Saw X Mexiko, USA 2023 – 118min.

Filmkritik

Wir möchten kein Spiel spielen

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

«Saw X» führt uns fast an den Anfang zurück. Der Film spielt nach dem ersten Teil, aber vor allen folgenden. Im Fokus steht John Kramer, der um sein Leben kämpft, aber letztens keine Chance hat – so wie seine Opfer.

John Kramer ist todkrank, ihm bleiben nur wenige Monate. Eines Tages hört er von einer neuen, nicht zugelassenen Heilmethode, und fährt dafür extra nach Mexiko. Die Behandlung ist teuer, man verspricht ihm jedoch ein neues Leben. Es dauert nicht lange, bis er merkt, dass er von BetrügerInnen übers Ohr gehauen wurde. Kramer beschließt, dass jeder, der dazu beigetragen hat, bezahlen muss. Nach und nach bringt er alle MissetäterInnen in seine Gewalt. Sie alle müssen ein Spiel spielen – und nur, wenn sie es erfolgreich beenden, haben sie die Chance weiterzuleben.

«Saw X» ist kein Neubeginn der Reihe, sondern ordnet sich sogar sehr früh ein, direkt nach dem ersten und vor dem zweiten Teil. Entsprechend sind fast 20 Jahre vergangen, die man den beiden Hauptdarstellern Tobin Bell und Shawnee Smith auch anmerkt – bei ihm funktioniert es zumindest noch, weil seine Figur John Kramer ohnehin todkrank aussehen soll.

Der Fokus auf John Kramer ist durchaus interessant, aber es wird zu wenig daraus gemacht. Tatsächlich fehlen dem Film auch die typischen Überraschungen der Reihe. Das, was hier als Twist durchgeht, zaubert höchstens ein müdes Lächeln aufs Gesicht. Der Film hat nichts zu sagen, er baut die Mythologie der Reihe nicht nennenswert aus, er ist kein Neustart, sondern im Grunde nur Service für die Fans, die mehr vom Gleichen geboten bekommen. Das heißt, die Fallen sind natürlich wieder fies und grauenhaft, aber auch da hat man in der Reihe schon Besseres gesehen.

Zudem leidet der Film darunter, dass die Handlung ohne Zufall gar nicht funktioniert hätte. Was auch immer hier als Plan propagiert wird, ist keiner. Es ist die reine Zufälligkeit, die am Ende zum Erfolg führt. Das mag bei anderen Teilen auch so gewesen sein, hier fällt es aber eklatant auf, weil «Saw X» versucht, sich nicht nur über die blutigen Effekte zu definieren, sondern ein Thriller wie das Original sein möchte. Aber er ist es nicht. Der Film ist im besten Fall solide, letzten Endes aber enttäuschend, wenn man sich mehr als den üblichen Splatter erhofft.

29.11.2023

3

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Kommentare

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dulik

vor 2 Monaten

In "Saw X" erleben wir den Serienmörder "John Kramer" erstmals als Protagonisten. Weil Tobin Bell der Figur seinen unverkennbaren Charakter verleiht, funktioniert dies sehr gut. Der Streifen erinnert tatsächlich weitgehend an die ersten paar Filme der Reihe. Es gibt wieder viele brutale Fallen und den ein oder anderen (nicht ganz unvorhersehbaren) Twist.
7/10Mehr anzeigen


CineMani

vor 2 Monaten

Wenn sich das «Saw»-Team am Thema Krebs «vergreift», dann entsteht «Saw X». Nach einem überraschend einnehmendem Filmbeginn mit Fokus auf John Kramer (stark wie eh und je: Tobin Bell) verkommt dieses Halb-Prequel immer mehr zur Blutorgie mit Szenen an der Grenze des Ertragbaren (Stichwort: Gigli-Säge). Hardcore-Fans dürfte dies nicht stören. Ganz im Gegenteil!Mehr anzeigen


maennele

vor 2 Monaten

„Life coach“! Hahaha 😂😂😂!


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