Robots USA 2005 – 91min.

Filmkritik

Rettet die Retroboter!

Filmkritik: Simon Kern

Mit ihrer neuen Animationskomödie "Robots" entführen die kreativen Köpfe hinter "Ice Age" ein eher junges Publikum in eine fantastisch ausgestaltete Roboterwelt. Nicht mit der visuellen Pracht mithalten kann die Geschichte, die ihrem Motiv sinnvoller Wiederverwertung allzu getreu mit Neuem geizt. Die deutsche Nachsynchronisation irritiert derweil mit Erich Vock als sauglatt schweizelndem Robo-Tycoon.

Am Anfang ist schieres Staunen. Seine besten Minuten sind "Robots" erste, da wir rasant in eine einzig von Robotern bevölkerte Welt eintauchen, die dermassen reich an kleinsten Pointen und Details ist, dass man sich eine Zeitlupe wünscht. So wird der Kundschaft beim Coiffeur die Frisur nicht geschnitten, sondern geschliffen - während vor dem Salon Aufziehtauben Körner picken. Eine in sich stimmige, im besten Sinne originelle Welt haben sich die Regisseure Chris Wedge und Carlos Saldanha da ausgedacht.

Eine wunderbar hübsche noch dazu, die sich mit ihrem überbordend farbenfrohen Design nicht an handelsüblicher Science-Fiction orientiert, sondern vielmehr pfiffig vom Retro-Look von Alltagsgegenständen aus den Fünfzigern inspiriert ist. Jede einzelne der mannigfaltigen Figuren wurde mit einem Einfallsreichtum erschaffen, das jenem der Platzhirsche aus dem Hause Pixar ("The Incredibles") in nichts nachsteht.

Ähnlich Überschwängliches lässt sich indes von der etwas platten Handlung nicht berichten, die von einem kleinen Roboter in einem darwinistischen Verdrängungskampf unter Maschinen handelt. Als der junge Erfinder Rodney (deutsche Synchronstimme: Philipp Moog) in der Fabrik von Robot City anheuern will, muss er feststellen, dass seine Handfertigkeit nicht erwünscht ist. Der fiese Fabrikmanager Ratchet (Oliver Kalkofe) hat Ersatzteile per se abgeschafft, um Otto Normalroboter teure "Updates" andrehen zu können und minderwertige Artgenossen brutal zu entsorgen. Mit seiner Zufallsbekanntschaft Fender (Michael "Bully" Herbig) macht Rodney sich auf, den eigentlichen Besitzer der Fabrik zu konfrontieren, den gutmütigen Bigweld (Erich Vock).

Die für eine Robo-Story seltsam rückwärtsgewandte Geschichte um den Wert des Althergebrachten wirkt zu ihrem Unglück selbst abgenutzt. Gespickt ist sie mit einem wahren Dauerfeuer an Gags, von denen sich jedoch so viele als Blindgänger erweisen, dass die ganze Witzelei letztlich lästig aufdringlich gerät. Selbiges ist auch von der wohl unumgänglichen deutschen Nachsynchronisierung mit allerlei Stars zu sagen, bei der uns Erich Vock mit dümmlich überzogenem Schweizer Akzent besonders lästig fällt.

19.02.2021

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Kommentare

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yabs

vor 15 Jahren

Eingentlich finde ich Robots einfach cool.


jeyna

vor 16 Jahren

den tag vergess ich nicht, war ganz spontan und wir wussten nicht mal was wir uns ansehen wollen, einfach tixs für robots gekauft und mehr als positiv überrascht! sehr schöner film. tolle animationen und einfach nur symphatisch. nicht nur für kinder sondern auch für alle jung gebliebenen.:)Mehr anzeigen


sergeb

vor 17 Jahren

keine einzige Minute, in der nichts läuft


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