News11. Januar 2018

Drei Gründe, wieso Gary Oldman den Golden Globe als bester Hauptdarsteller verdient hat

Drei Gründe, wieso Gary Oldman den Golden Globe als bester Hauptdarsteller verdient hat
© Universal Pictures

In «Darkest Hour» schlüpft Gary Oldman (Sirius Black in «Harry Potter») in die Rolle des legendären britischen Premierministers Winston Churchill – für seine herausragende Leistung wurde der Schauspieler nun mit einem Golden Globe geehrt. Wir präsentieren euch drei Gründe, wieso der Brite die goldene Kugel redlich verdient hat.



1. Oldmans Churchill stellt seine Vorgänger in den Schatten

Darkest Hour hebt sich nicht nur als Kriegsfilm deutlich ab, sondern wirkt auch als Film über Winston Churchill überraschend frisch: Nie zuvor ist der Staatsmann als solch witziger Zeitgenosse portraitiert worden, obschon gemeinhin bekannt ist, dass der Brite weder durch gute Umgangsformen zu glänzen pflegte, noch für irgendjemanden ein Blatt vor den Mund nahm. So tritt uns dann auch in Darkest Hour ein Churchill entgegen, der einen Witz nach dem anderen reisst und den Film durch seinen Humor auflockert, ohne aber von der Ernsthaftigkeit der Kriegsthematik abzulenken oder diese gar ins Lächerliche zu ziehen.

Dass diese Gratwanderung zwischen packender Dramatik und Humor gelingt, ist vor allem Gary Oldman zu verdanken, der es mühelos schafft, einerseits den unbeugsamen Strategen und Rhetoriker, andererseits den schrulligen Querdenker und Exzentriker zu geben und uns damit einen Menschen präsentiert, der zwar Geschichte schreibt, gleichzeitig aber voller menschlicher Schwächen und Selbstzweifel ist. Der ehemalige Sirius Black-Darsteller sorgt durch sein facettenreiches Schauspiel somit für das gewisse Etwas, das Darkest Hour aus der Masse der Kriegsfilme herausstechen lässt.

Zwischen herrischem Staatsmann und liebevollem Exzentriker: Gary Oldman in «Die dunkelste Stunde». © FOCUS FEATURES LLC.

2. Er nahm während der Dreharbeiten zahlreiche Strapazen auf sich

Nach reichlicher Überlegung gestand sich Gary Oldman ein, dass er für die Rolle des deutlich korpulenteren Premierministers in seinem Alter aus Gesundheitsgründen keine dreissig Kilo zunehmen könnte. Die Lösung: Um ihn optisch dicker zu mogeln, wurde der Brite mit Prothesen ausgestattet, welche alles in allem die Hälfte seines Eigengewichts auf die Wage brachten – eine alles andere als angenehme Alternative. Sein typischer Drehtag war eigenen Aussagen zufolge hart, aber sehr bereichernd und setzte sich aus vier Stunden Maske, zwölf Stunden Dreharbeiten und einer einstündigen Abschminkprozedur zusammen.

Ob Gary Oldman bei all diesen Strapazen die Awardsaison schon im Hinterkopf hatte? Fest steht, dass der Schauspieler in seiner Rolle als Winston Churchill alles gegeben und für Joe Wrights Filmdrama schliesslich dennoch seine Gesundheit aufs Spiel gesetzt hat: Um den passionierten Zigarren-Raucher glaubhaft darstellen zu können, war Oldman gezwungen, während der Dreharbeiten eine Zigarre nach der anderen zu rauchen. Der Film brachte ihm daher nicht nur einen Golden Globe, sondern auch eine starke Nikotinvergiftung ein.

Umfrage 32

Nicht nur Gary Oldman, sondern auch zahlreiche andere Schauspieler und Schauspielerinnen mussten für bestimmte Rollen ziemlich grosse Opfer bringen. Welches hat euch am meisten beeindruckt?

Vier Stunden in der Maske: Eine Transformation, die sich gelohnt hat. © Getty Images/FOCUS FEATURES LLC.

3. In weiser Voraussicht war für ihn nur das Beste gut genug

Ganz nach Churchills Ausspruch: «My taste is simple, I am easily satisfied with the very best», war sich Oldman sicher – er wollte die Rolle des exzentrischen Politikers nur unter der Bedingung annehmen, dass der aus seiner Sicht Beste der Besten durch Make-Up und Prothesen für ein überzeugendes Aussehen sorgen würde. Namentlich Special Make-Up Effects Artist Kazuhiro Tsuji, der sich aus dem Filmbusiness zurückziehen und anderweitig künstlerisch tätig sein wollte, für dieses Drama allerdings ein weiteres Mal aus der Reserve zu locken war.

Der mehrfach für einen Oscar nominierte Künstler wirkte für zahlreiche Filme wie Planet der Affen oder Hellboy mit und verwandelte Angelina Jolie in Salt in einen Mann. Wenn also jemand als Make-Up-Meister für Darkest Hour in Frage kam, dann Kazuhiro, dessen Arbeit von Gary Oldman schliesslich in seiner Siegesansprache an der Golden-Globe-Verleihung geehrt wurde. Ganze 63 vierstündige Make-Up-Sessions liess der Schauspieler über sich ergehen, und somit ist es letztendlich sowohl seiner Geduld als auch derjenigen des gesamten Make-Up-Teams zu verdanken, dass der britische Staatsmann auch einen optisch überzeugenden Auftritt in Darkest Hour hinlegt.

Weiss was er will: Für seine Bestimmtheit wurde Oldman mit einem Golden Globe belohnt. © FOCUS FEATURES LLC.

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