Every Day - Letztendlich sind wir dem Universum egal USA 2018 – 97min.

Every Day - Letztendlich sind wir dem Universum egal

Filmkritik

Liebe sieht über Äusserlichkeiten hinweg

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Der Film Every Day – Letztendlich sind wir den Universum egal basiert auf dem gleichnamigen Jugendroman von David Levithan, der sich fragte, wie es wohl wäre, wenn man jeden Tag in einem neuen Körper aufwacht. Was würde das bewirken und welche Lehren könnte man daraus ziehen? Eine auf jeden Fall, wie die Hauptfigur es im Buch schildert: „Wenn du jeden Tag ein Anderer bist, kommst du dem Allgemeingültigen näher.“

Rhiannon (Angourie Rice) verlebt einen wunderbaren Tag mit ihrem Freund Justin (Justice Smith), der normalerweise überhaupt nicht so ist, wie er sich zurzeit gibt. Aber das hat einen Grund. Denn in Justins Körper steckt A, eine Persönlichkeit, die jeden Morgen aufs Neue in einem neuen Körper aufwacht. Bislang ging A so durchs Leben, ohne an das Morgen zu denken – als er sich jedoch in Rhiannon verliebt, sucht er sie wieder auf – in einem neuen Körper. Entgegen aller Wahrscheinlichkeiten glaubt Rhiannon ihm sogar, als er ihr seine Geschichte erzählt, und sie verliebt sich in A. Doch wie soll eine solche Beziehung ein Happy End bekommen?

Tragische Teenie-Romanzen werden normalerweise erzählt, indem man eine der beiden Hauptfiguren tödlich krank werden lässt. Bei Every Day – Letztendlich sind wir den Universum egal ist das anders. Hier nutzt man eine sehr phantastische Prämisse, mit der sich aber ganz neue Möglichkeiten auftun. Denn der Film setzt auf eine Binsenweisheit und macht sie greifbar: Es sind die inneren Werte, die zählen. Und nichts anderes zählt, wenn der Geliebte jeden Tag einen anderen Körper hat. Wenn er Junge oder Mädchen, weiss oder schwarz, dünn oder dick ist. Dann sind das alles nur noch Äusserlichkeiten, während A frei von jedweder Beschränkung ist. Er versteht sich nicht mal als Junge oder als Mädchen. Er ist beides. Das ist ein faszinierender Gedankenansatz, den der Film recht interessant aufarbeitet.

Der Film lastet dabei auf den Schultern der Australierin Angourie Rice. Sie ist die Konstante und spielt natürlich. Generell gilt: Die Teenager erscheinen wie Teenager. Der Film arbeitet mit sehr viel Authentizität, was als Kontrastpunkt zum phantastischen Fundament der Geschichte auch wichtig ist. Darüber hinaus gibt es ein moralisches Dilemma, das immer wieder angesprochen, wenn auch nicht in letzter Konsequenz erörtert wird. Denn das gemeinsame Glück der beiden Liebenden würde das Ende eines anderen Menschen bedeuten. Vielleicht wäre es mutig gewesen, zum Ende hin in diese Richtung zu gehen, ein Film wie dieser hat aber auch eine moralische Botschaft – und die kann nicht sein, das eigene Glück um jeden Preis zu forcieren. Alles in allem ein guter, nicht perfekter, aber schöner Film, der sich mit moralischen Problemen befasst.

11.05.2018

4

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