Lord of War - Händler des Todes USA 2005 – 122min.

Filmkritik

Kanone gefällig?

Filmkritik: Dominique Zahnd

Nicolas Cage zeigt sich in Höchstform: Er gibt den eiskalten Zyniker in einem Anti-Kriegsfilm über die Machenschaften eines erfolgreichen Waffenschiebers.

Er heisst Yuri Orlov (Nicolas Cage) und seine Passion sind Kalaschnikows und anderes, schweres Geschütz. Der findige Geschäftsmann jettet stets frisch frisiert rund um den Globus, um Waffen zu verscherbeln. Dass er damit den Tod mitverkauft, weist Yuri immer kalt lächelnd von sich - er ist ja nur der Vermittler! Für Gewissenbisse ist in seinem Business kein Platz. Sein Bruder Vitali (Jared Leto) tickt da ganz anders: Er ist zu weich für die üblen Spielchen, was ihm schliesslich zum Verhängnis wird. Den Waffenhändler scheint nichts stoppen zu können, auch nicht der Interpol-Agent Jack Valentine (Ethan Hawke). Erst als Yuris Frau Ava Fontaine (Bridget Moynahan) zur Mitarbeit genötigt wird, hat Interpol Erfolg. Doch der währt nicht lange...

Gleich der Anfang von «Lord of War» gibt den Ton vor: Die Kamera begleitet eine Patrone in einer Fabrik. Die Verpackung folgt, dann wird sie verschifft, geladen und durchschlägt den Kopf eines Kindes. «Lord of War» ist ein bitterer Antikriegstreifen, der vom Zyniker Yuri vorangetrieben wird. Soll man mit diesem Kerl mitleiden oder soll man ihn verdammen?

Der ganze Film lastet auf den Schultern von Nicolas Cage, der hier seine Paraderolle aus «Face/Off» persifliert. Er verströmt Charisma als Bad Boy mit weichem Kern, der allerdings nur im Kreis seiner Familie zum Vorschein kommt. Seine launigen One-Liner sitzen stets und verfehlen ihr Ziel nicht.

Zu bemängeln sind vor allem die Überlänge und einige Drehbuch-Löcher. Wieso ist der jüngere Bruder drogensüchtig? Und wer ist eigentlich Bridget Moynahan genau? Der Auftritt der Ehefrau beschränkt sich darauf, ihren Mann ans Messer zu liefern. Schade auch, dass Ian Holm nur so wenig Leinwand-Zeit zugestanden wurde.

Um den Film überhaupt ins Kino bringen zu können, musste Regisseur und Drehbuchautor Andrew Niccol auf Geld aus den USA verzichten, darum gilt «Lord of War» nun als teuerster Independent-Film aller Zeiten. Doch es kommt noch skurriler: Die Kalaschnikovs, Panzer und Kampfhubschrauber wurden übrigens von echten Waffenhändlern zur Verfügung gestellt. Ob sie mit dem Werbefilm zufrieden sind?

05.09.2012

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Kommentare

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funkyfunghi

vor 7 Jahren

In diesem Film sieht man genau wie krank unsere Gesllschaft ist, ob Illegale oder legale Waffen Geschäfte, schlussendlich kommt es aufs selbe raus. Haupsache man verdient Geld


Gelöschter Nutzer

vor 7 Jahren

Hervorragender Film


juuhuiii

vor 7 Jahren

Sehr stark!!


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