Coco, der neugierige Affe USA 2006 – 88min.

Coco, der neugierige Affe

Filmkritik

Abenteuer im Grossstadt-Dschungel

Filmkritik: Cindy Hertach

Statt warmherziger Unterhaltung bieten die Kinderfilme der Major-Studios leider allzu oft lieblos produzierten und wertkonservativen Erbauungs-Kitsch. Mit der Adaption des weltweit erfolgreichen Kinderbuch-Klassikers "Curious George" gelingt endlich mal wieder eine kleine und sehr feine Ausnahme.

Es steht schlecht um das alte Bloomsberry Museum. Die Besucherzahlen sind im Keller, das bankrotte Museum droht abgerissen und durch ein schnödes, aber lukratives Parkhauses ersetzt zu werden. In einem letzten Versuch, sein Museum zu retten, schickt Direktor Bloomsberry (Dick van Dyke) den liebenswürdigen, aber etwas steifen Museumspädagogen Ted (Will Ferrell) auf eine archäologische Expedition nach Afrika. Mit Hilfe einer Schatzkarte soll dieser ein goldenes Monument von gigantischem Ausmass aufspüren. Zwar findet Ted eine goldene Statue, doch ist diese wider Erwarten lächerlich klein. Entmutigt schickt er ein Handy-Foto der Miniatur an Bloomsberry, der irrtümlicherweise davon ausgeht, dass es sich um das erhoffte Monument handelt.

Weder ahnt Ted auf seiner Heimreise, dass im Museum bereits alles für den neuen Publikumsrenner vorbereitet wird, noch, dass ihm der kleine verspielte Affe, dem er im Dschungel sein Sandwicht überlassen hat, an Bord gefolgt ist. Natürlich ist dies der Anfang einer wundervollen Freundschaft, doch vorerst wird Ted wegen dem unbändigen kleinen Affen Wohnung und Job verlieren sowie dabei zusehen müssen, wie seinetwegen die Stadt im Chaos versinkt.

Der warme Charme, den der Zeichentrickfilm ausstrahlt, erinnert stark an Werke wie "Das Dschungelbuch" oder "The Iron Giant", die, ebenso wie "Coco, der neugierige Affe", grösstenteils in altmodischer Handarbeit entstanden sind. Um den grafischen Reiz der Kinderbuchvorlage zu bewahren, wurde viel Wert darauf gelegt, dass sich die Ästhetik des gesamten Trickfilms durchgehend an den Illustrationen des Originals orientiert, welche von leuchtenden Primärfarben und einer prägnanten Formgebung dominiert werden.

Klassisch ist natürlich auch das Motiv der ungleichen Freundschaft zwischen Mensch und Tier, die üblicherweise ausreichend Stoff für allerlei melodramatische Gefühlsduseleien geboten hätte, was in diesem Fall aber lobenswerterweise fast immer vermieden wurde. Das turbulente Stadt-Abenteuer des kleinen Äffchens Coco und seinem Freund, dem tollpatschigen Anti-Helden Ted, wird nicht nur witzig sondern auch sehr kindgerecht erzählt und bleibt deswegen dem konventionellen aber leicht verständlichen Erzählmustern des Hollywood-Kinos treu.

Darüber hinaus liefert Jack Johnson, der freundliche Gitarren-Barde aus Hawaii, einen stimmigen Soundtrack, der wie immer nicht nur nett anzuhören ist, sondern auch tadellos zu diesem leichtherzigen und farbenfrohen Kinderfilm passt.

17.03.2011

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Kommentare

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Barbarum

vor 3 Jahren

Süsses Trickfilm-Abenteuer nach alter Schule, dass vor allem den sehr jungen Zuschauern gefallen dürfte.


kiwi333

vor 12 Jahren

einfach süüüss! =)


philm

vor 13 Jahren

Bei diesem Wetter und dem miesen Fernsehprogramm hätte ich Lust einen farbenfrohen, aufstellenden Film mit karibischen Rythmen zu schauen
(Und ich brauche kein ausgeliehenes "Göttikind" als Vorwand; -).
Aber mit Abendvorstellungen sieht es ziemlich mies aus unter der Woche...


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