Artikel25. Mai 2018

Blockbuster bunt auf weiss: Diese 7 Filme basieren auf Comics

Blockbuster bunt auf weiss: Diese 7 Filme basieren auf Comics
© IMDB

Jeder kennt sie, die halbe Weltbevölkerung liebt sie: Super- und Antihelden wie Spiderman, Batman, Hulk oder Deadpool entstammen allesamt Comics. Hättest du aber gewusst, dass es sich bei den folgenden 7 Filmen ebenso um Werke mit Comic-Ursprung handelt? Wir verraten euch, welche Streifen das sind, inwiefern sie sich vom Comic unterscheiden, und warum sich der Stoff zum Blockbuster-Material mauserte.

1. Die Maske (1994)

Während die Comic-Verfilmung der Geschichte um die Maske das Ursprungsmaterial in den 90ern mit dem aufstrebenden Comedian Jim Carrey in eine sehr viel komödiantischere Richtung lenkte... Waren gewaltreiche Szenen im Horror-Comic um den grünen Unruhestifter keine Seltenheit. Der Sprung vom Horror zur Komödie war mutig, zahlte sich aber allemal aus: Mit Carrey in der Hauptrolle konnte die Maske auf Grossleinwand nichts mehr stoppen.

Darum geht's:

Der schmächtige Bankangestellte Stanley Ipkiss (Jim Carrey) hat es nicht leicht beim anderen Geschlecht. Als er eine ominöse Holzmaske aus einem Fluss fischt, ändert sich sein Leben aber schlagartig: Durch die Maske verwandelt er sich in eine grünköpfige Comicfigur und wird vom Spiessbürger zum grimassenschneidenden, exzentrischen Superhelden, der sich kurzerhand vornimmt, der Kriminalität in der Stadt ein Ende zu bereiten. Als der skrupellose Gangsterboss Dorian Tyrell (Peter Greene) aber schliesslich von der Maske Wind kriegt, versucht er, sie um jeden Preis in seinen Besitz zu bringen.

Der Ursprung:

Dark Horse Comics' erster Band um die unheilvolle Maske kam 1982 auf den Markt. Über 15 Jahre später war der grüne Unruhestifter schliesslich in «Die Maske» auf Grossleinwand zu sehen. Sowohl in der Comic-Fassung, in der die Maske aus Jade besteht und käuflich erworben wird, als auch in der Komödie, in der sie hölzern ist und aus einem Fluss geborgen wird, gerät sie in den Besitz von Stanley Ipkiss. Während sie im wesentlich düstereren Comic mit Horrorelementen wie ein besitzergreifender Geist wirkt, macht die Maske in der Filmfassung eher den Anschein, ein durchgeknalltes, schillerndes Alter Ego zu sein, das einzig und allein durch Jim Carrey zu dem werden konnte, was es heute ist.

2. The Addams Family (1991)

Gewöhnliches ist Gomez (Raúl Juliá) und Morticia Addams (Anjelica Huston) zuwider. Der morbide Sinn für Humor und die Figuren sind – zur Zufriedenheit einer grossen Fangemeinschaft der Addams Family – ausgesprochen stark an das Originalmaterial angelehnt… Morticia wie sie leibt und lebt: «Oh, ich kann am Freitag nicht kommen – Ich habe noch so viele Dinge zu erledigen. Du weisst ja: Es ist der Dreizehnte.»

Darum geht's:

Onkel Fester, der Bruder von Familienoberhaupt Gomez (Raúl Juliá), ist bereits seit Jahren verschwunden. Als eines Tages der verdächtige Gordon Craven (Christopher Allen Lloyd) auftaucht, der sich als Fester ausgibt, aber kaum etwas über die Familie zu wissen scheint, ist Chaos vorprogrammiert: Sein Plan, die Addams Familie um ihr Vermögen zu bringen, scheint zunächst aufzugehen – wenn es da nur nicht so viele unheimliche Ähnlichkeiten zwischen ihm und seinen Opfern gäbe...

