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Wer sind wir? Schweiz 2019 – 97min.

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  • Meisterwerk
  • gut
  • Mittelmass
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  • miserabel

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21 User

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Kommentare

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Dryaden

vor 7 Tagen

Ein einfühlsamer hoch politischer Film. Zeigt Ausgrenzung und wie gesellschaftliche Öffnung unter extremen Umständen gelingen kann. Wieder ein Film von Edgar Hagen der den Schritt von Menschen vom Rand in die Mitte der Gesellschaft aufzeigt und dadurch gesellschaftliche Stigmas durchbricht. Dieser Film ist ermutigend und mitreisend.Mehr anzeigen


Nina

vor 21 Tagen

"Es ist eine Sprache der Augen..."
Ein vielleicht 10-jähriges Mädchen spricht im Film darüber, wie es Kontakt zu seinem schwer behinderten Mitschüler aufnimmt. Sie sagt, man müsse Vertrauen in den jeweiligen Menschen finden, um das zu können. Wenn die Gesellschaft sich nur ein kleines Stückchen von dem abschneiden würde, was dieses Mädchen verstanden hat, hätten wir viel gewonnen - nicht nur in der Begegnung mit Behinderten, sondern im täglichen Umgang miteinander. Beeindruckend, echt und nah. Gänsehaut pur. Hoffentlich ist der Film auch für "Laien" verständlich genug.Mehr anzeigen


AnneS

vor 21 Tagen

Der wunderbare Film von Edgar Hagen: „Wer sind wir“ führt uns mit eindrucksvollen, einfühlsamen und sprechenden Bildern und Dialogen zu einem zu tiefst menschlichen und uns alle betreffenden Thema. „Menschen begegnen einander. Wie lernen sie einander zu verstehen und vom anderen verstanden zu werden?“.
Die Zuschauer werden mitgenommen in die Welt der beiden Jugendlichen mit Behinderung, Helena und Jonas, deren Eltern und deren sozialem Umfeld. Wie entsteht Lebensqualität für Menschen, die sich schwer verständigen können, aber wie jeder Mensch das Bedürfnis haben nach verstanden werden?
Die Lebensqualität entsteht durch Menschen, die sich um adäquate Kommunikationsformen, um adäquate „Sprachen“ bemühen, damit Kommunikation gelingen kann.
Dieses Einlassen auf das Verstehen von Helena und Jonas verändert aber auch auf positive Weise die Menschen, die mit ihnen umgehen. Diese Menschen gewinnen ganz viel an eigener Kommunikationsfähigkeit, an Lebenserfahrung und Lebensreife.
Es ist zu wünschen, dass Menschen sich durch diesen Film neugierig und offen auf den Weg machen, gerade andersartigen Menschen zu begegnen und damit für sich und andere zur Lebensbereicherung werden.Mehr anzeigen


bi_ja

vor 22 Tagen

Wem es gelingt, sich in die Welt von Jonas und Helena mitnehmen zu lassen, wird von diesem Film berührt sein. Stellvertretend für die Auseinandersetzung mit der eigenen Existenz beschäftigt sich der Film mit Menschen, die im Alltag kaum nahbar erscheinen: Menschen mit komplexen Mehrfachbehinderungen, Autismus, Fremd- und Autoaggressionen.
Wer sich schon einmal mit diesem Personenenkreis beschäftigt hat, weiß, welch vorsichtige Annäherung und achtsame Begleitung es braucht, um es überhaupt möglich zu machen, Filmmaterial zu drehen. Die außergewöhnlich sensible Kamera, die den Protagonisten auf Augenhöhe begegnet, ermöglicht einen Film mit Menschen, die sich differenziert und vielschichtig mit menschlichen Daseinformen beschäftigen und stellvertretend für unsere Gesellschaft fragen "Wer sind wir?".Mehr anzeigen


fred_erick

vor 23 Tagen

Der Film "Wer sind wir" ist ein sehr feinfühliger Film, der es schafft, zum Nachdenken anzuregen. Man muss sich darauf einlassen.
Edgar Hagen schafft es meiner Meinung nach, nahe an die beiden Menschen heranzukommen und bildet dadurch auch die Realität gut ab. Er schreckt nicht davor zurück, die "Andersartigkeit" darzustellen und lässt Szenen für sich sprechen. Manch einer wird damit in bestimmten Szenen vielleicht seine Probleme haben. Die Kameraführung empfinde ich als sehr gelungen. Nach dem Film weiß ich mehr darüber Bescheid, wer die beiden sind, allerdings wären mehr Erklärungen für Außenstehende an manchen Stellen angebracht gewesen.Mehr anzeigen


