Fluch der Karibik USA 2003 – 135min.

Fluch der Karibik

Filmkritik

Der Fluch des Aztekenschatzes

Filmkritik: Patrick Schneller

Im Abenteuerfilm "Pirates of the Caribbean" macht Johnny Depp als leicht schussliger Pirat Jagd auf ein Schiff von Freibeutern, auf denen ein unangenehmer Fluch lastet.

Zu einer Zeit, als Piraten noch die gefürchteten Freibeuter der Meere waren, spielt der neue Film von Gore Verbinski, dem Regisseur des überraschend gelungenen US-Remakes des japanischen Horrorkrachers "The Ring".

Der ehemalige Piratenkapitän Jack Sparrow (Johnny Depp) gebärdet sich ein wenig sonderbar. Seit seine Ex-Crew gegen ihn gemeutert und ihn auf einer einsamen Insel abgesetzt hat, leidet er unter ständiger Benommenheit. Das hindert ihn aber nicht daran, sein altes Schiff, die "Black Pearl", zurück erobern zu wollen. Dabei soll ihm der Waffenschmied Will Turner ("Legolas" Orlando Bloom) helfen, dessen wohlhabende Jugendfreundin Elizabeth (Keira Knightley) von den schurkischen Piraten entführt worden ist.

Was Sparrow und Turner (noch) nicht wissen: Die Freibeuter unter der Führung des ehemaligen Obermeuterers Barbossa (Geoffrey Rush) stehen seit zehn Jahren unter einem makabren Fluch, seit sie einen Aztekenschatz geraubt haben. Sie sind wandelnde Skelette, was allerdings nur im Mondlicht sichtbar wird. Solange der Fluch auf den Piraten lastet, können sie nicht sterben, und sie werden erst erlöst, wenn sie alle Goldstücke des grösstenteils verprassten Schatzes wieder zurückgeholt und die Beute mit dem Blut des Besitzers der letzten Goldmünze besudelt haben. Und die letzte Münze gehörte Elizabeth...

Der neuste Walt-Disney-Film ist trotz der Überlänge von 135 Minuten ein meistens kurzweiliges Abenteuer mit viel Humor und einem ausgeprägten Grusel-Element. Produzent Jerry Bruckheimer, der sonst seinen Regisseuren gerne massiv ins Handwerk pfuscht, liess Verbinski offenbar überraschend viel künstlerischen Freiraum. Anders lässt sich nicht erklären, dass es sich bei "Pirates of the Caribbean" um unterhaltsames Popcorn-Kino handelt, das nicht durch Bruckheimers Einflussnahme verhunzt worden ist. Ein amerikanischer Filmkritiker bemerkte augenzwinkernd und nicht zu Unrecht, dass diese Tatsache eine Premiere ist.

Der Trumpf des Spektakels, das zuweilen an Sam Raimis hübsches Fantasy-Schauermärchen "Army of Darkness" von 1992 erinnert, ist zweifelsfrei Johnny Depp als leicht durchgeknallter Piratenkapitän ohne Crew. Aber auch Geoffrey Rush verkörpert den hinterlistigen Barbossa auf unverhohlen humoreske Weise. Die Actionszenen - vorwiegend Fechtduelle - sind toll in Szene gesetzt, und das einzige Manko des Streifens sind einige repitive Momente, die entblössen, dass der Film durchaus unter zwei Stunden Laufzeit machbar gewesen wäre. Doch darüber lässt sich bei diesem morbiden Spass für Jung und Alt problemlos hinwegsehen.

11.11.2011

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Kommentare

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black_smurf

vor 3 Jahren

Toller Film


MrsStraciatella

vor 5 Jahren

Meisterwerk!


moonlightvampir

vor 10 Jahren

Aber noch kein Meisterwerk


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