Jim Knopf und die Wilde 13 Deutschland 2020 – 110min.

Filmkritik

Ein phantasievolles Abenteuer

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Zwei Jahre nach dem ersten Teil präsentiert dasselbe Team mit Jim Knopf und die Wilde 13 auch die Adaption von Michael Endes zweitem Buch. Die Geschichte ist dabei episodenhafter aufgezogen, damit orientiert man sich aber eben auch an Endes erfolgreichem Kinderbuch.

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer gehen auf Reisen. Denn Lummerland braucht einen Leuchtturm – und da dachten die zwei an einen ganz speziellen Riesen. Doch die Reise wird turbulenter als erwartet: Die kleine Lokomotive Molly wird entführt, weshalb die Freunde alles daransetzen müssen, sie der Wilden 13, den schrecklichen Piraten der Meere, wieder abzujagen. Hilfe erhalten Jim und Lukas dabei von zahlreichen Freunden – neuen, sowie auch einigen alten.

Die bekannte Besetzung aus dem ersten Teil ist wieder mit dabei, aber auch inszenatorisch schliesst das Sequel direkt an das Original an und stellt sich als farbenprächtiger sowie phantasievoller Film vor, der die magische Welt von Lummerland sehr schön zum Leben erweckt. Lebende Lokomotiven, Meerjungfrauen (die nach dem Auftauchen nach Atem ringen), kleine und grosse Drachen und Piraten, die wie ein Ei dem anderen gleichen sind die Elemente dieses wilden Reigens, in dem Leerlauf niemals stattfindet.

Das mag gerade für jüngere Zuschauer aber auch etwas überfordernd sein, weil der Film mit fast zwei Stunden Laufzeit doch recht lang ist, eine Vielzahl von Figuren jongliert und die Geschichte so komplex gestaltet, dass man narrative Verbindungen erkennen muss. Gut möglich, dass der eine oder andere kleine Zuschauer da leicht überfordert ist. Etwas ältere Kinder können sich dann an der durchgehenden Aktion erfreuen, da sich bei Jim Knopf und die Wilde 13 immer etwas tut.

Ältere Zuschauer werden vor allem nostalgisch, wenn es um Jim Knopf und seine Abenteuer in Lummerland geht. Der Effekt zu sehen, wie das alles als Realfilm umgesetzt wird, hat sich nach dem ersten Teil aber natürlich abgenutzt. Entsprechend ist der Film zwar durchaus schön, für ein erwachsenes Publikum aber nicht immer voll und ganz einnehmend. Die episodische Struktur erscheint zu simpel gestrickt – und ist damit von der Wahrnehmung das Gegenteil dessen, was Kids hier wohl erleben.

Man merkt dem Film jedoch die Liebe zum Detail an. Er ist ein schönes, aufwendig gestaltetes Märchen, bei dem der multikulturelle Aspekt sehr schön zur Geltung gebracht wird und auf subtile Art und Weise eine Botschaft aussendet, die gerade bei jüngeren Zuschauern auf fruchtbaren Boden fallen wird. Alles in allem ein Film mit Schwächen, aber auch ganz vielen Stärken.

30.09.2020

3.5

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Kommentare

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Patrick

vor 16 Tagen

Bei der Ausstattung und den schönen bunten Landschafts Aufnahmen(die mit Special Effekts vermischt sind) kommt Kino Magie auf.Die Story ist Spassig & Actionreich.Durch die Episodenhafte Inszenierung konnte mich die Story nicht vollends packen,am besten wird’s erst als die Wilden 13 auftauchen die aber leider erst spät im Film auftauchen. Dennoch gibts von Mir 3.1/2 Sterne von 5.Mehr anzeigen

Zuletzt geändert vor 16 Tagen


thomasmarkus

vor 17 Tagen

Kam mir manchmal etwas gespielt vor. Mit dem Musikzitat der Augsburger Puppenkiste nostalgisch - fast hätt man gern gezogenen Fäden gesehen...


filmlove

vor 17 Tagen

schön!


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