Abraham Lincoln: Vampire Hunter USA 2012 – 105min.

Filmkritik

Der Präsident des Paranormalen

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Mehr Horrorfilm als historisches Drama spekuliert das Genre-Mashup von Timur Bekamambetov darüber, wie der 16. Präsident der Vereinigten Staaten mit einer Horde Vampiren umgegangen wäre, die ihren Hunger an Sklaven stillt.

Abraham Lincoln (Benjamin Walker) wächst im frühen 19. Jahrhundert auf einer Plantage auf. Als der 9-Jährige den Sklavenjungen William (Anthony Mackie) vor den Schlägen seines Halters Jack Barts (Maron Csokas) retten will, wird sein Vater gefeuert und seine Mutter tödlich verletzt. Er schwört Rache, die er neun Jahre später auch kriegen wird. Doch Barts - in Wahrheit ein Vampir - überwältigt ihn. Zu Lincolns Rettung kommt Henry Sturgess (Dominic Cooper), der den zukünftigen Präsidenten in das Geheimnis der Vampire einweiht und den Holzfäller zum Vampirjäger ausbildet. Während seines Trainings erfährt Lincoln, dass die amerikanischen Vampire von Adam (Rufus Sewell) abstammen, der mit seiner Schwester (Erin Wasson) eine Plantage in New Orleans bewirtschaftet, nur um seine Blutrunst an den Sklaven zu stillen. Lincoln macht es sich fortan zur Mission, den Süden von der Sklaverei und damit den Vampiren zu befreien.

Abraham Lincoln war dafür bekannt, gut mit einer Axt umgehen zu können. Aber das ist einer der wenigen historischen Fakten in Abraham Lincoln: Vampire Hunter. Im Stile von Inglourious Basterds vermengt der Film ein paar historische Fakten mit einer grossen Portion Fiktion. Die erfolgreiche Buch-Vorlage von Seth Grahame-Smith wurde von Regisseur Timur Bekamambetov als Genre-Mashup zu einem historischen Horrorthriller zusammengestiefelt. So beinhalten die aussergewöhnlichen Action-Szenen einen Showdown zwischen Lincoln und einem Vampir, der inmitten einer Herde von Pferden in panischer Flucht stattfindet. Ein Zweikampf, der alle Regeln der Physik bricht und in dem die Tiere nicht nur als Transportmittel, sondern abwechselnd auch als Waffen und Schilder gebraucht werden.

Es ist unnötig zu betonen, dass dieser Film nichts für Geschichts-Fanatiker ist. Die Prämisse ist absurd und hätte ein oder auch zwei Augenzwinkern verdient, die der Zuschauer in diesem Film jedoch vergeblich sucht. Der Vergleich zwischen geldgierigen Plantagen-Besitzern und blutsaugenden Vampiren ist aber durchaus interessant. Der Film versäumt es jedoch, die Blutrünstigkeit der Vampire mit dem Blutbad des Civil Wars zu vergleichen, politische Parallelen zu ziehen und einen Standpunkt einzunehmen. Die Stärken von Abraham Lincoln: Vampire Hunter liegen jedoch in in seinem stylischen Look, seinen aussergewöhnlichen Action-Szenen und aufwendigen Special Effects.

04.10.2012

3

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Kommentare

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oscon

vor 7 Jahren

Mashup-Film, der die wahre Geschichte 'rund um Abraham Lincoln und den Bürgerkrieg in Zusammenhang mit der Bekämpfung eines im US-Süden beheimateten Vampir-Clans beinhaltet.
Schöne Kampf-Choreos mit Axt im Zeitlupentempo in übertriebenen Schauplätzen (auf dem Rücken von Pferden resp. einer zusammenbrechenden Eisenbahnbrücke), sowie charismatische Darsteller verhelfen dem Film durchaus zum Kultwerk für Mashup-Freunde. 4 Sterne (****)Mehr anzeigen


Barbarum

vor 7 Jahren

Vor allem in der zweiten Hälfte viel zu ernst. Dann wird zu viel Aufmerksamkeit darauf gelegt, historische Begebenheiten mit dem Aufhänger der Story zu verbinden, anstatt Abe einfach tun zu lassen, weshalb man sich in erster Linie diesen Film antut, nämlich die Axt schwingen zu lassen.


Patrick

vor 9 Jahren

Man nehme die wahre Geschichte von Abraham Lincoln und mischt eine Vampir-Story alla Blade dazu und fertig ist dieser Film, den man sich am Besten unter Männer anschaut plus Bier und Chips auf dem Tisch. Fazit: Cool an zu sehen aber danach wieder schnell vergessen.


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