Planet der Affen: Survival Kanada, Neuseeland, USA 2017 – 140min.

Planet der Affen: Survival

Filmkritik

So ein Affentheater

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Nachdem sich Caesar (Andy Serkis) und Koba (Tony Kebbell) im letzten Film eine Schlacht bis aufs bittere Ende geliefert haben, zieht der siegreiche Caesar mit seiner Gruppe zurück in den Wald, wo er sich Friede, fernab von menschlicher Zivilisation, erhofft. Der hält jedoch nicht lange an. Nachdem ein von Menschen hergestelltes Virus den grössten Teil der Menschheit ausrottet, bleibt nur noch eine Kerngruppe um den namenlosen Colonel (Woody Harrelson) übrig, der den Affen den Krieg angesagt hat. Der friedliebende Caesar, der seit Kobas Tod mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat, muss sich einmal mehr gegen Angreifer verteidigen, um sein Volk zu retten.

Als Charlton Heston 1968 als Astronaut auf der von Affen regierten Erde crash-landete, hätte er es sich wohl nie träumen lassen, dass wir 50 Jahre später noch immer Filme zum selben Thema machen. Der Streifen war damals als Metapher für die amerikanische Bürgerrechtsbewegung gedacht und wurde seither mehrfach wiederverfilmt. Aber erst Regisseur Rupert Wyatts PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION in 2011 und Matt Reeves 2014 Fortsetzung PLANET DER AFFEN: REVOLUTION fanden sowohl bei Kritikern als auch dem Publikum Anklang.

Reeves, zusammen mit dem Motion Capture-Experten Andy Serkis (THE LORD OF THE RINGS, KING KONG), der Caesar seine Tiefe und emotionale Vielseitigkeit einhaucht, haben eine CGI Welt geschaffen, die den Zuschauer nicht aus dem Staunen kommen lässt. Die Affen sind mutig, fröhlich, ängstlich und einige sind hinterlistig und fallen ihren Freunden in den Rücken. Die Art, wie sie sich bewegen und miteinander agieren, macht uns neugierig und alte Favoriten wie der Orang-Utan Maurice (Karin Konoval) freunden sich mit neuen Figuren wie dem stummen Menschenkind Nova (Amiah Miller) und Bad Ape (Steve Zahn) an, der eigentlich ein sehr guter Affe ist und dessen Altersvergesslichkeit zur willkommenen Auflockerung der Weltuntergangsstimmung sorgt.

Der Rest dieses Films ist stellenweise schwer zu ertragen. Woody Harrelson als namensloser Colonel ist ein Bösewicht der alten Schule. Ein grössenwahnsinniger Sadist ohne Grautöne, der es liebt, andere leiden zu sehen. „Wir müssen die Menschlichkeit abschaffen, um die Menschheit zu retten“, ist einer seiner dummen Sprüche, die sich sowohl altmodisch als in der Trump-Ära auch unheimlich zeitgemäss anhören. Harrelson gibt sein Bestes, aber seine Figur bietet wenig Originelles, ruft sie einerseits Marlon Brandos Kurz in APOCALYPSE NOW herauf und erinnert andererseits an den glatzköpfigen Pharao aus der Bibelverfilmung DIE ZEHN GEBOTE, in dem Moses die Israeliten aus der Sklaverei befreit und der ebenfalls von Charlton Heston gespielt wurde. Und damit schliesst sich der Kreis.

01.08.2017

3

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Kommentare

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zuckerwättli

Grosses Kino das sich wirklich Zeit für eine sehr gute Geschichte nimmt. Hätte da noch Stunden zuschauen können. Und wirklich krass, wie sich die Technik weiterentwickelt hat, man sah wirklich fast gar keine Unterschiede mehr zu realen Tieren.

Planet der Affen: Survival 4

Maratonna

Der 3. Teil vermag leider nicht zu überzeugen. Vor allem auch deshalb, weil es heisst: PLANET der Affen. Von einer globalen Bedeutung war im 3. Teil nichts zu spüren. Viel eher ging es um einen Bandenkrieg. Mit zunehmender Dauer wurde der Film dann zwar etwas besser und durchaus ein bisschen spannend. Es ist aber kein Film, den man sich ein 2. Mal anschaut. Schade, man hätte mehr daraus machen können, bzw. müssen.

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