Piranha 3-D USA 2010 – 88min.

Filmkritik

Das grosse Fressen

Rolf Breiner
Filmkritik: Rolf Breiner

Die gefrässigen Raubfische sind zurück. Einst sorgte "Der weisse Hai" für Panik am Strand und Angst im Kino, nun werden Tausende von Piranhas am Lake Victoria in Arizona losgelassen und beissen mörderisch zu. Horror, Sex, viel Blut und abgetrennte Körperteile serviert Alexandre Aja in seiner Splatter-Variante des "Grossen Fressens", die trotz viel nackter Haut ein unansehnlicher, unappetitlicher Streifen ist.

Alles schon mal dagewesen. Nach "Der weisse Hai" machten sich auch die Piranhas bereits mehrfach im Kino breit. Im Zuge der 3D-Manie wurden die gefrässigen Biester nun wieder geweckt, um die Leinwand zu beleben und in Rot zu tauchen. Am Anfang des Films steht ein Seebeben und ein Fischer auf dem Lake Victoria, Arizona, der in einen Strudel gerissen und masakriert wird. Das Beben, so die hanebüchene Story, hatte Schwärme von Piranhas geweckt und freigesetzt. Die Szenerie: Hier die drohende, gefrässige Gefahr unter Wasser, dort eine Riesenparty von Studenten, welche die Sau rauslassen und den Spring Break, eine hemmungslose Beach-Party, feiern. Es darf getanzt, gesoffen und "gegeilt" werden.

Neben drallen Brüsten, mal dürftig bedeckt oder nackt, knackigen Pos und aufgekratzten Burschen besteht das Personal im Piranha-Horrortrip vor allem aus einem forschen, weiblichen Sheriff namens Julie Forester (Elisabeth Shue), ihren Kindern, dem Pornofilmer Derrick Jones (Jerry O'Connell), einem Wissenschaftstrüppchen, angeführt von Novak (Adam Scott), dem Landei Jake Forester (Steven R. McQueen - der Enkel der Hollywood-Legende Steve McQueen macht seine Sache ordentlich), und der angehimmelten Kelly (Jessica Szohr). Und es kommt, wie es kommen muss: Anonyme Partygirls und -boys werden zur Beute der Biester aus dem Untergrund. Die Bösen, aber auch Unschuldigen, werden gefressen (oder zerstückelt), die heldenhaften Beteiligten überleben den Horror auf und unter Wasser.

Regisseur Alexandre Aja, Spezialist für brutale Horror-Thriller à la "The Hills Have Eyes", serviert einen trotz viel nackter Haut unappetitlichen Streifen - mit schlampiger Story und alten Klischees. Dass Richard Dreyfuss, der bereits bei "Jaws" dabei war, kurz mitwirkt, ist ebenso ein kleiner Gag wie der Auftritt von Christopher Lloyd ("Back to the Future") als Experte.

Ob man es nun witzig und unterhaltsam findet, wenn die Biester dem Porno-Ekel Derrick den Penis abbeissen und dann wieder ausspucken, oder wenn Körpertorsi im Wasser schwimmen, mag jeder für sich entscheiden. Ajas blutrünstige Version des "Grossen Fressens" ist schamlos, peinlich und abgrundtief plakativ. Die 3D-Effekte schwimmen sich tot, das wilde Kameraschwenken unter Wasser wird zur Augenwischerei, die Dramaturgie des Streifens ist durchsichtig und kann nur punktuell Spannung bieten. Dieser Splatter-Film im 3D-Format, das aber echt nicht viel bringt, ist ein Horror, der wohl bisweilen schockt, aber kein nachhaltiges Gruseln bewirkt. Zu befürchten ist hingegen, dass es eine Fortsetzung von "Piranha 3-D" geben wird.

19.10.2010

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Kommentare

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chregubenggu

vor 6 Jahren

Ich finde den film einfach spitze


Laetterman

vor 10 Jahren

Naja. Blut und viel Haut und einen Schuss Ironie hat der Film ja. Leider sind die Knabber-Fische so in den Film integriert, dass sie von weitem als animiert erkennbar sind. Die Splatter-Special-Effekte sind wiederum zum grösstenteil echt gut gemacht.


Patrick

vor 10 Jahren

Ab 17. 03. 11 auf DVD.
Ein Sexy-Cooles Horror Movie für strake Nerven, gibt es ab 17. 03. 11 auf DVD!


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