Renegades - Mission of Honor Frankreich 2017 – 106min.

Renegades - Mission of Honor

Filmkritik

Stosstrupp Gold

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Bei Luc Besson werden die Actionfilme teilweise wie am Fliessband produziert. Oftmals hat man den Eindruck, dass die Filme des französischen Autors, Regisseurs und Produzenten immer vom Fleck weg Erfolge sind, doch auf jeden Taken kommt auch eine Reihe von Filmen im Stil von Renegades: Actionkino der Haudraufsorte, das es anders als viele Besson-Produktionen tatsächlich auf die Leinwand geschafft hat. Wie das geschehen ist, ist vermutlich spannender als die Geschichte, die er erzählt.

Im Sarajewo des Jahres 1995 schnappt sich eine Gruppe von Navy Seals einen Kriegsverbrecher, aber diskret waren sie dabei nicht. Da sie bis auf weiteres keinen Einsatz mehr haben, machen sich die Elite-Soldaten daran, einen sagenhaften Goldschatz zu suchen, der während des Zweiten Weltkriegs von den Nazis geraubt wurde und irgendwo auf dem Balkan sein soll. Zusammen mit einer Einheimischen begeben sich die Soldaten auf ein gefährliches Abenteuer, das sie Kopf und Kragen kosten könnte, denn auch ein serbischer General ist hinter dem immensen Schatz her …

Das Skript hat Besson zusammen mit Richard Wenk geschrieben, der für bessere und schlechtere Actionkracher verantwortlich ist. Hier hat er offenbar nur einen schnellen Gagenscheck mitgenommen und Dienst nach Vorschrift geliefert. Denn originell oder interessant ist an dieser Geschichte, die halbwegs an den Clint-Eastwood-Klassiker Kelly’s Heroes erinnert, einfach gar nichts. Dafür läuft der Film zu sehr ohne echte Höhepunkte ab.

Action gibt es zwar reichlich – und sie sieht vor der schönen Landschaftskulisse Kroatiens auch prächtig aus –, aber das allein reicht nicht aus, um den Gang ins Kino zu rechtfertigen. Wer Action sehen will, der hat heutzutage wirklich mehr Alternativen – und das auch abseits der so beliebten Superhelden. Kernige Männer mit Maschinengewehren aber wirken schon recht anachronistisch – so wie der Film in jeder Sekunde anmutet, als würde er nicht nur 1995 spielen, sondern sei auch vor mehr als 20 Jahren entstanden.

Die Figuren sind allesamt farblos. Klischierte Chiffren ohne jedwede Persönlichkeit. Das könnte man noch durch gute Schauspieler retten, aber von J.K. Simmons über Sullivan Stapleton bis hin zu Sylvia Hoeks bekleckert sich hier niemand mit Ruhm. Es war wohl allen Beteiligten schon während des Drehs bewusst, dass man hier Massenware anfertigt.

26.06.2018

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Kommentare

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nick74

vor 4 Monaten

Schlechter B-Movie, bin nach 30Min gegangen


kinorio

vor 4 Monaten

Typisches Popcorn-Kino.
Sehr unterhaltsam. Spektakuläre Unterwasser-Aufnahmen.
Cooler Schauspieler aus der "Blindspot"-Serie.
J.K. Simmons ist einfach genial.
Perfekt als Abwechslung zur Fussball-WM!


Barbarum

vor 5 Monaten

Wie eine Folge der A-Team-Fernsehserie nur mit viel weniger Charme und Zusammenhang, dafür mit uninteressanten Figuren, und die Dialoge sind zum Teil wirklich schlecht. Einzig der Gastauftritt von Simmons als - wenn wundert's - schimpfende Autoritätsfigur ist so lala nicht eintönig. Aber das ist wirklich zu wenig.Mehr anzeigen

Zuletzt geändert vor 5 Monaten


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