Der Ursprung:

Die Addams Family ist alles, was das Ideal der durch und durch perfekten «American Family» nicht ist: Exzentrisch, mit grosser Freude am Makaberen und Grotesken, liebenswürdig-schräg und obendrauf eine der wohl bekanntesten Filmfamilien aller Zeiten. Bis heute haben sie Auftritte in Büchern, Filmen, Musicals und sogar in Videospielen. So aussergewöhnlich die schrille Familie auch sein mag, so gewöhnlich ist jedoch ihr Ursprung: Ihren ersten Auftritt hatten Morticia, Gomez, Pugsley, Wednesday und Co. im amerikanischen Magazin «The New Yorker», das neben Reportagen, Kritiken, Essays und Satire auch Comics Platz bietet.

Die von ihrem Namensvetter und Zeichner Charles Addams ins Leben gerufene Famile erfreut sich bereits seit den 1930ern grösster Beliebtheit. Ab 1964 flimmerten filmische Umsetzungen der 1-Panel-Comics in Form der Fernsehserie «The Addams Family» über die heimischen Bildschirme und 1991 schaffte die schräge Familie den Sprung auf die Grossleinwand schliesslich mit dem gleichnamigen, über eineinhalbstündigen Spielfilm.

2. V wie Vendetta (2005)

V in «V wie Vendetta» sieht seiner Comic-Vorlage… zum verwechseln ähnlich.

Darum geht's:

«V wie Vendetta» erzählt die Geschichte von Evey Hammond (Natalie Portman), die eine entscheidende Rolle bei der Stürzung einer faschistischen Regierung im totalitären Britannien der Zukunft spielt. Nachdem sie aus einer lebensbedrochlichen Situation von einem maskierten, anarchistischen Mann (Hugo Weaving) gerettet wird, der sich selbst V nennt, erfährt sie von seiner Vergangenheit und entscheidet sich nach einer Weile, ihm dabei zu helfen, jene zu stürzen, die dafür verantwortlich sind, dass Britannien zu einer untragbaren Dystopie geworden ist.

Der Ursprung:

«V wie Vendeta» basiert zwar auf der zwischen 1988 und 1989 veröffentlichten gleichnamigen Comic-Serie, weicht aber in mehreren Punkten von dieser ab: Während die Handlung der Comic-Serie in den 90er-Jahren spielt, versetzten die Macher des Blockbusters das Geschehen in ein futuristisches London in den 2020ern und -30ern. Auch die Geschichte des Protagonisten V gestaltet sich im Film deutlich dramatischer: Hinter der Maske verbirgt V sein vom Feuer verunstaltetes Gesicht.

Alan Moore, der Autor des britischen Kult-Comics, hat sich mehrfach von Verfilmungen seiner Stoffe distanziert. «V wie Vendetta» stellt in diesem Punkt keine Ausnahme dar: Während Moore in seiner Comic-Serie seiner Abneigung gegen die damalige Thatcher-Regierung Ausdruck verliehen und eine Fabel über Anarchie und Faschismus erschaffen hat, wurde der Konflikt dieser beiden Pole im Film durch einen Gegensatz zwischen gegenwärtigem amerikanischen Liberalismus und Neo-Konservatismus ersetzt und somit eine stark vom Originalmaterial entfremdete Geschichte auf Grossleinwand gebracht.

4. Die Krähe (1994)

Schauspieler Brandon Lee liess für seine Rolle als Eric Draven sein Leben: Während der Todesszene im Film wurde der Sohn von Bruce Lee, der geplant hatte, seine damalige Verlobte Eliza Hutton nach Drehschluss zu heiraten, bei einem Unfall erschossen. Die Szene wurde im Anschluss neu geschrieben und ein weiteres Mal mit einem Körperdouble nachgedreht. Nicht weniger erschütternd ist der Ursprung der Comic-Vorlage: Künstler James O’Barr schuf dieses Werk, um einen schrecklichen Schicksalsschlag verarbeiten zu können.