Frank-A

vor 23 Tagen

Ein einfühlsamer Film, der mit ebenso schönen wie eindrücklichen Bildern die beiden Protagonisten begleitet.
Es ist Edgar Hagen beeindruckend gelungen, eine fesselnde Geschichte über ein komplexes Thema zu erzählen. Wer sich der Frage nach dem Umgang mit behinderten Menschen stellen möchte und bereit ist, auch etwas über das eigene Leben - die eigene "Normalität" - zu lernen, der sollte Helena und Jonas unbedingt in diesem Film erleben.Mehr anzeigen


Christian

vor 23 Tagen

Edgar Hagens Film ist sehr persönlich, sehr feinfühlig und wenn man sich auf den Film einlässt, wird man fasziniert sein. Es ist eine andere Welt, aber eben die Welt von Jonas und Helena und die Ihres Umfelds. Eine besondere Welt, mit der viele wenig - viel zu wenig - Berührung haben. So auch die Rezensentin. Wer sich jemals mit dem Thema Inklusion beschäftigt hat, wird den Film lieben. Wer jemals darüber nachgedacht hat, was mag in einem Menschen, der anders kommuniziert als es der "gesellschaftlichen Norm" entspricht, wohl vorgehen, wird den Film lieben. Der Film nimmt einen in einer sehr einfühlsamen Art und Weise mit und bringt uns dazu, selbst die Frage zu stellen, wer wir eigentlich sind!
Edgar Hagen schlägt auch den Bogen zu den großen Themen und existentiellen Fragen, die uns durch Helena und Jonas vor Augen geführt werden. Großes Kino!Mehr anzeigen


markus_weidmann

vor 23 Tagen

Der Film "Wer sind wir" ermöglicht es uns Zuschauerinnen und Zuschauern, unmittelbar, beruhend auf unserer eigenen Beobachtung und exakt soweit, wie wir es selber zulassen, nahe an Jonas und Helena und deren Welt heran zu treten. Unterstützt werden wir dabei mit Gedankenanstössen durch Expertinenn und Experten, mit dem Engagement und der Offenheit von Menschen, die in Institutionen (wie bspw. Leben in Vielfalt LIV, Basel) ihrer Arbeit nachgehen und nicht zuletzt durch viele ruhige Momente, die es uns erlauben unseren Gedanken freien Lauf zu lassen. Und damit gibt Edgar Hagens Film uns, denen die meinen im Zentrum zu stehen und über die am Rand urteilen und entscheiden zu können, die Möglichkeit, uns selber zu fragen "Wer sind wir?". Die Antwort darauf überlassen alle Beteiligten uns und ermöglichen uns damit das, was sie sich von uns erhoffen: Autonomie im Denken und Sein. Und das ist meiner Meinung nach die grösste Qualität dieses Films.Mehr anzeigen


PeterLankenau

vor 23 Tagen

Zur Kritik von Irene Genhart zum Film „Wer sind wir!“
Ich schreibe diesen Kommentar aus zweierlei Motivation: Zum ersten aus der langjährigen Erfahrung eines pensionierten Schulleiters an einer Sekundarschule in Bremen, die bereits 1992 mit der Einbindung schwer-mehrfachbehinderter Kinder in den Regelunterricht begann und zweitens aus der Begegnung mit dem Regisseur und seinem Film anlässlich der IDFA, dem Internationalen Dokumentarfilm Festival in Amsterdam, im November 2019.
Zum ersten Punkt schließe ich mich der Meinung von Prof. Georg Feuser, der zu meiner aktiven Zeit an der Uni Bremen der unumstrittene Experte für inklusiven Unterricht war und der mir, nachdem er den Streifen gesehen hatte, persönlich mitteilte: „Mein Eindruck ist, kurz gefasst, überwältigend. Die Arbeit von Herrn Hagen zeichnet sich gegenüber den mir bekannten Filmen wirklich hochrangig aus.“ Dem konnte ich schon derzeit voll inhaltlich zustimmen und denke, dass dieser Aspekt in einer kritischen Betrachtung seinen Stellenwert haben sollte.
In der persönlichen Begegnung mit Herrn Hagen wurde mir deutlich, dass es ihm nicht darum geht, die sicher von vielen so empfundene Leidensgeschichten von Helena und Jonas zu thematisieren, also einen Film über Behinderung zu drehen, sondern vielmehr darauf fokussiert war, aufzuzeigen, wie deren Umgebung in der Schule, zu Hause oder in der Wohngruppe auf die Situation reagiert und wie sie mit den beiden kommunizieren. Hier wird nicht mit Mitleid operiert, sondern gezeigt, dass
Inklusion keine Einbahnstraße für die „armen Behinderten“ ist. Sie ist vielmehr ein Weg, wie gesellschaftliche Vorbehalte gegenüber Behinderten – und insbesondere gegenüber behinderten Kindern - in einem Maße abgebaut werden, wie es sonst nur schwer möglich wäre. Besser als Jonas Lehrerin Inklusion beschreibt: „als Stein, der dazu führt, dass Menschen besser zu Stärken und Schwächen stehen können, dass sich die Gesellschaft anders entwickeln kann mit nicht so vielen Feindbildern (operiert). In diese Richtung geht es für mich, denn ich sehe es grundsätzlich!“, kann der gesellschaftliche Gewinn einer inklusiven Beschulung nicht formuliert werden.
Der Auffassung der Irene Gerhart, dass hier der „Zusammenhang“ – was immer sie damit meint – fehlt, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Für mich ist die Arbeit von Herrn Hagen von einem unschätzbaren Wert, der danach verlangt, diesen Film möglichst einem großen Publikum zu zeigen.Mehr anzeigen


