Geostorm USA 2017 – 109min.

Geostorm

Filmkritik

Die Welt steht wieder einmal vor dem Untergang

Peter Osteried
Filmkritik: Peter Osteried

Die Welt wird in schöner Regelmäßigkeit verheert. Meist von Roland Emmerich - sein Ex-Freund Dean Devlin, der an der Verwüstung durch Aliens in Independence Day teilgenommen hat, möchte nun jedoch dem Schwaben in nichts nachstehen und präsentiert mit Geostorm nun sein eigenes Weltzerstörungsspektakel.

Im Jahr 2019 sind die Umweltverhältnisse so verheerend, dass mannigfaltige Katastrophen die Menschheit plagen und zu zahlreichen Toten führen. Man entwickelt ein Satellitensystem, das von der Internationalen Raumstation aus gelenkt wird und dafür sorgen soll, dass ungünstige Wetterbedingungen effektiv bekämpft werden. Das System läuft mehrere Jahre rund, doch dann mehren sich Katastrophen auf der Erde, die als Fehlfunktion des Systems angesehen werden müssen. Der Erbauer des Systems wird beauftragt, es sich genauer anzusehen, doch dabei kommt er einem Komplott auf die Schliche.

Neu ist an Geostorm so gut wie gar nichts, außer vielleicht der Umstand, dass Devlin versucht hat, der Geschichte einen gewissen Mehrwert zu verpassen. Er hantiert nämlich auch noch mit einer Verschwörungsgeschichte, deren Problem jedoch ist, dass sie zum Ende hin zusehends abstruser wird, da der Übeltäter angesichts des weltenvernichtenden Sturms wohl kaum noch nennenswert davon profitieren könnte. Aber das ist im Grunde auch egal, denn in seiner Essenz ist Geostorm natürlich ein ganz normaler Katastrophenfilm, der ähnlich wie Roland Emmerichs 2012 sehr unterschiedliche Untergangsszenarien aufführt: Blitzeis, extreme Hitze, Flutwellen und Stürme erschüttern den Globus.

Das ist technisch einwandfrei umgesetzt und wartet mit viel Bombast auf. Die Lust an der Zerstörung wird hier zelebriert – und im Kino darf man sich darüber ja auch freuen. Zugleich wird jedes Klischee bedient, das dieses Genre zu bieten hat, inklusive familiärer Streitigkeiten, die natürlich just im richtigen Moment beigelegt werden. Wenn eine Figur aus diesem Potpourri an Stereotypen herausragt, dann noch am ehesten die von Abbie Cornish, da man hier eine standhafte, dynamische und wehrhafte Secret-Service-Agentin hat, die häufig den aktiven Part einnimmt. Das übrige Ensemble ist nicht schlecht, passt sich aber auch dem Durchschnittsniveau des Films an.

Überraschend ist dabei nichts. Devlin hält sich peinlich genau an die üblichen Erzählmuster dieser Art von Film, inklusive des übersteigerten Happyends, bei dem man einfach vergisst, dass in der Stunde zuvor wohl mehrere Millionen Menschen draufgegangen sind. Aber wen scheren schon namen- und gesichtslose Opfer, wenn es Gerald Butler und Co. gut geht?

19.10.2017

3

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Kommentare

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stormrider

Kurzweiliger Film mit vorraussehbarer Handlung, aber guter Action. Hollywoodkatastrophenfilm wie man es kennt.

Geostorm 3

muri

Haha, ernsthaft Hollywood?

Geostorm 1

Mua81

Actiongeladener Kracher, storyline-technisch nicht über alle Zweifel erhaben, aber absolut spannend und kurzweilig.
Fans des Genres werden auf Ihre Kosten kommen.

Geostorm 4

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