Darum geht's:

In der Nacht vor Halloween herrscht in Detroit der Ausnahmezustand: Die Banden der Stadt treiben ihr Unwesen und vergreifen sich schliesslich auch an Musiker Eric (Brandon Lee) und seiner Verlobten Shelly (Sofia Shinas). Die Ermordung der beiden geht dermassen grausam vonstatten, dass eine alte Legende, nach der eine Krähe einen Toten als unverwundbaren Rächer wieder in die Welt der Lebenden zurückholen kann, Wirklichkeit wird. Eric weilt als Racheengel wieder unter den Lebenden, um jene heimzusuchen, die ein Jahr zuvor die grauenhaften Morde begangen haben.

Der Ursprung:

Der Kult-Film «Die Krähe» hat auf tragische Art und Weise Filmgeschichte geschrieben, denn Brandon Lee, der den Musiker Eric verkörperte, und im Film umgebracht wird, hat sein eigenes Leben während eines tragischen Unfalls am Set verloren. Doch das ist noch nicht alles: Der Comic, auf dem die Krähe basiert, stammt aus der Feder des begnadeten James O’Barr, der dieses Werk geschaffen hat, um den Tod seiner damaligen Freundin zu verarbeiten, die bei einem Autounfall mit einem betrunkenen Fahrer ums Leben kam.

Wie so oft ist die Comic-Buchvorlage mit einem wahlweise mordenden und in Selbstmitleid versinkenden Eric Draven wesentlich düsterer als der Film. Fans des Stoffs von O’Barr dürfen sich freuen: 2019 soll eine erneute Verfilmung seines 1989 erschienenen Comics in die Kinos kommen, welche über eine Dekade lang in der Entwicklung steckte und stärker am Originalmaterial angelehnt sein wird als «Die Krähe» aus dem Jahr 1994.

5. Wanted (2008)

Hier wurde Whitewashing betrieben: Angelina Jolie ist in «Wanted» in der Rolle der mysteriösen Fox zu sehen. Ein Blick auf die Comicvorlage macht deutlich, wieso diese Filmfigur ausgerechnet einen solchen Namen trägt… Unglaublich aber wahr: So sieht Fox in der limitierten Comic-Serie aus – und das ist bei weitem nicht der einzige Unterschied zur Vorlage des Actionstreifens. Ob alle Änderungen nötig waren, darüber liesse sich streiten. Fakt ist: Der Comic bewegt sich in diesem Fall viel deutlicher auf einer Si-Fi- und Fantasy-Schiene, als es der Film tut.

Darum geht's

Die mysteriöse Fox (Angelina Jolie) tritt unvermittelt in das Leben des schüchternen Buchhalters Wesley (James McAvoy) und führt ihn in die Bruderschaft ein, einem geheimen und vom enigmatischen Sloan (Morgan Freeman) angeführten Orden. Es scheint so, dass Wesleys lange verschollener Vater, der als Auftragsmörder tätig war, während eines Auftrags für die Bruderschaft getötet worden ist. Nun liegt es am zurückhaltenden Buchhalter, seinen Tod zu rächen. Davor aber muss er die dunklen Geheimnisse der Bruderschaft lüften, und ergründen, worin sein eigenes Schicksal besteht.

Der Ursprung:

Als der rasante Actionfilm «Wanted» in die Kinos kam, wussten die wenigsten, dass der Streifen auf einer Comic-Serie basiert. Die grosse Mehrheit des Publikums hielt die Welt der Ausftragskiller, in der die Laufbahn von Geschossen auf drastische Art und Weise gekrümmt werden konnte, für eine originelle Idee aus Hollywood.

In Tat und Wahrheit liegt der Ursprung des Streifens in der sechsteiligen, gleichnamigen und im Jahr 2003 erschienenen Comic-Serie von Mark Millar. Während sich die Film-Version des Stoffs grösstenteils auf die Idee einer Assassinen-Gruppe mit speziellen Fähigkeiten verbeisst, treten im Comic auch zahlreiche Aliens, Klone, Superhelden und interdimensionale Lebewesen auf, die in verschiedenen Assassinengruppen rund um den Globus tätig sind.