AxelL

vor 23 Tagen

Eine Filmkritik sollte einen Film kritisieren, das liegt in der Natur der Sache. Diese Kritik kann positiv oder auch negativ ausfallen. Und sie darf auch gerne eine persönliche Sichtweise auf den Film, auf seinen Inhalt etc. präsentieren.

In diesem Fall geht die Kritik aber leider völlig am Inhalt vorbei, enthält sachliche Fehler (Jonas ist seit der 1. Klasse in dieser Schule und nicht erst "seit seinem 12. Lebensjahr"), zitiert falsch (das Mädchen sagt nicht "neue Art. von Sprache") und biegt am Ende komplett falsch ab:

Es ist dem Filmteam um Edgar Hagen insbesondere durch die herausragende Kameraführung von Aurelio Buchwalder und dem perfekten Schnitt von Tania Stöcklin in einzigartiger Weise gelungen, den Film MIT Helena und Jonas zu machen und eben nicht ÜBER sie. Als Papa von Jonas kann ich sehr gut beurteilen, wie schwierig es ist, mit einem PCH2-Kind so dermaßen gut in Kontakt und die Kommunikation zu gehen, wie es diesem Team gelungen ist. Nachdem ich den Film inzwischen 4x gesehen habe, bin ich sicher: besser geht das nicht.

Jetzt könnte man sagen, ok, der Papa von Jonas ist ja befangen, der hat ein Interesse, dass der Film gut da steht. Das habe ich tatsächlich, ich wünsche mir, dass ihn viele, viele Menschen sehen um sich ein eigenes Bild zu machen. Mir ist weder bei der Weltpremiere in Amsterdam im November noch in Solothurn am Samstag oder in Basel am Sonntag in weit über 100 persönlichen Gesprächen mit Zuschauerinnen und Zuschauern irgendjemand begegnet, der die letzten Sätze der obigen Filmkritik auch nur ansatzweise nachvollziehen könnte.

Daher:
5 von 5 Sternen für den Film
0 von 5 Sternen für obige FilmkritikMehr anzeigen


VeronikaK

vor 24 Tagen

Und hier noch meine Sterne für Edgar Hagens Meisterwerk!


VeronikaK

vor 24 Tagen

"Wer sind wir“ ist ein Meisterwerk! Man kommt den Protagonisten so nahe, wie man sie sich eben nahe kommen lässt. Und dazu müssen persönliche Wände, die den Zugang
zu den Menschen hinter den sichtbaren schweren Behinderungen versperren durchbrochen werden. Lässt man sich offen und unvoreingenommen darauf ein bekommt man Antworten auf die Frage „wer sind wir“ oder „wer bin ich“?
Ich wünsche mir sehr, dass viele Menschen diesen grossartigen Film sehen und ihn noch lange auf sich wirken lassen.
Die Protagonisten mit Behinderung im Film können zwar nicht oder nur schwer verständlich sprechen. Aber sie sprechen durch sich selbst! Das so authentisch zu zeigen ist Edgar Hagen meisterlich gelungen!

An der Premiere in Basel habe ich einen Kommentar eines begeisterten Besuchers aufgeschnappt: Nachdem ich den Film gesehen habe, kann ich den Titel nun auch umkehren und sagen "Wir sind wer!“. Ja, bravo! Ihr seid wer!
Und wenn ich das verstanden habe, dann weiss ich auch, wer ich bin!Mehr anzeigen


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