Logan Lucky USA 2017 – 118min.

Logan Lucky

Filmkritik

So klauen die kleinen Leute

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Eigentlich hatte Steven Soderbergh ja angedeutet, dass er keine Filme mehr machen würde. Dann konzentrierte er sich auf seine Serie The Knick. Wenig später juckte es ihn wohl wieder, denn dann wurde Logan Lucky angekündigt, den man ganz salopp als Ocean’s elevender Arbeiterschicht bezeichnen könnte: Genau daraus bezieht dieser amüsante Gaunerfilm auch seinen Reiz.

Auf der Logan-Familie liegt ein Fluch. Glaubt zumindest Clyde (Adam Driver), der Barkeeper, der beim Irak-Einsatz eine Hand verloren hat. Sein Bruder Jimmy (Channing Tatum) hat wiederum ein kaputtes Knie und wurde gerade entlassen. Aber er hat einen Plan, um auch endlich mal Glück zu haben. Jimmy plant den ganz großen Coup: Er will die Einnahmen des größten NASCAR-Rennens in den USA klauen, aber dafür braucht das Brüder-Paar noch Hilfe – und das ausgerechnet vom noch inhaftierten Safeknacker Joe Bang (Daniel Craig). Von so einer Kleinigkeit wollen sich die Logans jedoch nicht aufhalten lassen …

Bei einer Geschichte wie dieser ist es, wie es immer ist: Man muss schon ein paar Kröten schlucken, denn vieles hängt vom Zufall ab. Es mag wie ein komplexer Plan aussehen, der hier durchgezogen wird, aber zu vieles ist einfach nicht planbar. Wenn man sich daran stört, scheitert auch der Film. Aber man kann sich auch von der flotten Erzählweise und den skurrilen Figuren mitreißen lassen.

Die Logan-Brüder sind dabei noch die normalsten, aber auch sie könnten direkt einem Film der Coen-Brüder entsprungen sein. Das gilt mehr noch für alle anderen Protagonisten, weswegen Logan Lucky auch nicht so unterkühlt wirkt, wie das bei einer Soderbergh-Produktion häufig der Fall ist. Denn hier gibt es Momente wunderbaren Irrsinns, etwa dann, als Joe Bang seine Brüder losschickt, um beim Bären im Wald etwas für ihn abzuholen. Es ist ein Wegwerfmoment, aber einer, der herrlich surreal ist.

Wie nicht anders zu erwarten, ist Logan Lucky exzellent besetzt, der Star des Films ist aber der platinblond gefärbte Daniel Craig, der hier auch gegen sein Bond-Image anspielen kann und ein paar besonders einprägsame Szenen bekommen hat. Soderbergh erzählt rasant. Er nutzt dieselbe Erzähltechnik wie bei den Ocean’s-Filmen, nur dass alles nicht so geschleckt aussieht, sind hier doch echte Arbeiter am Werk. Das ist es auch, was den Charme dieser Produktion ausmacht, da es sehr viel leichter fällt, sich mit diesen sympathischen Verlierern zu identifizieren. Der Humor ist trocken, mal schrill oder auch einfach nur schräg, aber immer auf den Punkt gebracht und Logan Lucky damit einer der beschwingtesten und vergnüglichsten Filme des diesjährigen Kinosommers.

14.09.2017

4

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Kommentare

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kroete

Amüsante Gaunerkomödie à la "the Sting".

Logan Lucky 5

gimir

Steven Soderbergh brilliert hier wieder einmal; besonders Adam Driver gefällt mir in der Rolle des einarmigen Banditen sehr !

Logan Lucky 4

as1960

Steven Soderbergh zeigte mit "Oceans 11" (und den Forsetzungen) wie Gentleman-Gangster elegant und lässig Casinos ausrauben. In "Lucky Logan" zeigt er nun wie schräge Looser-Typen bei einem Nascar-Rennen sich bereichern wollen. Das kommt witzig und cool rüber, nicht zuletzt auch dank toller Besetzung v.a. mit Schauspieler in ungewohnten Rollen/Charakteren (u.a. David Craig, Channing Tatum). Macht Spass.

Logan Lucky 3

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