Safe House Südafrika, USA 2012 – 116min.

Filmkritik

In der Grauzone

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Denzel Washington und Ryan Reynolds sind die Gegenspieler in dem berechenbaren Spionagethriller des schwedischen Regie-Rookies Daniel Espinosa, der mit Safe House das Genre nicht neu erfindet.

Matt Weston (Ryan Reynolds) ist ein CIA-Neuling, der seit einem Jahr in Kapstadt den Posten des Hauswarts in einem so genannten Safe House inne hat, einer Art Zwischenlager für die Gefangenen von Geheimdiensten. Jeden Morgen schliesst Weston die Tür zum Verhörraumen mit Einwegspiegeln auf - und nie passiert etwas. Bis eines Tages das Telefon klingelt und der Ex-CIA Spion Tobin Frost (Denzel Washington) eingeliefert wird, der vor fast zehn Jahren von der Bildfläche verschwunden ist und seither als Landesverräter gesucht wurde. Während des Verhörs wird das Safe House von einer Gruppe von Söldnern gestürmt, die ebenfalls hinter Frost her sind. Alle andern Agenten werden umgebracht, innert kürzester Zeit befinden sich Weston und Frost gemeinsam auf der Flucht, und die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwinden in der Grauzone.

Spionagefilme mit einer Verschwörungstheorie im Zentrum haben wir in den letzten Jahren ein paar Mal besser gesehen. Wer die Drahtzieher hinter den krummen Machenschaften des CIA sind, erkennt man schon vor der Halbzeit. Aus unerfindlichen Gründen macht der schwedische Regie-Neuling Daniel Espinosa nicht annähernd genug Gebrauch vom Talent seiner beiden Hauptdarsteller. Grossartige Schlagabtausche in einer Verhörszene - wie man sie aus Silence of the Lambs oder A Few Good Men kennen, scheinen Espinosa nicht interessiert zu haben. Washington und Reynolds haben bis zum Schluss des Films keine nennenswerte Konversation. Der Regisseur will die Spannung mit Non-Stop-Action erzeugen, die sich ihrerseits aber auch nicht mit Klassikern dieses Film-Genres messen kann.

Denzel Washington ist ohne Frage einer der talentiertesten Schauspieler Hollywoods. Sein mysteriöses Charisma wurde jedoch von Regisseur Antoine Fuqua in Training Day viel effektiver eingesetzt, und seine Grosszügigkeit liess in Unstoppable auch seinen jungen Partner Chris Pine glänzen. Ryan Reynolds hingegen, der seit Jahren zuoberst auf der Liste der nächsten Filmstars steht, hält nie ganz, was er verspricht. Als CIA-Greenhorn ist er zwar glaubhaft, stellenweise driftet seine Performance jedoch ins Klischeehafte ab.

21.02.2012

3

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Kommentare

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oscon

vor 5 Jahren

Routinierter Thriller rund um einen CIA-Newbie, der als Bewacher eines CIA-SafeHouses in Kapstadt einer unfangreichen Verschwörung auf die Spur kommt.
Ryan Reynolds und Denzel Washington überzeugen in Ihren Rollen als "Hausmeister" und gefangener exCIA-Agent, die sich ein Katz und Maus Spiel liefern, um gleichzeitig der verfolgenden Söldnerarmee zu entkommen.Mehr anzeigen


Barbarum

vor 6 Jahren

Agententhriller nach bekanntem Schema.


Mikelking

vor 7 Jahren

Ein durchschnittlicher Actionthriller - nichts neues


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