Ben-Hur USA 2016 – 125min.

Ben-Hur

Filmkritik

Parallele Passionsgeschichte

Rolf Breiner
Filmkritik: Rolf Breiner

Die Neuverfilmung des antiken Actionabenteuers Ben Hur fährt materialistisch und technisch (3D) gross auf. Doch das Rache-Remake um den jüdischen Prinzen Ben Hur und seinen römischen Halbbruder Messala imponiert bedingt durch das berühmte Wagenrennen, enttäuscht aber dramaturgisch.

Wenn der Name Ben Hur fällt, denkt man an das fulminante William Wyler-Remake von 1959 mit Charlton Heston als Ben Hur und Stephen Boyd als Intimfeind, das mit elf Oscars gekrönt wurde. Und das basierte auf dem Roman «Ben-Hur» von Lewis Wallace und dem Stummfilm von 1925. Kenner der Materie werden gespannt auf die Seeschlacht und das mörderische Wagenrennen warten – in 3D-Vision. Beide Sequenzen sind auf neustem technischen Stand aufgenommen, aber wie so oft üblich in hektischen Schnittfetzen aufgelöst. Man verliert den Überblick. Historisch genau betrachtet, besetzten die Römer ihre Rammspornschiffe übrigens nicht mit Galeerensklaven, sondern mit ausgebildeten Ruderern und Söldnern.

Die zweistündige 3D-Neuauflage, vom kasachischen Regisseur Timur Bekmambetow in Szene gesetzt, bietet zwar tolle technische Finessen und zeitweise monumentales Spektakel, vermag aber insgesamt nur bedingt zu fesseln. Handlung und Emotionen verzetteln sich. Die Höhepunkte – die Schinderei auf der römischen Galeere plus Seeschlacht sowie das sagenhafte Wagenrennen in der Arena von Jerusalem – bleiben irgendwie auf der Strecke und wirken wenig nach.

Mime Jack Huston aus dem Huston-Stamm (Regisseur John Huston war sein Grossvater) macht gute Figur als jüdischer Prinz Ben Hur, Toby Kebbell als römischer Widersacher Messala hingegen bleibt blass, eben eine Nebenfigur ohne Kontur und Kraft. Morgan Freeman agiert gewohnt souverän als afrikanischer Scheich Ilderim, freilich etwas übertrieben wüsten-märchenhaft drappiert. Er ist der eigentliche Drahtzieher des Duells der beiden Erzfeinde in der Arena. Die Rivalität des halbbrüderlichen Gespanns – vom Freund zum Feind – bleibt undurchsichtig und dramaturgisch fragwürdig. Wenn das monumentale Antikenabenteuer denn als Parabel für heutige israelisch-palästinensische Konflikte dienen soll, wurde es nur halbherzig angedeutet.

Es stimmt einiges nicht an diesem 100-Millionen-Antikenspektakel. Dass Ben in der Obhut des Beduinenführers Ilderim sich in einen Ross-Helden mit moderner Frisur wandelt, mag man noch akzeptieren. Doch dass das Finale in opernhaftem Versöhnungskitsch endet, ist schwer zu verdauen. Die eingestreuten Jesus-Episoden vom Wasserspenden über den Verrat im Garten Gethsemane bis zur Kreuzigung plus Wunder bleiben dramaturgische Zwängerei. Es sollte wohl eine parallele Passionsgeschichte zwischen Ben Hur und Jesus angedeutet werden. Die neue Titelschreibweise Ben-Hur, also mit Bindestrich, weist übrigens auf den Originalbuchtitel hin – auch so eine überflüssige Hollywood-Marotte.

