Jack Reacher USA 2012 – 130min.

Jack Reacher

Filmkritik

Mission Possible

Gaby Tscharner
Filmkritik: Gaby Tscharner

Kampf um Gerechtigkeit: Tom Cruise als Ex-Soldat in einem voraussehbaren Thriller mit unorthodoxer Besetzung von The Usual Suspects-Drehbuchautor Christopher McQuarry.

Als ein Scharfschütze in Pittsburgh fünf Menschen scheinbar ohne Motiv und Zusammenhang niederstreckt, weisen alle Indizien der Polizeiermittlung auf den Ex-Soldaten James Barr (Joseph Sikora) hin. Aber anstatt zu gestehen, fragt dieser nur nach einem Mann namens Jack Reacher (Tom Cruise), einem früheren Militärpolizisten, der daraufhin der Verteidigerin Helen Rodin (Rosamunde Pike) bei ihren Untersuchungen hilft. Diese führen ihn auf die Spur einiger Berufsverbrecher und einem Russen mit deutschem Akzent (Werner Herzog).

Jack Reacher ist die Film-Adaption von Lee Childs Erfolgsroman One Shot. Christopher McQuarry, der für das Drehbuch zu The Usual Suspects 1996 den Oscar gewonnen hat, führt hier auch Regie. Aber im Gegensatz zu The Usual Suspects ist das Resultat dieses Films ein absehbarer Krimi mit einer unorthodoxen Besetzung, und das ist in diesem Fall kein Kompliment. Cruise ist als Ex-Militar-Cop zwar glaubhaft, er spielt aber grundsätzlich seine Ethan Hunt-Figur aus Mission Impossible - nur mit weniger Geld. Die üppige Oberweite und der falsche amerikanische Akzent der englischen Schauspielerin Rosamunde Pike sind zu oft erkennbar, und was der deutsche Kult-Regisseur Werner Herzog in diesem Film als Schauspieler macht, ist nicht klar. Er ist in einer grösseren Rolle als ehemaliger Gefangener eines russischen Gulags zu sehen, dem nicht nur die meisten Finger, sondern auch der Verstand verloren gegangen sind.

Einer der Höhepunkte des Films ist eine klassische Auto-Verfolgungsjagd durch die engen Strassen von Downtown Pittsburgh, die an Bullit erinnert, mit Tom Cruise auf der Flucht in einem roten, frisierten Camaro. Ein weiterer Lichtblick ist Robert Duvall als dubioser Besitzer einer Gun-Range.

Jack Reacher hätte am 15. Dezember in den USA seine Premiere feiern sollen. Als ein Tag davor allerdings ein Scharfschütze in einer Grundschule in Connecticut 20 Kindergärtner und Erstklässler und 6 Erwachsene niederstreckte, wurde die Feier abgesagt. Seither ist in den USA die Diskussion wieder entflammt, ob brutale Filme und Videospiele zu solchen Gewalttaten beitragen.

31.12.2012

3

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Kommentare

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njud

vor 2 Jahren

Gute dramaturgie, top gespielt, gute action szenen


Travelmichi

vor 2 Jahren

Der Film hat mir sehr gut gefallen. Spannende Story mit viel Aktion und guten Witz erzählt. Absolutes Popcorn Kino und meine Empfehlung.


gefuehlsmensch

vor 5 Jahren

sehr gut.


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