CH.FILM

Yes No Maybe Israel, Schweden, Schweiz, Ukraine, USA 2015 – 106min.

Yes No Maybe

Filmkritik

Gedanken und Bilder zum Liebesgeplänkel

Rolf Breiner
Filmkritik: Rolf Breiner

Liebe – ein unendliches Thema. Der Schweizer Kaspar Kascis hat sich auf die Suche gemacht – nach Zweisamkeit, Gefühlen und Gedanken. Seine Begegnungen mit zwei Liebespaaren, mit einer Soziologin und einem Philosophen spiegeln eine Gefühlswelt im Fluss wieder, alles etwas vage wie der Titel Yes No Maybe.

"Was ist mit der Liebe los? Gibt es sie noch oder ist sie eine Utopie? Was hält ein Paar zusammen und wo führt uns die Sehnsucht hin?", fragt sich der Filmautor Kaspar Kasics. Und so begleitet der Filmer aus Interlaken, aufgewachsen in Zürich, Menschen auf dem Weg der Zweisamkeit. Peter Mäder sucht im reifen Alter zwischenmenschliche Bindung, eine Partnerin, und wird im Internet fündig. Seine Auserwählte heisst Tanja Jurijwna Voronyanska, stammt aus der Ukraine und hat bereits zwei gescheiterte Ehen hinter sich. Auf der Krim kommt man sich näher. Man will es, sprich die Zukunft, zusammen riskieren.

Die zarte Hannah und der smarte Samuel Robertson sind verheiratet, Singer-Songwriter aus Oregon. Romantische Augenblicke mit dem Traumpaar – sensibel, einfühlsam, harmonisch. Doch es gibt auch konträre Momente und sei es nur der Disput über den Standort der Tomaten im Garten. In der Musik finden sie sich selig-innig zusammen, leben ihre Poesie, ihre Kreativität aus. Sie versuchen, sich zu akzeptieren, sich ernst und wahrzunehmen, bilden eine harmonische Einheit. In solchen Momenten wird das Gefühlspanorama Yes No Maybe des Schweizers Kascis wahrhaftig und wirklich, findet zu einer wunderbaren Intimität: Liebe im Zwiegespräch.

Die intellektuellen Statements der beiden Denker, Philosophen und Gefühlsbeobachter, der Israelin Eva Illouz und des Autors Sven Hillenkamp, teilweise hübsch bebildert, geraten jedoch zu schönen luftigen Worthülsen, die, kaum gesagt, fast schon vergessen sind. Ihre Worte über "Gefühle in Zeiten des Kapitalismus" (Illouz) oder "Das Ende der Liebe" (Hillenkamp) bleiben in der Luft hängen. So zerbröselt der Film über die Liebe, löst sich auf. Kascis packt zuviel hinein, pendelt zwischen Worte, Wunsch und Wirklichkeit. Es gibt wunderschöne Bildimpressionen, aber auch viel "Dekoration" – anregend, liebevoll, aber letztlich flüchtig wie eine Fata Morgana.

14.12.2015

3

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