The Comeback Trail Grossbritannien, USA 2020 – 104min.

Filmkritik

Robert De Niro, Morgan Freeman und Tommy Lee Jones: ein erfreuliches Comeback

Filmkritik: Walter Rohrbach

Eintauchen in das Hollywood der 70er-Jahre, mit viel Stil, einigem Humor und einer grossen Prise Nostalgie: Zwei gänzlich erfolglose Filmproduzenten versuchen nach einem grossen Flop an Geld zu kommen – ihr grandioser Plan soll aber ausgerechnet an einem abgehalfterten Cowboy scheitern.

Los Angeles im Jahr 1974: Robert De Niro mit Pornoschnauz, Derrickbrille und stylischer Mütze sitzt mit "Scrubs"-Star Zach Braff auf der Restaurantterasse und debattiert über den neuen von ihnen produzierten Film Namens «Killer Nuns». Es wird ein riesen Flop werden, soviel ist bereits in den ersten Sätzen ihrer Konversation erkennbar und lässt sich ebenfalls an dem Gebrüll der Nonnen und Priester von nebenan, die gegen den teuflischen Film demonstrieren, vorhersagen.

De Niro spielt den gealterten Filmproduzenten Max Barber, der mit seinem Neffen Walter Creason (Zach) von einem Grosserfolg träumt. Allerdings ist Max bereits in der Bredouille, da er dem Gangsterboss Reggie Fontaine (Morgan Freeman), das geliehene Geld für den gefloppten Film zurückzahlen muss. Bei einem Besuch auf einem Filmset, wo unglücklicherweise der Starschauspieler vom Gebäude stürzt als Walter ein Autorgramm von ihm haben will, kommt Max die glänzende Idee: Wieso nicht auch bei ihrem nächsten Film die Hauptrolle sterben zu lassen um nachher die Versicherungsprämie zu kassieren? Kurzerhand casten sie im Seniorenheim für Schauspieler den mehr als lebensmüden Actionheld Duke Montana (Tommy Lee Jones) für die Hauptrolle. Nachdem sie Montana für eine grosse Summe versichert haben, versucht Max ihn am Set mit fiesen Stuntmanipulationen um die Strecke zu bringen. Allerdings ist der betagte Filmstar noch um einiges härter als Chuck Norris, wie die folgenden dramatischen Szenen zeigen werden.

Bereits ab der ersten Einstellung zeigt sich das visuelle Flair, das sich über den ganzen Film halten wird: Die stylische Kleidung, die coolen Brillen und Autos, die Filterung der Bilder, alles erinnert an die 70er-Jahre und macht kräftig Spass. Wer aber ein Feuerwerk und ein fulminantes Comeback erwartet, wird sicher enttäuscht werden: die Witze sind ab und zu leider etwas flach geraten und der Plot ist nicht gerade der Kreativste. Dennoch gibt es einige gute Momente und die drei alten Haudegen De Niro, Lee Jones und Freeman sind, trotz ihres Alters, immer noch in der Lage eine eindrückliche Leinwandpräsenz zu bieten. Für alle Hollywood-Nostalgiker, die sich bereits in Tarantinos «Once Upon a Time in Hollywood» gerne in diese Zeit zurückversetzen liessen, werden auch bei diesem Streifen auf ihre Kosten kommen und mit einer guten Laune das 104-Minuten dauernde Wohlfühlkino verlassen.

25.05.2021

3.5

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Kommentare

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Chraebu58

vor 4 Monaten

WAs für eine lahme geschichte ist das den?


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