Elle Belgien, Frankreich, Deutschland 2016 – 130min.

Elle

Filmkritik

Grenzüberschreitung

Filmkritik: Geoffrey Crété

Michèle ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die nichts an sich herankommen lässt. Mit ihren Gefühlen geht sie genau gleich um, wie mit ihrem Job. Dies macht sie, um die dunkeln Schatten aus ihrer Vergangenheit zu verdrängen. Entschieden setzt sie sich gegen ihren Ex-Mann, ihren Liebhaber, ihre Mutter, ihren Sohn und gegen ihre Mitarbeiter durch. Als sie ein Unbekannter eines Tages in ihrem Haus vergewaltigt, nimmt Michèle die Angelegenheit selbst in die Hände. Ein merkwürdiges Spiel entsteht zwischen ihr und dem mysteriösen Eindringling...

Nach seinem Thriller Black Book von 2006 kommt Paul Verhoeven endlich wieder aus seiner niederländische Höhle heraus. Das eher unmoralische Drehbuch seines neusten Werks Elle überschreitet die Grenze der Konformität. Elle basiert auf dem sensationellen Roman "Oh..." des französischen Literatur-Rebellen Philippe Djian und wurde sogar in Cannes präsentiert. Revenge Movie, Melodrama und Thriller mischen sich zu einem faszinierenden aber undefinierbaren Film. Der Kino-Veteran Verhoeven (Total Recall, Starship Troopers) dreht weniger einen Thriller, sondern eine boshafte Gesellschaftskomödie, die von einer Vergewaltigungsfantasie handelt. Isabelle Huppert brilliert in diesem Film. Am besten ist sie, wenn sie, wie hier, derart unberechenbar und verblüffend spielt. Der erste französischsprachige Film von Verhoeven lässt den Zuschauer Zeuge eines Kinoerlebnisses der besonderen Art werden.

15.02.2017

4

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Kommentare

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marc_mayr

vor 2 Jahren

Konsequente Figur, der Film macht keine faulen Kompromisse, Kompliment. Ist das Lebenstrauma der 10 jährigen Michèle die Ursache, die wie ihre Gamefiguren (wortwörtlich) alles wegsteckt, oder ist es normales Verhalten einer Person (Frausein) unserer Zeit? Nicht nur Michèle nimmt gelasen, was Mann so anrichtet. Die 3. Vergewaltigung war wohl keine mehr und (nur?) jene mit der erfolgreichen Gegenwehr Fantasie. Ich fand die Szene lustig. Gut gemachter Film.Mehr anzeigen


Patrick

vor 2 Jahren

Von der Atmosphäre und dem Soundtrack sowie den Sex-Szenen her erinnert Elle an Basic Instinkt.Die Story wird sehr gemälich erzählt und ist mit 130 min. zu lang aber so sind Arthouse Filme teilweise,in diesem Sinne ist Elle als eine Art im Basic Instinkt Arthouse-Movie Stil zu bezeichnen.Die Dialogen von Elle in kinffig und treffen ins Schwarze sowie ist die Darsteller Leistung von Isabelle Huppert famos und das ist wohl das Beste oder das Oscarhafte vom Film Elle.Mehr anzeigen


asgoodasitgets

vor 2 Jahren

Absolut genialer Thriller, spannend, verstörend, grandios gespielt. Sicher einer der besten Filme des Jahres! Ein Muss!


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