Dating Queen USA 2015 – 125min.

Filmkritik

Sex, Drugs und Feminismus

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Eine romantische Komödie mit umgekehrten Frauen- und Männerrollen. Die Amerikanische IT-Komikerin Amy Schumer bringt ihren kantigen Humor auf die Leinwand.

Amy (Amy Schumer) ist eine erfolgreiche Journalistin, kippt oft einen zu viel hinter die Binde und hat viele, unbedeutende sexuelle Eskapaden. Ihr Vorbild war ihr notorisch fremdgehender Vater (Colin Quinn), der ihr schon als Kind eintrichterte, dass Monogamie ein unrealistisches Konzept sei. Als Amy für eine Story den Sportarzt Aaron (Bill Hader) kennenlernt, wird ihre Angst vor dem "Sich fürs Leben Binden" auf die Probe gestellt.

Amy Schumer ist derzeit Amerikas erfolgreichste Komikerin. Ihre Comedy-TV-Show "Inside Amy Schumer" sorgt für Rekord-Einschaltquoten und ihre sexy Fotostrecke mit den Figuren aus den STAR WARS Filmen für die aktuelle Ausgabe von GQ erregte nicht nur die Gemüter. Schumer koppelt feministische Statements mit schlüpfrigen Witzen, was die Message für ein US-Publikum, das Feminismus meist wie die Pestilenz hasst, einfacher zu schlucken macht.

Für das Drehbuch zu Trainwreck, das Schumer ebenfalls verfasste, musste sie zwar ihre komödiantischen Kanten schleifen, das Geniale ist jedoch, dass sie die traditionellen Frauen- und Männerrollen völlig auf den Kopf stellt. Amy ist diejenige, die sich nicht an einen Partner binden will und ihr Schwarm Aaron ist die Kleblaus, der sich schon nach dem ersten Sex ein ganzes Leben mit Amy vorstellt.

Schumer wird von grossartigen SchauspierInnen in Nebenrollen flankiert. Basketball-Legende LeBron James spielt Aarons besten Freund und Sidekick und Tilda Swinton ist als Amys Chefredakteurin mit vollem Glamour-Makeup beim sexistischen "S´nuff Magazin" kaum zu erkennen. Es fragt sich nur, ob das absehbare Ende eine Studioauflage oder Regisseur Judd Apatows Input war.

14.08.2015

4

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Kommentare

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lonas2

vor 5 Jahren

Schon lange nicht mehr so gelacht! Und nach "Bridesmaids" wieder einmal eine Komödie mit weiblicher Hauptdarstellerin, die wirklich überzeugt. Keine Minute langweilig!


kinopeitsche

vor 5 Jahren

Selten so gelangweilt. Zwei Stunden dauert der Film, etwa 90 Minuten zu lang. Ein paar wenige, dafür - zugegeben - kräftige Lacher. Die Eingangsszene ist wiiiirklich bös grandiös. Danach kommt flächendeckend lähmende Leere mit arg getretenen Halb- und Viertellustigkeiten. Hab kaum ein Dutzend Mal gelacht, drei Amerikanerinnen eine Reihe vor mir vielleicht zweimal so viel. Die prüdes Kino gewohnten Damen mochten wohl die „sexual incorrectness“. Nope, „Trainwreck“ (frei übersetzt „völliges Desaster“) ist für mich Lahm-Klamauk, halbgare Sex&Tollerei. Und, Sahnehäubchen, das Ganze mündet in ein sacharinseichtes Happy-End.Mehr anzeigen


seeyouto

vor 5 Jahren

Wau, der Film hat mich schlussendlich beeindruckt. Manche Szenen sind zusammenhanglos, der Film ist auch recht lang. Aber im Gesamten, super gemacht, die Amy Schumer! Alle diese Figuren darin und wenig Klischeehaftes. Auch sehr autentisch. Ein bisschen Drama, aber eben mit Humor. Hat mir gefallen.....Mehr anzeigen


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