14.09.2016

3

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Kommentare

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Soemmi

vor 3 Jahren

Die neue Version von Ben Hur ist einfach nur schwach. OK - früher war nicht alles besser. Doch wer den Film mit Charlton Heston und Stephen Boyd kennt, vermag mir wohl recht zu geben. Kein Wunder dass der Film 1959 11! Oscars gewonnen hat.
Zur neuen VErfilmung - die Handlung ist etwas pomadig, erzwungen und aus dem Zusammenhang gerissen. Ein Kämpchen da, ein Schulterklopfen und eine Umarmung dort. Eine Prise Seeschlacht und Wagenrennen; fertig ist das Ding. Ein A&F Ben-Hur, welcher mit moderner Frisur gegen den Unbill der Römer ankämpft, geschmückt mit etwas Passionsgeschichte (im Vorbeigehen noch schnell Jesus helfen) und am Schluss eine sentimentale brüderliche Vereinigung. Furchtbar..
Kitsch lass nach und der Autor Lew Wallace würde sich im Grab umdrehen - sofern nicht schon geschehen. Lest das Buch sage ich und lasst euch fesseln.Mehr anzeigen


Wooma

vor 3 Jahren

Der Film war vorallem in der Ersten Halbzeit ziemlich Langweilig. Auch technisch und schauspielerisch gesehen meist eher schlecht (vorallem die Technik). Es gibt nur wenige Szenen die Spannung bieten. Ich kenne das Original zu wenig gut um einen passenden Vergleich zu ziehen, aber die Geschichte ist auch eher lahm, sorry.Mehr anzeigen


tuvock

vor 3 Jahren

Also wenn ich an den alten 11 Oscar Film zurückdenke, dieser hat 100 Mille gekostet und ganze 55 Millionen US $ weltweit eingespielt, meiner Meinung nach ein Flop. Nicht vielleicht weil der russische Action-Regisseur Timur Bekmanbetov den Film gedreht hat, der nach knapp 2 Stunden aus war. Damals gab es bereits 1907 die erste Verfilmung, die ich nie sah. Das war ein Stummfilm mit dem damals noch unbekannten Herman Rottger der die Hauptrolle von Judah Ben Hur gespielt hat. Das war ein Kurzfilm und er hat 15 Minuten gedauert.

Die nächste Verfilmung war dann 1925, mit Ramon Navarro, der auch bei „Mata Hari“ damals mit spielte und der 1889 geboren wurde, der eine sehr gute Rolle hinlegte, der Film dauerte 151 Minuten und war so richtig auf die Stummfilmzeit zugeschnitten, einfach sehr gut. Damals 3,9 Millionen US $ teuer.

Dann kam 1959, 11 Oscars, 214 Minuten später und ein herrlicher Charlton Heston später, ja einer der besten Filme aller Zeiten, herrlich gespielt, gut gemacht, unglaublich gefilmt. Damals gab es schon Mängel an der Kleidung weil der Regisseur der in Cinecitta damals gedreht hat den Film, nicht so auf Genauigkeit geachtet hat. William Wyler hat dafür ein Welt Epos erschaffen. Er wollte damals das alles echter wird und man sagte ihm, also die Experten er soll das Ganze Set verbrennen.

Was auch toll war ist dass der Dollar Regisseur Sergio Leone ein Assistent von Wyler war, ja der hat da sicher viel gelernt. Was immer witzig war oder eigenartig wie in der Neuverfilmung, dass eigentlich im alten Rom keine Sklaven auf den Galeeren gerudert haben sondern gut ausgebildete Soldaten, und dass die Strafe der Galeeren eigentlich gar nicht existiert haben. Naja klar, die mussten ja auch das Lernen zu rudern und das war sicher nicht sehr einfach und man brauchte Kraft und nicht ausgehungerte Sklaven die geschlagen werden.

Nur hat der Schreiber des Buches Lee Wallace nicht auf so historische Genauigkeit geschaut die auch im 2016 er Film nicht unbedingt sehr groß war. Damals hat man übrigens einen griechischen Wagen beim Wagenrennen genommen, wieso eigentlich weiß ich gar nicht. Im alten Buch war das so das Ben Hur der Adoptivsohn von einem Römer gewesen war, im 2016 er Film war eigentlich der Darsteller MESSALA der Adoptivbruder von Ben Hur, der ja ein junger Aristokrat war.

