Ein Zuhause am Ende der Welt USA 2004 – 97min.

Filmkritik

Zuhause ist, wo das Herz schlägt

Filmkritik: Irene Genhart

Michael Mayers Regiedebut, Adaption eines Romans von Michael Cunningham, ist ein so wunderbar unaufgeregtes wie charmantes Beziehungsdrama, das von alternativen Lebensentwürfen und den verworrenen Wegen einer gleichgeschlechtlichen Liebe erzählt.

Es gibt kleine Independent Filme, die von nichts als dem gewöhnlichen Leben berichten, dabei aber eine Wahrhaftigkeit entwickeln, die sie unvergesslicher als manch grosses Hollywood-Movie macht. Eines dieser Kleinode ist Michael Mayers "A Home At The End Of The World", die Verfilmung eines frühen Romans von "The Hours"-Autor Michael Cunningham.

Erzählt wird die Geschichte eines gewissen Bob Morrow. Sieben Jahre alt ist Bob, als er nicht nur zusieht, wie sein Bruder stirbt, sondern sich an dessen Tod auch schuldig fühlt. Doch letzteres ahnt niemand und so springt "A Home At The End Of The World" unverdrossen vorwärts, in die 70er Jahre. Die Highschool besucht Bobby nun, ist Halbwaise, ein Freak und Einzelgänger. Er lernt Jonathan kennen, in dessen Familie er unterkommt als auch noch sein Dad stirbt. Nicht nur Ziehbrüder und Freunde sind Bobby und Jonathan nun, sondern bald auch schon Lovers, deren Wege sich trennen als sie eines Tages in flagranti ertappt werden, woraufhin Jonathan nach New York zieht. Wieder springt Mayers Film.

Die 80er schreibt man nun. Bobby ist Bäcker, Jonathan Journalist und eines Tages meint Jonathans Mama, es sei nun auch für Bobby an der Zeit auszuziehen. Stante pede zieht Bobby daraufhin zu Jonathan nach New York, wo die beiden zusammen mit Jonathans - platonischer - Freundin Clare zusammen leben. Dann kriegt Clare von Bobby ein Kind. Zu viert zieht man aufs Land und versucht sich als Patchwork-Familie bis Clare samt Tochter auszieht.

Immer gerade aus vorwärts führt "A Home At The End Of The World". Demonstriert sich durch die Jahre schlängelnd eine Reihe alternativer Lebensformen und tastet dabei jenseits jeder Blutsverwandtschaft nach dem Begriff "Familie". Harmlos scheint dies aufs erste, de facto aber erzählt "A Home At The End Of The World" die tief tragische Geschichte einer Person, die in frühster Kindheit das Vertrauen ins Leben verliert. Stets lächelnd, immer gut drauf versucht Bobby in der Folge mit allen Menschen immer gut auszukommen und merkt nicht, dass er dadurch ausgerechnet die Person tief verletzt, die ihn wirklich liebt: Jonathan, der erst seine Eltern, später seine beste Freundin an Bobby "verliert".

Sicher, makellos ist "A Home At The End Of The World" nicht. Die Musikspur ist soft-popig, die Zeitsprünge lassen die Story holpern. Doch das sind kleine Irritationen im Vergleich zur grossen Intensität, die Mayers Filmdebut entwickelt - und den grandiosen schauspielerischen Leistungen von Colin Farrell, Dallas Roberts, Robin Wright Penn und Sissy Spacek.

02.08.2005

0

Dein Film-Rating

Kommentare

Sie müssen sich zuerst einloggen um Kommentare zu verfassen.

Login & Registrierung

movie world filip

vor 8 Jahren

colin farrell zeigt hier mal recht das er ein sehr gute darsteller ist, was wir später noch gesehen haben in The New World, Miami Vice und The Way Back u. a. sehr charmant geschichte mit dem er zeigt das er auch gemacht ist für kleinere gute filmen mit charakter rolle -


colette

vor 11 Jahren

ein unglaublich bewegender und berührender film! grandiose darsteller! das ist kino der spitzenklasse!


Mehr Filmkritiken

Sonic the Hedgehog

Platzspitzbaby

Ruf der Wildnis

Jagdzeit