I Still Believe USA 2020 – 116min.

Filmkritik

Lovesongs für Gott

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

I Still Believe ist ein so genanntes Faith Movie. Ein Film, in dem Gott eine wichtige Rolle spielt. Derartige Produktionen gibt es in den USA zuhauf, sie laufen im so genannten Bible Belt zumeist auch hervorragend, auch wenn sie im Rest der Welt belächelt werden. Diesem Film wird es nicht viel besser gehen, auch wenn die Geschichte wahr ist.

Jeremy verlässt seine Heimat Indiana und geht in Kalifornien aufs College. Der Songwriter und Sänger lernt dort Melissa kennen, in die er sich auf den ersten Blick verliebt. Sie sträubt sich erst ein wenig, lässt sich dann aber auf ein Date mit ihm ein – und auf die Liebe zu ihm. Doch das Schicksal meint es mit den beiden nicht gut. Melissa wird krank – das kann Jeremys Liebe jedoch nicht schmälern. Im Gegenteil, er will in jeder Sekunde bei ihr sein und Melissa beistehen, während sie auf Heilung hoffen. Für beide ist es eine Prüfung, der sie sich mit ihrem Glauben an Gott stellen.

Die Szene christlicher Filme und Musik ist eine, die in Europa nicht weithin bekannt ist. Darum ist Jeremy Camp trotz mehrerer Erfolgsalben und Nummer-1-Hits auch kein bekannter Name. Der Film basiert auf seinem Buch, in dem er sich mit der kurzen Zeit befasst, die er mit seiner ersten Frau hatte, aber auch zeigt, was danach kam. I Still Believe funktioniert dabei nach den typischen Elementen dieser Art von Melodram. Geschichten über Liebende, von denen einer todkrank ist, gibt es jedes Jahr zu sehen, wirklich neu ist daran nie etwas. Aber sie funktionieren aufgrund des intensiven Gefühls, das sie ausstrahlen. Das gilt auch für diesen Film, allerdings leidet er unter der starken religiösen Gewichtung.

Die mag im Mittelwesten der USA bestens funktionieren, ausserhalb dieser religiösen Wohlfühlzone tun sich derartige Streifen aber schwer. Das liegt vor allem daran, dass der ständige Bezug auf Gott, aber auch auf den eigenen Glauben fast schon grotesk wirkt. Oder anders gesagt: Die Dialoge sind so überzogen, dass sie karikiert anmuten. Ausser natürlich, man ist selbst gläubig, dann funktionieren sie sicherlich besser.

Bricht man den Film auf das reine Melodram herunter, dann funktioniert er durchaus, weil die beiden Hauptdarsteller K.J. Apa und Britt Robertson trotz eines deutlichen Altersunterschieds als verliebtes Paar sehr gut harmonieren. Dass die gemeinsame Chemie vorhanden ist, hat sich schon vor ein paar Jahren bei A Dog’s Purpose gezeigt. Ihnen ist es zu verdanken, dass es zumindest einige Momente gibt, die den Zuschauer auch dann erreichen, wenn er selbst nicht gläubig ist. Im Endeffekt ist I Still Believe aber die Art von Unterhaltung, die am besten funktioniert, wenn man selbst religiös veranlagt ist.

11.08.2020

2.5

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Kommentare

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cathline2

vor 5 Stunden

Emotionaler wunderschöner Film.


cathline2

vor 6 Stunden

Sehr emotional und wunderschön gemacht!


apple_apple

vor 11 Tagen

NICHT EMPFEHLENSWERT!!!
Den überhaupt schlechtesten liebes Film denn ich je gesehen habe. Grund dafür ist nicht nur der schlechte Inhalt, sondern die ganze Story dreht sich nur um Gott. Alles über Gott. Der Film ist so Christlich ausgerichtet das es mir schwer fiel, ihn nach der zweiten Hälfte weiter zu schauen. Ich hätte lieber gehen sollen, wie die zwei Frauen neben mir...Mehr anzeigen


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