Resident Evil: Retribution Deutschland, USA 2012 – 117min.

Filmkritik

Unterhaltsames Baller-Crescendo

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Mit schöner Regelmäßigkeit gibt es ein neues Kapitel in der sich immer weiter entfaltenden Resident Evil-Saga. Dabei ist längst Usus, weniger eine komplette Geschichte zu erzählen, als vielmehr mittendrin anzufangen und ebenso offen zu enden. Aber immerhin: Regisseur Paul W.S. Anderson versprach, mit dem kommenden sechsten Teil seine Geschichte abschließen zu wollen.

Alice (Milla Jovovich) wird von Umbrella gefangengenommen und eingekerkert. Dank fremder Hilfe kann sie zwar entkommen, aber sie befindet sich tief unter der Wasseroberfläche. Zusammen mit einer Spezialeinheit, die geschickt wurde, um sie zu retten, muss sie sich durch verschiedene Umgebungsszenarien, in denen Zombie-Ausbrüche studiert werden, kämpfen. Dabei sind nicht nur die Monster eine tödliche Gefahr, auch die Zeit drängt, denn der gesamte Komplex soll in die Luft gesprengt werden. Und dann wird Alice in all dem bleihaltigen Trubel auch noch .. Mutter?

War schon bei Resident Evil: Afterlife zu beobachten, dass der Horroraspekt zugunsten von Action zurückgeschraubt wurde, so ist diese Mutation der Filmreihe mit Resident Evil: Retribution abgeschlossen. Von zwei kurzen Momenten abgesehen geht es hier nicht mehr um Horror und Schocks, sondern nur noch darum, möglichst viel Action in möglichst kurzer Zeit unterzubringen - und dabei Milla Jovovichs durchtrainierten Körper ins rechte Licht zu rücken.

Cineastische Freuden kann man bei Resident Evil: Retribution nicht erwarten, aber als mittlerweile reinrassiger Actionfilm kann er zumindest oberflächlich unterhalten. Die Geschichte ist kaum der Rede wert und so abgespeckt, dass für ruhige Momente keine Zeit mehr bleibt. Stattdessen kämpft sich Alice wie im Videospiel von einem Level zum nächsten, trifft dabei auf Zombies, die mit Waffen umgehen können und stellt sich schließlich dem Endgegner.

Den Fans gönnt man ein Wiedersehen mit einigen Figuren, mehreren davon in früheren Teilen bereits verschieden, aber dank Klontechnik ist das ja kein Problem. Oded Fehr und Colin Salmon sind im Grunde aber verschwendet, Michelle Rodriguez beinahe auch, aber sie bekommt wenigstens am Ende eine feiste Kampfsequenz.

Das Ende ist gewohnt offen, eher der Abschluss eines Kapitels als einer Geschichte. Immerhin verspricht das Schlussbild im nächsten Film Zombie-Action von monumentalen Ausmaßen. Das Warten darauf versüßt nun Resident Evil: Retribution mit seiner hyperstilisierten Action (inklusive einer sehr coolen Einstiegssequenz, die zurückgespult wird) auf jeden Fall. Kein Film, der der großen Diskussion bedürfen würde, aber ein in seiner Simplizität unterhaltsames Baller-Crescendo.

08.03.2024

3

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Kommentare

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silvan.laube

vor 11 Jahren

Der Film ist sehr stark am Videospiel orientiert, was mir stark auffiel (ohne das Spiel zu kennen). Persönlich finde ich das negativ, denn ein Film ist kein Videospiel. Auch wenn er niemals an die ersten beiden Teile hinkommt bleibt er für Fans der Serie ein Muss;)


Gelöschter Nutzer

vor 11 Jahren

Leider auch dieser Film, der schlechteste bis anhin der Resident Reihe.


timmy

vor 11 Jahren

War men erster Resident Evil und für meinen Geschmack auch der letzte, wollte meinem Sohn eine Freude machen....


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