Damals hat man 1959 versucht die 1925 er Version ausfindig zu machen und alle Kopien zu zerstören damit der 1959 er Film nur mehr existiert und man keine Konkurrenz hat, jetzt bei der 2016 er Version sage ich, zerstört die gleich denn die stinkt ab gegen alle andere Versionen, aber egal ist nur ein Film, ja er war nett aber nicht so gut wie ich dachte.

Wenn man denkt dass damals er 1959 er Film 16 Millionen US $ gekostet hat, damals hat er viel eingespielt was nach heutigem Gegenstand so ungefähr 848 Millionen US $ wären, damals 74 Millionen US $. 50.000 Komparsen gab es damals und jetzt hier bei dem Film vielleicht 2.000 oder so. 1 Millionen Tonnen Requisiten wurden verwendet, aber bei dem Film nicht mal die Hälfte würde ich sagen. 40.000 Tonnen Mittelmeersand hat man aufgetürmt, hier viel weniger weil mit Computern gearbeitet wurde. 5 Jahre wurde der Film vorbereitet und 2 Jahre gedreht, hier ein paar Monate. Damals waren im Stummfilme viele Pferde gestorben, und jetzt hat man eine Tierschutzorganisation auf den Plan gerufen, das war 1959 und hier hat man einfach Computer eingesetzt.

40 Drehbücher gab es, und hier nur eines, damals wollte man statt Charlton Heston, Rock Hudson, Burt Lancaster, Paul Newman, Marlon Brando und Cesare Danova und jetzt hat man gleich den richtigen gefunden. Als Messala hätte man am liebsten Leslie Nielsen damals gehabt, und Guiliano Gemma war auch vorgesehen als Römer. Damals waren echte Lipizzaner im Spielt aus Jugoslawien und hier glaube ich auch bei der 2016 er Verfilmung. Damals hat man angedeutet dass Messala und Ben Hur Schwul wären aber da hat man Heston nicht eingeweiht weil er ja extrem konservativ ist.

Damals wollte man als Esther die Liselotte Pulver und es wurde die schöne Haya Harareet und jetzt, was war jetzt? Jack Huston als Judah Ben Hur, Toby Kebbell als Messala Severus, Rodrigo Santo als Jesus, Nazanin Boniadi als Esther, Pontius Pilatus wird von Pilou Asbaek gespielt, Dismas war von Moises Arias gespielt und meine Freundin schreit mich an, he der hat damals bei „Enders Game“ gespielt, ur arg ja und sie hat Recht wie immer.

Jedenfalls, Der in der Kasachischen Sowjetrepublik geborene russische Regisseur Timur Bekmanbetov übernahm die Regie des Films und das war keine gute Idee meiner Meinung nach. Meiner Meinung nach ist der Film eine Neue Erzählung, ja was war damals anders? Im Original begegnet Ben Hur mehrere Male Jesus und wohnt am Ende seiner Kreuzigung bei. Und hier ist er Statist. Was ich auch nicht verstehe, Für die Titelrolle war zunächst Tom Hiddleston vorgesehen aber der wurde ausgetauscht.

Das ärgste, Matera in Süditalien hat als Jerusalem herhalten müssen, sowas von 0 Ähnlichkeiten, ein Horror. Übrigens Rodrigo Santo wurde von Papst Franziskus gesegnet im Film. Naja aber wegen den Tieren, es waren eigentlich echte Tiere, und die Dreharbeiten waren schwierig.

Das Wagenrennen wurde übrigens echt gedreht, sicher sehr schwierig. Ach ja und heute gibt es noch Wagenrennen aber in der Schweiz. Ach ja und wer aufpasst, die Sättel die man am Anfang im Film sieht, die erschienen in Wirklichkeit 700 Jahre erst später. Schon arg und im Film die eine Süße, ich glaube die Schwester vom Judah, die hat eine Leggins an unter einer Hose oder so beim Reiten, ur arg.

