Das Schwiegermonster USA 2005

Filmkritik

Ein Schwiegermonster

Rolf Breiner
Filmkritik: Rolf Breiner

Jane Fonda is back - nach 15 Jahren Kinopause. Sie mimt eine zickige Schwiegermutter, die Jennifer Lopez als potenzielle Braut bekriegt. Die daraus resultierende Hollywood-Beziehungsklamotte ist allzu durchschaubar und bietet trotz Schauspielern zum Anbeissen wenig Biss.

Das fängt ja gut an: Die TV-Talk-Diva Viola (Jane Fonda) segelt durchs Fernsehstudio wie ein Schwan - eitel, selbstverliebt, snobistisch. Kurz nach der Sitzung mit den Produzenten wird sie zum sterbenden Schwan: Man hat der Starmoderatorin den Sendeschluss eröffnet. Der Absturz in den Alkohol folgt auf dem Fuss. Auch Charlotte Cantilini (Jennifer Lopez), die alle nur Charlie nennen, kennt die Schattenseiten des Lebens. Sie jobbt als Walkerin, die eine Hundehorde Gassi führt, als Telefonistin in einer Arztpraxis, dient gelegentlich als Serviertochter und entwirft im stillen Kämmerlein Modedesigns.

Es ist Liebe auf den zweiten Blick, als Charlie dem gut aussehenden Kevin Fields (Michael Vartan) begegnet. Man kommt sich näher, es bahnt sich etwas an. Doch die traute Zweisamkeit wird jäh gebremst, als Kevins Mutter, der abgehalfterte Talk-Star Viola, ins Spiel kommt. Und diese eifersüchtige Zickenschwiegermutter zieht alle Zoffregister, um ihren Sohn, einen erfolgreichen Chirurgen, vor einer hergelaufenen Jobberin zu bewahren! Viola nörgelt, kapriziert sich, spielt die Wehleidige, nutzt Charlies Gutmütigkeit aus und zeigt hinterhältig Krallen. Viola ist ein Schwiegermutterdrachen, der vom Glück des Sohnes faselt, aber genau dieses Glück hintertreibt.

Diese Konstellation ist alles andere als kinoneu. Doch man wundert sich, wie wenig Drehbuchautorin Anya Kochoff dazu eingefallen ist. Es wimmelt von Klischees und man fragt sich, ob man tatsächlich so naiv wie Schwiegertochter Charlie und ihr potenzieller Bräutigam, so überdreht und falsch wie Viola sein kann, ohne dass die Beteiligten aufmerken. Lichtblicke in dieser schmierigen Beziehungsfarce sind die kleinen Auftritte von Ruby (Wanda Sykes), Violas spöttelnder Assistentin.

Unter der Regie des Australiers Robert LuketicLegally Blonde») entwickelt sich die Liebeskomödie zur Klamotte und chargiert Jane Fonda wie fürs Tingeltangelvarieté. Latino-Beauty Jennifer Lopez stellt sich - nicht ohne Selbstironie - zur Schau und schmunzelt heimlich über den Showzirkus ihrer Rivalin. Jane Fonda hätte gut daran getan, weniger dick aufzutragen (auch an Schminke) und vor allem einen besseren Stoff zu wählen. Es bleibt das ernüchternde Fazit: Schauspieler zum Anbeissen, doch eine Beziehungskomödie ohne Biss!

13.07.2012

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Kommentare

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movie world filip

vor 9 Jahren

na ja... jane fonda macht es noch interessant


schnuggi77

vor 15 Jahren

Manchmal witzig, aber auch schön...


moosleerau

vor 15 Jahren

Wenn ich den Film jemandem erzählen würde, wäre ich wohl in 30 Sekunden fertig. Schade, die Idee wäre gut.


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