Boss Baby - Schluss mit Kindergarten USA 2021 – 88min.

Filmkritik

Wer ist der Boss?

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Die Fortsetzung von Dreamworks erfolgreichem 2017 Film Boss Baby bietet viel schon Dagewesenes, was für einen Kindertrickfilm nicht unbedingt schlecht ist.

Vier Jahre, nachdem der erste Boss Baby Film weltweit über 500 Millionen Franken eingespielt hat, für einen Oscar nominiert wurde und eine vier-Staffeln-umspannende Netflix-Serie nach sich zog, kommt nun die Fortsetzung Boss Baby – Schluss mit Kindergarten in die Kinos.

Ted (englische Stimme Alec Baldwin, deutsche Klaus-Dieter Klebsch), das Boss Baby aus dem ersten Film, ist jetzt erwachsen und ist ein Donald Trump-ähnelnder Manager von Risikofonds. Er und sein Bruder, der Hausmann Tim (James Marsden, der Tobey Maguire ersetzt), sehen sich nur noch selten. Ted schickt seinen Nichten Tabitha (Ariana Greenblatt) und Tina (Amy Sedaris) zum Geburtstag und Weihnachten jeweils nur verschwenderische Geschenke, aber Tabitha, die superkluge Kindergärtnerin, will trotzdem so erfolgreich werden wie ihr Onkel. Wer Ted allerdings viel mehr ähnelt ist Tina, die, wie er, eine Agentin für BabyCorp ist, eine Firma, die Babynahrung herstellt, die Kleinkinder mit erwachsener Intelligenz ausstattet. Gemeinsam mit ihrem Vater und Onkel, die sie dank eines Zaubertranks in einer Babyflasche für 48 Stunden wieder in Kleinkinder verwandelt, muss Tina die Welt von Dr. Armstrong (Jeff Goldblum), dem Rektor von Tabithas Schule, retten.

Verwirrt? Wir sind es auch. Die Geschichte von Boss Baby – Schluss mit Kindergarten, dessen Vorgänger lose auf einem Bilderbuch von Marla Frazee basierte, ist chaotisch, mit einem Gag, der den nächsten jagt, damit die Eltern Schwindelgefühle kriegen und nicht realisieren, wie wenig Sinn der Film eigentlich macht. Regisseur Tom McGrath (Madagascar) kommt für den zweiten Boss Baby Film zurück, der die kleinsten Zuschauer mit einer bunten, zuckersüssen Bildsprache von seinem Mangel an Inhalt abgelenkt, die sich für Erwachsene aber schnell abnutzt.

Die Stärke von «Boss Baby – Schluss mit Kindergarten» liegt aber in seinen gekonnt und rasant inszenierten Action-Szenen. Es ist unterhaltsam, wie Ted und Tim sich zu den Klängen von Let’s Do The Time Warp Again aus dem Kultmusical The Rocky Horror Picture Show in Kleinkinder verwandeln und uns dabei einen Einblick in ihr Leben als Teenager bieten. Und wenn der 7-jährige Tom mit seiner Tochter Tabitha zum Soundtrack von Cat Stevens If You Want to Sing Out, Sing Out eine Unterhaltung zu Themen wie Kreativität und Sei doch dich selbst führt, wischt sich der eine oder andere Erwachsene eine Träne aus dem Augenwinkel.

Nicht jeder Trickfilm weist die Qualität von Toy Story 3 oder Prinzessin Mononoke auf. Aber der Slapstick-artige Humor des altklugen Babys im schwarzen Anzug, mit Krawatte und nur Windeln am Po, scheint Kindern zu gefallen. Und eine neue Mitschülerin, die nur als Creepy Girl identifiziert wird und das freche Pony Precious, eine Mischung aus Maximus aus dem Film Rapunzel – Neu verföhnt und dem Hengst Spirit, stehlen so ziemlich jede Szene, in der sie vorkommen.

21.10.2021

3

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Kommentare

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Taz

vor einem Monat

Der erste Teil war lustig, weil ein geschwätziges Baby als Geschäftsmann ungewöhnlich daherkam. Nun setzt man einfach einen obendrauf, wiederholt die Formel von damals und packt das ganze in eine seichte und kinderfreundliche Geschichte. Das wird zahm, anständig und emotionslos. Diesem Baby sind die Zähne jetzt schon gezogen worden!Mehr anzeigen


Chraebu58

vor einem Monat

Ganz schlechter fulm schafe für zeit und geld


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