Daddy's Home 2 USA 2017 – 100min.

Daddy's Home 2

Filmkritik

Väter torpedieren Festtagsstimmung

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

2015 lieferten sich Will Ferrell und Mark Wahlberg in Daddy’s Home als Stiefvater und leiblicher Vater zweier Kinder einen Hahnenkampf mit wenigen wirklich witzigen Momenten. Die an Weihnachten spielende Fortsetzung fällt im Vergleich etwas amüsanter aus, wird sich aber sicher nicht zu einem Festtagsklassiker entwickeln.



Nachdem sich der brave Brad (Will Ferrell) am Ende des ersten Films mit dem machohaften Dusty (Mark Wahlberg), dem Ex seiner Ehefrau Sara (Linda Cardellini), darauf einigen konnte, als Co-Dads gemeinsam für Dustys leibliche Kinder Megan (Scarlett Estevez) und Dylan (Owen Vaccaro) da zu sein, stehen im Sequel neue Spannungen ins Haus: Brad und seine Liebsten wollen Weihnachten zusammen mit Dusty, seiner neuer Gattin Karen (Alessandra Ambrosio) und seiner Stieftochter Adrianna (Didi Costine) verbringen, müssen sich dabei aber mit den Sticheleien von Dustys Vater Kurt (Mel Gibson) arrangieren, der im Gegensatz zu Brads Papa Don (John Lithgow) rein gar nichts für das Co-Dad-Abkommen übrig hat. Ständig kritisiert er Brads und Dustys Erziehungsmethoden und wiegelt die beiden Männer während ihres Familienurlaubs gegeneinander auf.

Schon der Vorgänger schaffte es nur sehr selten, sein satirisches Potenzial auszuschöpfen, und vertraute die meiste Zeit auf eine Aneinanderreihung brachialer Gags und einfach gestrickter Slapstick-Einlagen. Auch Daddy’s Home 2 erzählt keine hintersinnige Geschichte, die moderne Familienkonstellationen und Männlichkeitsbilder auf clevere Weise persiflieren würde, erhält durch das Auftauchen der beiden grundverschiedenen Großväter aber etwas neuen Schwung. Während Don ein liebenswerter, gefühlsduseliger älterer Herr ist, erweist sich Kurt als kantig-bärbeißiger Womanizer, der die Harmonie zwischen Brad und Dusty um jeden Preis zerstören will.

Trotz kleiner Längen und einiger platter Späße bietet die abermals von Sean Anders (Kill the Boss 2) inszenierte und mitgeschriebene Komödie solide Unterhaltung. Amüsant wird es vor allem im augenzwinkernd-überdrehten Schlussakt, der zwar ein weihnachtliches Wir-Gefühl beschwört, dankenswerterweise aber auf die unangenehm klebrige Rührseligkeit verzichtet, die den thematisch vergleichbaren Bad Moms 2 im letzten Drittel befällt.

Schwierig einordnen lässt sich der Auftritt Mel Gibsons, dem es einerseits überzeugend gelingt, einen fiesen Macho zu verkörpern. Andererseits bleibt aber schon ein fader Beigeschmack zurück, wenn man Kurt im Wissen um Gibsons Eskapaden in jüngerer Zeit dabei zusehen muss, wie er schamlos Frauen aufreißt.

08.12.2017

3

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