Doctor Strange USA 2016 – 120min.

Doctor Strange

Filmkritik

Mehr als eine Realität

Christopher  Diekhaus
Filmkritik: Christopher Diekhaus

Das Marvel Cinematic Universe geht in die nächste Runde. Nachdem mit The First Avenger: Civil War vor einigen Monaten das dritte Captain-America-Abenteuer zu sehen war, erlebt das Leinwandgroßprojekt nun den ersten Auftritt des Comic-Superhelden Doctor Strange, der mit Benedict Cumberbatch treffend besetzt ist. In puncto Handlung und Bösewicht verschenkt der Fantasy-Actioner einiges an Potenzial. Als bildgewaltiges Überwältigungskino funktioniert er aber allemal.

Der Neurochirurg Dr. Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) sonnt sich im Glanz seiner Fertigkeiten und lässt seine Kollegen gerne spüren, dass er ihnen haushoch überlegen ist. Als der arrogante Mediziner allerdings einen schweren Autounfall erleidet, bei dem seine Hände zertrümmert werden, steht er plötzlich vor den Scherben seiner Karriere. Denn praktizieren kann er fortan nicht mehr. Bei der verzweifelten Suche nach alternativen Heilmöglichkeiten verschlägt es den desillusionierten Arzt in den Himalaja, wo er in der Enklave Kamar-Taj auf eine geheimnisvolle Gelehrte (Tilda Swinton) trifft, die von allen "The Ancient One" ("Die Älteste") genannt wird. Nach anfänglichen Zweifeln lässt sich der gebeutelte Mann von ihr in die Kunst der Magie einweisen und steht schon bald ihrem früheren Schüler Kaecilius (Mads Mikkelsen) gegenüber, der finstere Pläne verfolgt.

"Sherlock"-Darsteller Cumberbatch ist eine perfekte Wahl für den genialen, anfangs aber selbstverliebten Protagonisten, der unerwartet seine Lebensgrundlage verliert. Überzeugend bringt der britische Mime den Schmerz und die Wut des Neurochirurgen zum Ausdruck und vermittelt auch seine innere Zerrissenheit nach der Ankunft in Kamar-Taj. Einem Ort, an dem der Rationalist einen anderen Blick auf die Welt kennenlernt: Es gibt nicht eine Realität, sondern viele verschiedene Dimensionen, die diverse Möglichkeiten bereithalten.

Begleitet von esoterisch-mystischem Geraune, springt das Drehbuch immer wieder zwischen Paralleluniversen und Bewusstseinszuständen hin und her, was sich jedoch komplexer anhört, als es tatsächlich ist. Enttäuschend fällt zweifelsohne – und das nicht zum ersten Mal im Marvel-Kosmos – die Figur des Bösewichts aus, dem selbst ein Charakterkopf wie Mads Mikkelsen keine besondere Aura verleihen kann. Das Ziel von Kaecilius wirkt eher beliebig. Und in Erinnerung bleibt womöglich nur seine markante Gesichtsbemalung.

Keine Blöße geben sich Regisseur Scott Derrickson (The Day the Earth Stood Still) und seine Mitstreiter bei der optischen Gestaltung des Blockbusters, der zum Teil mit atemberaubenden Bildeinfällen und spektakulären Action-Sequenzen punkten kann, wobei einige Passagen an Christopher Nolans Traumverwirrspiel Inception denken lassen. Erfreulicherweise findet Doctor Strange in diesem Zusammenhang aber einen Weg, eigene Akzente zu setzen.

14.11.2016

3

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Kommentare

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Patrick

vor 11 Tagen

Etwas konfus & überladene Story.Aber die coolen Sprüche die sind:wie in jedem Marvel Film,einfach Top sowie auch wie in jedem Marvel Abenteuer sind :die Gastauftritt von Stan Lee die immer origineller & unerwartem werden.

Zuletzt geändert vor 10 Tagen


Janissli

vor einem Jahr

Hammer, kannte diese Marvel-Figur fast nicht und war überrascht über den guten Film.


magix

vor 2 Jahren

Naja.


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