Battle of the Sexes Grossbritannien, USA 2017 – 121min.

Battle of the Sexes

Filmkritik

Geschlechterkampf auf dem Tennisplatz

Björn Schneider
Filmkritik: Björn Schneider

In der Sportler-Dramödie Battle of the Sexes trifft ein populäres Kapitel der Tennis-Geschichte auf den Kampf für mehr Frauenrechte. Der Film atmet den Geist der 70er-Jahre und wird ganz vom nuancierten, leidenschaftlichen Spiel seiner Hauptdarsteller getragen.

Die Tennisspielerin Billie Jean King (Emma Stone) steht auf Platz der Frauen-Weltrangliste. Doch Ruhm ist nicht alles für die damals 29-jährige Frau. Mit viel Engagement, setzt sie sich zudem für die Rechte von Frauen im Sport ein. Die Diskriminierung erkennt man u.a. daran, dass Frauen nach Turniersiegen wesentlich weniger Preisgeld erhalten. Eines Tages hat King die Möglichkeit, in einem „Kampf der Geschlechter“ gegen den arroganten Ex-Spieler Bobby Riggs (Steve Carrell) anzutreten. Ein chauvinistischer Macho wie er im Buche steht. Riggs braucht das Preisgeld allein schon wegen seiner Schulden. Eines der legendärsten Matches aller Zeiten steht bevor.

Der vor allem in Los Angeles gedrehte Film beruht auf wahren Begebenheiten: 1973 traf der frühere Wimbledon-Gewinner Riggs, damals 55 Jahre alt, tatsächlich auf King. „Battle of the Sexes“ ist der dritte Spielfilm des Regie-Duos Jonathan Dayton und Valerie Faris. Dayton und Faris gelang gleich mit ihrem Debütfilm ein Publikumsliebling und Kritiker-Erfolg: Little Miss Sunshine (2006).

Vordergründig mag die mit einem namhaften, exquisiten Cast (u.a. Bill Pullman und Elizabeth Shue) ausgestattete Dramödie ein Film über Tennis sein. Doch tatsächlich geht es eigentlich nur am Rande um Sport, mal abgesehen vom eigentlichen Tennismatch. Vielmehr handelt Battle of the Sexes vom harten Kampf um Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Und Tennis stellt in diesem Zusammenhang für Billie Jean King nur ein Mittel zum Zweck dar.Daneben ist das reichlich 70er-Jahre-Flair versprühende Werk vor allem aber auch ein Film über zwei völlig unterschiedliche Protagonisten, die mit ihren inneren Dämonen kämpfen. Carrell überzeugt als provozierender, sexistischer Unsympath, der einen frauenfeindlichen Spruch nach dem anderen raushaut. Hinter dieser Fassade aber verbirgt sich ein einsamer Spielsüchtiger, den Carrell durch sein nuanciertes Spiel sorgsam zum Vorschein bringt.

Ebenso feinfühlig und bewegend verkörpert Stone die Frauenrechtlerin und Sportlerin King, die nicht nur auf dem Tennis-Court einen kräftezehrenden Kampf auszutragen hat: Insgeheim führt die verheiratete King nämlich eine Beziehung zu einer Frau. Zu ihrer Homosexualität kann sie sich – u.a. aus sportlichen Gründen – aber nicht öffentlich bekennen. Diese zwischen eiserner Willenskraft und großen Zweifeln changierenden Wesenszüge und Stimmungen ihrer Figur, vermag Stone jederzeit glaubhaft zu vermitteln.

23.11.2017

4

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Kommentare

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Sandy

vor einem Jahr

Interessanter und absolut sehenswerter Film!


nick74

vor einem Jahr

Gute Unterhaltung, hat mir gefallen, empfehlenswert


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