CH.FILM

Hotel Sinestra Niederlande, Schweiz 2022 – 85min.

Filmkritik

Vorweihnachtsgaudi im Spukhotel

Irene Genhart
Filmkritik: Irene Genhart

Der unbedachte Wunsch eines Mädchens lässt in einem Schweizer Berghotel kurz vor Weihnachten alle Erwachsene verschwinden. Der von Michiel ten Horn mit leichter Hand inszenierte Film startet im Rausch kindlichen Übermuts und endet in der weisen Einsicht, dass ohne Eltern zu leben trist ist. Eine schauerlich-schöne «Schweizer» Kinderkomödie, gedreht von einem Holländer.

Die elfjährige Ava verbringt die Weihnachtstage mit ihren Eltern im Engadin. Weil sie ungezogen war, muss sie während dem Fackelumzug im Hotel bleiben. Sie beginnt das Haus zu erkunden und begegnet dabei einem kleinen Jungen, der ihr einen alten Brunnen zeigt und sagt, sie habe einen Wunsch frei. Am nächsten Morgen sind sämtliche Erwachsenen spurlos verschwunden. Die Kinder feiern die gewonnene Freiheit. Doch als das Essen knapp wird und der Strom ausfällt, beginnen sie ihre Eltern zu vermissen.

Berge, Schnee und ein altes Hotel. Ein freches Mädchen, ein geheimnisvoller Junge und eine Legende: Michiel ten Horns Film enthält alles, was eine gute Spukgeschichte ausmacht. Er spielt im Unterengadin und wurde im und ums 1912 erbaute Kurhaus Val Sinestra gedreht, über das seit einigen Jahrzehnten wilde Geistergeschichten kursieren.

In «Hotel Sinestra» wird die Legende aufgegriffen und bietet Boden für einen originellen Kinderfilm. Dieser verweist die auf die Geschichten von Peter Pan und Benjamin Button ebenso wie auf den kultigen Weihnachtsfilm «Kevin – Allein zu Haus». Er weckt zudem Erinnerungen an andere im Bündnerland spielende Schweizer Kinderfilme wie Xavier Kollers «Schellen-Ursuli» und Alain Gsponers «Heidi».

Dass die von Michiel ten Horn mit feinem Gespür für Kinder, viel Drive und der sympathischen Bobbie Mulder in der Rolle Avas inszenierte Komödie kein Schweizer Film, sondern ein schweizerisch-holländische Co-Produktion ist, springt einzig in der schweizerdeutsch synchronisierten Fassung etwas irritierend ins Auge.

05.12.2022

4

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Kommentare

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Taz

vor einem Monat

Herziger und harmloser Familienfilm, der für Kids sicher einiges zu Lachen bietet. Wer träumt nicht davon, mal ein ganzes Hotel für sich zu haben. Das ganze Drumherum mit dem Fluch ist eigentlich fast überflüssig. Am besten die Kids im Kino abgeben und in der Zwischenzeit gemütlich einen Glühwein trinken gehen.Mehr anzeigen


marzili4

vor einem Monat

Toller Kinderfilm mit schöner Bündner Kulisse.


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