Personal Shopper Frankreich, Deutschland 2016 – 105min.

Filmkritik

Personal Shopper

Patrick Heidmann
Filmkritik: Patrick Heidmann

Dafür dass die Weltöffentlichkeit Kristen Stewart längst nicht mehr nur als den Teenie-Star aus den Twilight-Filmen wahrnimmt, sondern als faszinierende Schauspielerin mit einer Vorliebe für eigenwillige Stoffe und Regisseure, ist nicht zuletzt Olivier Assayas verantwortlich. Vor zwei Jahren half er der jungen Amerikanerin in Clouds of Sils Maria dabei, zu Höchstleistungen aufzulaufen, was ihr den französischen Filmpreis César einbrachte – und ihm eine neue Muse.

Deswegen spielt Stewart nun im neuen Film des Franzosen die Titelrolle: als Personal Shopper Maureen stattet sie in Paris eine zickige Society-Diva (Nora von Waldstätten in einem Kurzauftritt) mit Designer-Klamotten aus, die ihr selbst bisweilen auch ganz gut stehen. Nebenbei ist sie allerdings auch damit beschäftigt, den Tod ihres Zwillingsbruders zu verarbeiten – und womöglich Kontakt zu seinem Geist aufzunehmen.

Die Mischung aus Charakterstudie, Traueranalyse und Mystery-Thriller, an der sich Assayas mit Personal Shopper versucht, ist gewagt – und macht es seinem Publikum alles andere als leicht. Gleiches gilt für Stewarts Performance, die ganz in ihrer eigenwillig-verschlossenen Figur aufgeht, und dabei dennoch auf emotionaler Ebene die unterschiedlichsten Facetten von Verletzlichkeit und Stärke mit minimalstem Aufwand durchscheinen lässt.

In Stewarts Fall ist dem Wagnis dabei deutlich mehr Erfolg beschienen als bei Assayas. Denn so reizvoll sein Mut zum Ungewöhnlichen ist und so sehr sich der Franzose auf das Inszenieren von Atmosphäre – und Spannung (die hier in Form von Lars Eidinger und anonymen Textnachrichten auf dem Smartphone Einzug hält) – versteht, so sehr setzt er sich irgendwann zwischen alle Stühle. Während ihm das übernatürliche Element der Geschichte zusehends zu esoterisch-banalem Geplapper verkommt, verliert er die interessante Persönlichkeit seiner Protagonistin und ihren außergewöhnlichen Beruf viel zu sehr aus den Augen. Im Grunde wird Personal Shopper so zu einem Sammelsurium faszinierender, bisweilen sperriger Ideen und Ansätze, die einen lange nicht loslassen, als ganzes aber seltsam fad und prätentiös wirken und vor allem Stewart selten gerecht werden.

15.12.2016

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Kommentare

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seeyouto

vor 5 Jahren

Die mystischen Vorkommnisse sind ein bisschen weit hergeholt und surreal, verwirrend. Klar, in einem Film darf der Ressigeur seiner Fantasie freien lauf lassen. Macht aber nicht wirklich Spass, wie das Thema dargestellt wird. Allgemein die Handlungsabläufe darin sind nicht harmonisch. Aber wer die Kristen in ihrer Laune da mal sehen möchte, bitte........Mehr anzeigen


gimir

vor 5 Jahren

Packender Thriller mit einer atemberaubenden Kirstin Stewart.


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