Thank You for Smoking USA 2005 – 92min.

Thank You for Smoking

Filmkritik

Der Fürsprecher der schleichenden Todbringer

Filmkritik: Dominique Zahnd

Jason Reitman, der Sohn des Regisseur und Produzenten Ivan Reitman («Ghostbusters»), trifft mit seinem ersten Grossprojekt den Nagel voll auf den Kopf. Er erzählt in «Thank You for Smoking» mit viel Witz und Leichtfüssigkeit die Story eines Söldners der Tabakindustrie.

Zigaretten sind böse - oder etwa nicht? Tabaklobbyist Nick Naylor hat keinen einfachen Job: In Talkshows muss er die Zigarettenindustrie im Angesicht krebskranker Kinder verteidigen, in der Politik sich gegen übereifrige Senatoren zur Wehr setzen und schließlich auch noch seinen Sohn erziehen und ihm ein gutes Vorbild sein. Einzig und allein bei seinem Stammtisch der «Merchants of Death», zusammen mit je einem Vertreter der Waffen- und der Alkohollobby, kann er sich beim offenen Smalltalk eine kurze Pause gönnen.

Doch als er mit einer gerissenen Journalistin schläft, muss er mit Entsetzen feststellen, dass auch diese ihm das Wasser reichen kann. Mit einem unverfälschtem Insiderbericht bringt sie Nick Naylor beinahe zu Fall; und dann sind da auch noch der todkranke Ex-Marlboro-Mann, der den Tabakkonzernen ans Leder will, und eine Gruppe von Kidnappern versucht Nick Naylor kalt zu machen. Als dann auch noch den «Captain» der Tabakindustrie das Zeitliche segnet, scheint Nick gänzlich allen Rückhalt zu verlieren. Doch wie so oft sucht er nun um so mehr nach der richtigen Strategie, um wieder auf die Beine zu kommen.

«Thank You For Smoking» entscheidet sich bewusst dafür, keine Pro- oder Contrastellung zum Rauchen einzunehmen. Stattdessen zeichnet der Film anhand des Sympathieträgers Nick das Bild einer ambivalenten Figur in einem komplizierten gesellschaftlichen Umfeld. Jason Reitman, Sohn des Regisseur und Produzenten Ivan ReitmanGhostbusters»), hat mit seinem ersten, satirischen Grossprojekt den Nagel voll auf den Kopf getroffen.

Der Streifen wird auf flinke, unterhaltsam witzige Art erzählt und ist mit vielen Star-Auftritten gewürzt (Robert Duvall, Katie Holmes, William H. Macy ). «Thank You for Smoking» ist bissig, intelligent gemacht und unterhält bestens - eine der wenigen Satiren Hollywoods, die ein grosses Publikum verdient hätten. Reinsetzen und sich amüsieren.

11.09.2006

4.5

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Kommentare

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dulik

vor 2 Jahren

Herrlich witzige und leichte Satire über das Bewerben des Tabakkonsums. Der Cast wurde passend gewählt und die 92 Minuten vergehen rasend schnell. Zwar nichts Tiefgründiges, was einem lange in Erinnerung bleibt, zum Nachdenken und Schmunzeln regt der Film aber definitiv an. Sehr empfehlenswert.
8/10Mehr anzeigen


oneadi

vor 12 Jahren

„ Thank You For Smoking“ ist eine satirische Komödie, die vor allem mit Wortwitz arbeitet und enthält keines Falls noch unnötige nebenbei Action- oder Schnulzeszenen.
Was aber eindeutig für köstliche Amüsierung sorgt ist der eher unbekannte Aaron Eckhart.
Er verkörpert schon beinahe genial den gerissenen Nick Naylor. Auch die Nebenrollen sind bestens besetzt, ausser vielleicht die Rolle der jungen Zeitungsreporterin. Katie Holmes wirkt etwas blass und man hätte sicherlich eine passendere Schauspielerin finden können.

Die perfekte Inszenierung der Schauspieler, sowie die zahlreichen witzigen Szenen und ausgeklügelten Einzelheiten fügen sich zu einer ganzen Komödie zusammen die einfach gute Unterhaltung bietet, ohne richtigen Tiefgang zuhaben. Leider will der Regisseur niemanden mit den etlichen Giftpfeilen die er ausschiesst verletzten. Weder Tabakindustrien, noch ihre Gegner. Wer also eine bitterböse Komödie erwartet würde wohl ein wenig enttäuscht sein.
Trotzdem sorgt „ Thank You For Smoking“ für beste Unterhaltung.Mehr anzeigen


Gelöschter Nutzer

vor 13 Jahren

... dass wussten wir schon vor diesem Film. Doch ich hätte nicht gedacht das es möglich ist das Thema so locker anzugehen und das ganze so geschickt in eine fiese und genial lustige Satire zu verpacken. Wirklich super!


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