Das perfekte Verbrechen USA 2007 – 113min.

Filmkritik

Mord ist sein Hobby

Filmkritik: Dominique Zahnd

Anthony Hopkins spielt wieder mal den Killer: In «Fracture» plant er den perfekten Mord und treibt damit den siegeshungrigen Staatsanwalt Ryan Gosling fast in den Wahnsinn.

Wenn man die Story auf einen Satz reduzieren müsste, würde der wie folgt heissen: Erfolgsverwöhnter Anwalt übernimmt einen scheinbar glatten Mordfall, um plötzlich vom vermeintlichen Täter nach Strich und Faden verarscht zu werden.

Von «Ally McBeal» bis hin zu «Boston Legal»: An TV-Shows, die vorwiegend im Gerichtssaal spielen, gibt es kaum mehr ein Vorbeikommen. Und mittlerweile hat man auch jede Art von Fall schon mal gesehen. In der Kinogeschichte wimmelt es genauso von Courtroom-Dramen. «Fracture», der neue Film von Regisseur Gregory HoblitHart's War»), ist ebenfalls in dem arg ausgelutschten Genre angesiedelt. Was den Thriller aber davor rettet, einfach übersehen zu werden, ist ein Mann - Anthony Hopkins.

Der spielt hier den wohlhabenden Ingenieur Ted Crawford. Als er entdeckt, dass seine Frau eine Affäre hat, erschiesst er sie kaltblütig. Dann wartet Crawford auf die Polizei und gibt ein Geständnis zu Protokoll. Der Fall geht an Heisssporn Willy Beachum (Ryan Gosling). Der junge Anwalt sieht erst alles als leichtes Spiel. Bis er merkt, dass Crawford noch ein paar Asse im Ärmel hat und sich gar nicht so leicht hinter Gitter bringen lässt.

Anthony Hopkins spielt also wieder mal einen Mörder. Doch der versierte Schauspielprofi macht es sich zum Glück nicht zu einfach und wiederholt seine Paraderolle als Hannibal Lecter: Obwohl man manchmal das Gefühl hat, der Kultkiller würde vor einem sitzen. Der Ingenieur Crawford ist berechnend, detailbesessen und unglaublich schlau. Er hat den Mord bis ins letzte Detail geplant - und auch, wie die ganze Sache im Gerichtssaal laufen soll.

Hopkins spielt wie immer umwerfend. Jede Geste, jeder Blick, jede Nuance in seiner Stimme - hier ist ein echter Meister am Arbeiten, und es bereitet grösstes Vergnügen, ihn dabei zu studieren und ihm zu zusehen. Sein Gegenpol, der charismatische Ryan Gosling (siehe auch Bestleistung in «Half Nelson»), bemüht sich mitzuhalten, was ihm auch ganz gut gelingt. Wie sich die zwei Hauptdarsteller gegenseitig den Ball bis zum finalen Gag zu spielen, ist unterhaltsam. Und glücklicherweise wird das Fach-Kauderwelsch kurz gehalten, was dem Film und seiner Verständlichkeit gut tut.

Nicht der spannendste Gerichtsfilm aller Zeiten, aber die Inszenierung ist solide und die Besetzung optimal.

25.01.2021

4

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Kommentare

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Gelöschter Nutzer

vor 14 Jahren

Das Gesicht von Anthony Hopkins beherrscht die Szene von Anfang an. Er kann so einmalig freundlich und zugleich gefährlich dreinblicken. Außerdem ist das Interessante an diesem Film noch die Story: der Zuschauer kennt Mörder und Opfer. Man fragt sich nur, wie man es juristisch wasserdicht beweisen kann. Und dann halten noch unvorhersehbare Wendungen die Spannung hoch. Aber auch einige aus der Logik herausbrechende Nebenhandlungen schaffen Verwirrung. Und auch die Figur der äußerst attraktiven Rosamund Pike ist lediglich nur schmückendes Beiwerk. Letztlich ist es eine Auseinandersetzung zwischen einem jungen, ehrgeizigen Aufsteiger der Jurisprudenz (Ryan Gosling) und einem alten, genialen, wohlsituierten, hintergangenen Ehemann. Der Originaltitel ’Bruch’ bezieht sich wohl auf die Ehe der ungleichen Partner. Wir bleiben aber weiterhin auf der Suche nach dem perfekten Mord.Mehr anzeigen


idefix99

vor 15 Jahren

Mit den vielen kleineren und grösseren Zufällen wirkt die Handlung auf mich etwas zu sehr konstruiert und so richtig Spannung wollte auch nicht aufkommen. Immerhin war die Leistung der Schauspieler ganz ok.


raffi44

vor 16 Jahren

ich war fasziniert..


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