Scary Movie 3 USA 2003 – 80min.

Scary Movie 3

Filmkritik

Das Zeichen der rappenden Ringe

Bruno Amstutz
Filmkritik: Bruno Amstutz

Der altgediente Parodienregisseur David Zucker übernimmt die Herrschaft über die "Scary Movie" Reihe und treibt dem dritten Teil die allzu pubertären Züge aus. Es bleibt eine witzige Klautour durch Filme wie "The Ring", "Signs" und Konsorten.

"Alle grossen Trilogien haben drei Teile", lehrt uns "Scary Movie 3" und muss sich mit dieser mathematisch-philosophischen Grundsatzerkenntnis gar nicht hinter den Glaubenssätzen anderer Dreiteiler à la "Alles was einen Anfang hat, hat ein Ende" verstecken. Die "Matrix" Sequels sind dann auch zwei der Zielscheiben, auf die Teil drei der Erfolgsparodie seinen Spott abschiesst.

Wir erinnern uns: Im Jahr 2000 produzierten die Gebrüder Keenen Ivory (Regie), Shawn und Marlon (Drehbuch) Wayans als Familienunternehmen "Scary Movie", eine respektlose Leichenfledderei an den Teeniehorrorfilmen der vergangenen Jahre. Geringer Aufwand, Riesenerfolg: Die Parodie wanderte trotz R-Rating auf den ersten Platz der amerikanischen Kinohitparade und spielte fast 160 Millionen Dollar ein. Der Nachschlag folgte ein Jahr später, mehr als doppelt so teuer, weniger als halb so erfolgreich. Dem Wayans-Clan schienen bereits die Ideen und die Luft ausgegangen zu sein: Sperma und Kotze allein machten noch keinen lustigen Film.

Jetzt ist den Vätern der Filme das Zepter weggenommen und an den Altmeister des gehobenen Blödsinns David Zucker ("Naked Gun") übergeben worden. Die Blutauffrischung tut der Serie gut. Zwar bleibt das Grundrezept dasselbe - Horror- und Science Fiction-Filme sowie einige andere Blockbuster der letzten Jahre durch den Kakao ziehen - aber in Zuckers Version kommt alles etwas weniger pubertär daher. Statt Körpersäften jeder Couleur und schlüpfrigen Witzen gibts Slapstick, optische Gags und Dialogwitz.

Hauptopfer der Gruselparodie sind diesmal "The Ring", Night M. Shyamalans "Signs", Eminems Rapperbiographie "8 Mile" und die "Matrix"-Trilogie. Logischerweise dreht sich die Geschichte deshalb um Videobänder, die töten, Aliens, die den Planeten invasionieren und Rap-Battles, und zumindest die wichtigsten Quellen des Schabernacks sollte der geneigte Kinogänger gesehen haben, um die Anspielungen würdigen zu können.

Angereichert wird die Zitatetour mit zahllosen Gastauftritten von kleineren und grösseren Berühmtheiten wie Pamela Anderson, Queen Latifah, Denise Richards, Method Man, Redman und anderen Rappern. Wichtigere Rollen gehen passenderweise an Leute mit Slapstickerfahrung wie Leslie Nielsen ("Naked Gun") und Charlie Sheen ("Hot Shots", "Loaded Weapon").

Das Resultat ist eine routinierte Parodie mit einigen gelungenen Gags, zahmer als die beiden Vorgänger, aber auch professioneller. Sicherlich keine schlechte Taktik, um die Reihe am Leben zu erhalten. Ende Feuer ist auf alle Fälle noch lange nicht. Schon nächstes Jahr beglückt uns David Zucker mit "Scary Movie 4". Dann kriegen die Superheldenfilme ihr Fett weg.

21.12.2011

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Kommentare

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movie world filip

vor 7 Jahren

die wayans sind weg, aber scary movie geht weiter... a la leslie nielsen ist der humor


Gelöschter Nutzer

vor 14 Jahren

Zu diesem Film kann ich nicht viel sagen. Gute Unterhaltung. Aus meiner sicht nicht ein Actionfilm sondern mehr eine Kömödie.


milirakinac

vor 14 Jahren

Der erste Teil ist der beste, dann kommt der 2 Teil und dann der 3.


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