6. Men in Black (1997)

Tommy Lee Jones und Will Smith brachten Komik in die Geschichte der «Men in Black». Als Alien ohne Aufenthaltsbewilligung ist mit diesen beiden aber nicht zu spassen. Das Konzept des Films basiert auf der Comic-Serie «Men in Black», die Verschwörungstheorien über schwarzgekleidete Agenten im Dienst amerikanischer Regierungsbehörden parodiert. Der aussergewöhnliche Erfolg des «Men in Black»-Film-Franchises hatte schliesslich zur Folge, dass Will Smith und Tommy Lee Jones höchstpersönlich als Comic-Helden auftreten konnten – so schloss sich der Kreis.

Darum geht's:

Sie sind das am strengsten gehütete Geheimnis des Universums: Die Men in Black K (Tommy Lee Jones) und J (Will Smith), die sich um Aufenthaltsbewilligungen für Ausserirdische auf der Erde kümmern und illegal eingewanderte Aliens abschieben oder eliminieren. Es liegt an ihnen, eine illegal auf der Erde gelandete, bösartige und hochintelligenten Schabe zu erledigen, die auf der Suche nach einer Mini-Galaxie und Super-Energiequelle ist und sich in der Hauthülle eines Menschen versteckt hat.

Der Ursprung:

«Men in Black» wurde zu einem gefeierten Film-Franchise und für Will Smith und Tommy Lee Jones zu einem Riesenerfolg. Zwei weitere Blockbuster setzten den ersten Film um die Männer in Schwarz fort, und 2019 soll die «Men in Black»-Filmreihe mit Hauptdarsteller Chris Hemsworth in eine vierte Runde gehen.

Zum ersten Mal waren die Men in Black bereits 1990 zu sehen. Dann nämlich veröffentlichte Airsell Comics den ersten «Men in Black»-Comic, der um einiges düsterer als die Filme ist, und in dem J und K sich nicht nur mit Aliens, sondern mit einer ganzen Palette von paranormalen Ereignissen und Kreaturen herumschlagen.

Fun Fact: Malibu Comics kaufte Airsell Comics auf und nur wenig später verleibte sich Marvel Comics im Jahr 1994 Malibu Comics ein. Das Film-Franchise um die Männer in Schwarz könnte daher sogar als einer der grössten Hits der Marvel-Comic-Schmiede in der Filmindustrie bezeichnet werden.

7. A History of Violence (2005)

Der Film: Carl Fogarty (Ed Harris) hat es In «A History of Violence» auf Tom Stall (Viggo Mortensen) abgesehen. Sein unverkennbares Erkennungsmerkmal ist ein entstelltes Auge, für das er Tom verantwortlich macht. In der Vorlage des Filmdramas ist Carl Fogartys anderes Auge verletzt worden.

Darum geht's:

Tom Stall (Viggo Mortensen) führt zusammen mit seiner Familie ein friedliches Dasein in einer Kleinstadt. Als zwei Profikiller in seinem Coffeeshop auftauchen und ihn bedrohen, streckt er die beiden nieder. Infolgedessen stürzen sich die Medien auf Tom und feiern ihn als Helden. Doch durch seine neu erlangte Bekanntheit werden nicht nur wohlwollende Menschen angelockt ...

Der Ursprung:

Das zweifach oscarnominierte Filmdrama «A History of Violence» des legendären Horror-Regisseurs David Cronenberg basiert auf der gleichnamigen, 1997 erschienenen Graphic Novel von John Wagner und Vince Locke, welche abgesehen von John Wagners «Judge Dredd» Graphic Novel, die ebenfalls den Sprung auf Grossleinwand geschafft hat, ihr bisher grösster Erfolg ist.

Der Film ist stark an die Graphic Novel angelehnt, nimmt sich aber sowohl bei seinem Ende und seinen Figuren als auch den Schauplätzen einige Freiheiten. Deutlich wird, dass die illustrierte Vorlage des Films mit einem sehr viel höheren Mass an Gewalttätigkeit daherkommt, während der Film sich etwas softer präsentiert, die Folgen einer ewigen Gewaltspirale aber dennoch schonungslos wiedergibt und somit als originalgetreue Adaption eine alles andere als weichgespühlte Fassung des Quellenmaterials darstellt.

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