Am Anfang steht 33 ist das Jahr im Film und in Wirklichkeit ist es eigentlich später und ja 33 ist ja Jesus gestorben also da gibt es einige Fehler.

Also um was geht es?

Der als Römer geborene Messala, der Adoptivbruder des angesehenen und wohlhabenden jungen jüdischen Aristokraten Judah Ben Hur, kehrt nach Jahren zu seiner Ziehfamilie nach Jerusalem zurück, nachdem er in Rom in Cäsars Heer Karriere gemacht hatte. Er ist ein anderer Mensch geworden und hat nur noch Spott für Judah und dessen Religion übrig. Messalas Auftrag ist es, die Leute in Jerusalem auszuliefern, die sich nach wie vor gegen die Römer stellen. Judah verweigert sich dem, deshalb sorgt Messala dafür, dass seine einstige Ziehfamilie im Gefängnis landet und Judah auf eine Galeere gebracht wird, wo er als Sklave arbeiten muss. Hierbei wird Judah nicht nur von seiner Familie, sondern auch von seiner großen Liebe Esther getrennt. Judah Ben Hur überlebt die Strapazen der Sklaverei, und nachdem das Schiff nach einer Attacke der Griechen kentert, kann er sich aus den Ketten befreien und treibt auf einem Teil des abgebrochenen Mastes des Schiffes auf dem Meer umher, bis er irgendwo an Land gespült wird.

Judah kehrt er nach Jerusalem zurück, wo er seine Jugendliebe Esther, die bald seine Ehefrau werden soll, und seine an Lepra erkrankte Mutter und Schwester aufspürt, die wie durch ein Wunder von dem Prediger Jesus geheilt werden, dem Judah in seinem Leben noch mehrere Male begegnen soll. Neben der Sehnsucht nach seiner Familie war in all der Zeit ein Gefühl besonders dominierend: der Gedanke, Rache an dem ehemals geliebten Bruder zu nehmen. Vom weisen Scheich Ilderim ermutigt, von dessen Gefolgschaft der Gestrandete gerettet worden war, lässt sich Judah zum Wagenlenker ausbilden.

Und dann kommt es noch dicke aber das sieht man eh im Film. Nun was sage ich dazu? Der Regisseur ist aus Kasachstan und hat Action-Filme gemacht und ist nicht so gut wie der alte Wyler. Der Film ist nett von der Geschichte her, Morgan Freeman passt nicht rein als Scheich, Ben Hur war im Original der Sohn eines Römischen Ritters, also ein Adoptivkind, hier war es Messala, was für ein Beschiss. Der Film war nett, die Darsteller langweilig oder zu modern, und ich frage mich was heute Wallace gesagt hätte der 1880 den Roman veröffentlicht hat. Der Film ist so gedreht dass nur das Wagenrennen wichtig ist, ja irgendwie ist das ja das Thema des Filmes, also der Mittelpunkt der Rest ist egal oder so ähnlich. Im Original hat Jesus mit Ben Hur zu tun und hier leider nicht, hier ist es eigentlich nur so nebenbei.

Hier im Film hat keiner so richtig Profil und spielt nicht so spannend wie ich es mir dachte oder wünschte. Irgendwie fehlt dem Film was, das wuchtige Monumentale, aber er ist gut genug dass ich ihn nächstes Jahr auf Blu Ray kaufen werde aber nur billig wenn es geht. Ich hätte mir mehr erwartet bei dem Film aber er ist nicht so schlecht wie man glaubt aber so richtig dass ich sage er ist super finde ich nicht. Der Darsteller von Ben Hur sieht aus wie ein Hipster und ist aus einer Tv-Serie bekannt. Vom Messala weiß man auch nicht was er für einen wechselnden Charakter hat, ja da fehlt auch was. Die Leute im Film haben keinen Eindruck hinterlassen sind aber gut genug dass ich sage, der Film ist nicht übel und hat eigentlich schon was verdient, ein 2. x zu sehen darum 77 von 100 Punkten.Mehr anzeigen


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