Der gute Hirte USA 2006 – 167min.

Der gute Hirte

Filmkritik

Der Thriller mit der Lizenz zum Gähnen

Filmkritik: Dominique Zahnd

Das Spionagedrama versammelt mit Matt Damon, Angelina Jolie und Robert De Niro eine fantastische Besetzung. Trotzdem wird die langfädige Story um die Anfänge der CIA zu einer echten Geduldsprobe für den Zuschauer.

Edward Wilson (Matt Damon) ist ein eifriger und optimistischer Student in Yale. Dort wird er rekrutiert für die Geheimgesellschaft "Skull and Bones", einer Brutstätte für künftige Weltführer. Wilsons wacher Geist und sein strenger Glaube an typisch amerikanische Werte machen ihn zum optimalen Kandidaten für eine Karriere im Geheimdienst - und schon bald arbeitet er für die OSS, der Vorgängerin der CIA. Wilsons knallharte Hingabe zu seinem Land bezahlt er teuer. Nicht einmal seine Frau Clover (Angelina Jolie) oder sein geliebter Sohn können ihn von seinem Pfad abbringen, der ihn alles für den Job aufopfern lässt.

«The Good Shepherd» ist ein träge inszenierter, gefühlskalter Polit-Thriller, der stellenweise fast schon quälend langweilig daherkommt. Damon enttäuscht als Hauptdarsteller, da seine Rolle von ihm in erster Linie verlangt, wenig zu sagen und mehr mit dem puren Ausdruck zu arbeiten. Doch viel gibt es da nicht zu sehen. Hier wird denn auch deutlich, dass er mit seiner Mimik allein keine Szene tragen kann. Andere Schauspieler haben das drauf, er definitiv nicht. Einzig als Mädchen verkleidet bringt Matt Damon während einer Studenten-Theateraufführung das Publikum zum Lachen - da ist er richtig gut, lebendig und... menschlich.

Die steten Zeitsprünge vor und zurück verwirren. Das Make Up ist einem in dieser Hinsicht auch nicht gerade eine Hilfe - die Schauspieler, allen voran Matt Damon, sehen über 30 Jahre hinweg immer gleich aus. Bis auf Angelina Jolie und ihren Sohn Eddie, der im Laufe der Jahre immerhin erwachsen wird.

Regisseur Robert De Niro tut leider wenig dafür, dass sein Film verständlich ist. Und die vorhin erwähnten Zeitsprünge tragen ihr übriges dazu bei, dass selbst aufmerksame Zuschauer immer wieder mal einen Moment brauchen, um sich orientieren zu können, wo einen der Handlungsstrang jetzt wieder hin verschlagen hat.

15.03.2007

2.5

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Kommentare

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qbriq

vor 10 Jahren

Die Kritik von Dominique Zahnd auf dem Niveau eines holprigen Mittelschüleraufsatzes ist schlichtweg ärgerlich und wird dem hohen Anspruch von "The Good Shepherd" nicht im Geringsten gerecht. Der Film ist ein hochintelligentes, komplexes Meisterwerk über das, was Menschen dazu treibt, aus Angst letztlich ihre schlimmsten Ängste wahr zu machen. Eine fatale Paranoia, die private Schicksale gleichermaßen wie politische Systeme in die zerstörerische Isolation treibt und, in einer ebenso endlosen wie gespenstischen Rückkoppelungsschleife, nur einen einzigen wahren Nutznießer kennt: das Spionagesystem und die Rüstungsindustrie selbst. Einer der bezeichnenden Schlüsseldialoge: Wilson: "Wenn wir diesen Weg weiterverfolgen, wird es einen Dritten Weltkrieg geben. Ich glaube keiner von uns will einen richtigen Krieg. " Ulysses: "Womit verdienten wir dann unsere Brötchen? " Wer freilich Filmkritiken auf dem Formulierungs- und Analyselevel eines/r Frühpubertierenden schreibt, bei einem im Grunde todtraurigen (und daher "kalten"), elegischen (und daher "trägen") Film über menschliche und gesellschaftliche Vereinsamung völlig deplatziert den fehlenden Thriller-Drive vermisst und mit ebenso cleveren wie psychologisch folgerichtigen Zeitsprüngen durch die Geschichte des 2. Weltkriegs und des Kalten Krieges nicht zurechtkommt, der/die sollte sich nicht mit Filmen auseinandersetzen, deren Komplexität sein/ihr schlichtes Gemüt offenbar bei weitem übersteigt. Intelligenz zu erkennen, erfordert eben immer noch ein gewisses Maß an eigener Intelligenz?  vor allem, wenn sich eine Einzelperson selbstgefällig daran versucht, ein Werk, in das die monate- bzw. jahrelange Arbeit und Mühe eines hochqualifizierten Teams hunderter Menschen sowie eines brillanten Regisseurs wie Robert DeNiro geflossen ist, in wenigen Minuten abzuqualifizieren...Mehr anzeigen


raffi44

vor 10 Jahren

ich fand den Film genügend.


vanjansen

vor 11 Jahren

die bildersprache von roberto de niro
führte mich direkt zum verständnis der
unfassbaren figur, die matt damon für
mich mit einer unglaublichen tiefe verkörperte, da kamen keine billigen klischees zum tragen, der mann war
wie das CIA unfassbar und das verfolgte
ich mit grösster spannung....Mehr anzeigen


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