Laavor et hakir Israel 2016 – 110min.

Through the Wall

Filmkritik

Bräutigam gesucht - per sofort!

Irina Blum
Filmkritik: Irina Blum

490 Stunden hat Michal in ihrem Leben schon mit Dates auf der Suche nach Mr. Right verbracht – und 132 Mal war der Traumprinz leider nicht dabei. Doch die schlagfertige junge Frau ist hart im Nehmen: Als sie kurz vor der Hochzeit sitzengelassen wird, sagt sie das Fest nicht ab - sondern vertraut darauf, dass ihr das Leben bis dann einen passenden Mann zuspielen wird. Die israelische Komödie «Through the Wall» kommt dank ihrer sympathischen und liebenswerten Hauptdarstellerin mit Leichtigkeit und Witz daher.

Die orthodoxe Jüdin Michal (Noa Koler) hat es wirklich nicht leicht: Ihr Job läuft gerade nicht so prickelnd – der mobile Streichelzoo inklusive schwarzer Schlange löst bei Kindern eher Angst als Begeisterung aus -, ihr Verlobter lässt sie kurz vor der Hochzeit sitzen und dann findet sie auch noch heraus, dass ihre Mitbewohnerin die neue Freundin an der Seite ihres Ex ist. Dabei will die junge, energische Frau doch nur Eines: Endlich den Partner fürs Leben finden. Deshalb sagt sie die geplante Hochzeitsfeier mit ihrem ehemaligen Verlobten nicht ab, sondern sucht sich kurzerhand einen neuen Kandidaten – und fordert damit Gott und das Schicksal heraus. Unterstützung und Trost findet sie bei ihren Schwestern, die ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen – sie insgeheim aber wohl trotzdem als leicht verrückt erklären.

Die israelische Komödie nimmt sich einer sehr skurrilen Thematik an - schafft es dabei aber auch, effektive Probleme einer jungen Generation zwischen Tradition und Moderne anzusprechen. Dass die Komödie trotz der unkonventionellen Geschichte mit Witz daherkommt und nicht ins Lächerliche abfällt, ist vor allem den sehr authentischen Darstellern zu verdanken - allen voran die Hauptperson Michal (Noa Koler): Sie ist genügend Mädchen von nebenan, damit sich der Zuschauer mit ihr identifizieren kann, aber eben auch verrückt und liebenswert genug, sodass man ihr die ausgefallene Rolle abnimmt. Denn Michal geht im Film mit ihrem Kopf nicht selten «durch die Wand» - und tanzt damit aus den Reihen der gesellschaftlichen Konventionen. Das verschafft dem Film eine gewisse Leichtigkeit, die den Kinobesuch zu einem unterhaltsamen Vergnügen macht. Themen wie Selbstfindung, Glaube, wahre Liebe und den Zielen im Leben werden zwar aufgeworfen, aber nicht wirklich beantwortet. Das kann man von der Komödie aber auch nicht erwarten, denn damit würde sie eben diese Leichtigkeit verlieren – und damit den Charme, der sie ausmacht.

17.07.2017

4

Dein Film-Rating

Kommentare

Sie müssen sich zuerst einloggen um Kommentare zu verfassen.

Login & Registrierung

selinaburri

Witzig, leicht, sehenswert!

Laavor et hakir 3

Mehr Filmkritiken

Despicable Me 3

Valerian and the City of a Thousand Planets

Spider-Man: Homecoming

Gifted