganz Gallien, um nach einem jungen Druiden zu suchen, der dieses Geheimnisses würdig ist. Doch der böse Dämonix will das Geheimnis ebenfalls an sich bringen und schreckt dafür nicht davor zurück, Caesar zu berichten, dass das Dorf der Unbezwingbaren schon bald ohne Zaubertrank dastehen wird…

Es hätte zwar sicherlich noch ein paar Abenteuer gegeben, die sich für einen Film anbieten, eine ganz neue Geschichte macht aus diesem Werk aber etwas wirklich Frisches, weil selbst Kenner der Comics viel Unbekanntes entdecken werden. Der Film orientiert sich dabei an der klassischen Tradition und bringt einige der berühmten Running Gags wie das unentwegte Versenken des Piratenschiffs durch die Gallier ein, er traut sich aber auch, mit Konventionen zu brechen und Neues zu wagen, was insbesondere in Hinblick auf Obelix‘ liebsten Schmaus, die Wildschweine, gilt.

Wie schon beim Vorgänger ist die Computeranimation makellos, doch auch hier spielt man mit der Form, denn die gemeinsame Historie von Miraculix und Dämonix wird in klassischem Zeichentrick präsentiert – das aber in grober Form, was an Bleistiftzeichnungen eines Comics erinnert, bevor der Strich mit der Tusche definiert wird. Auch dies ist eine Verbeugung vor dem Quellmaterial.

Der mittlerweile zehnte Animationsfilm bietet locker-luftige Unterhaltung, die ebenso für Neueinsteiger als auch alte Hasen ist. Die typischen Elemente einer Asterix-Geschichte sind enthalten, überzeugend ist der Film aber ebenso durch seinen Willen, mal ein wenig über den Tellerrand hinauszublicken. Dass auch dieser Film wieder sein Publikum finden wird, steht wohl ausser Frage. Aber wie wird es weitergehen? Wieder mit einem neuen Abenteuer oder auf Basis eines Albums? Möglichkeiten gäbe es noch genug, man denke nur an den Besuch der Gallier bei den Goten…

17.05.2019

4

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Kommentare

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bono

vor 6 Monaten

Ein wunderbar gemachtes Asterix-Abenteuer, wir haben viel gelacht .. einzig der übergrosse "Dämon" wäre so nicht nötig gewesen .. aber sonst: immer gerne wieder


chrüsu7

vor 6 Monaten

Bis jetzt der beste Asterixtrickfilm. Sehr spannend und packend


filmmann

vor 7 Monaten

witzig


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