Heartbreakers USA 2001 – 123min.

Filmkritik

Und ewig lockt das Weib

Filmkritik: Manuela Bruderer

Regisseur David Mirkin, besser bekannt als Drehbuchautor der Serie "Die Simpsons", bringt eine einfache, quasi lustige Gaunerkomödie mit zwei betörenden Sexobjekten (Sigourney Weaver und Jennifer Love Hewitt) auf die Leinwand. Die beiden verführerischen Gaunerinnen bezirzen in diesem Film Gene Hackmann als Tabak-Multi-Erbe Tensy, den netten Jungen von nebenan Jack (Jason Lee) und den Italo-Amerikaner-Macho Dean Cumanno (Ray Liotta).

Die vermeintlich heilige Hure Maxine alias Angela alias Ulga (Sigourney Weaver) weiss, wie sie Männer um den Verstand und vor den Traualtar bringt. Alsbald outet sich die Femme fatale als gerissene Trickbetrügerin. Schlimmer noch, sie ist eine professionelle Heiratsschwindlerin und, wer hätte das gedacht, Mutter einer ebenso hübschen Tochter, Page (Jennifer Love Hewitt), mit ebenso scharfen Kurven. Zusammen sind sie die Herzensbrecherinnen schlechthin und bilden ein gut eingespieltes Team, das mit viel Sex-Appeal ausgerüstet auf unkonventionelle Art und Weise ein Leben in Luxus finanziert. Dieses Geschäft läuft eigentlich ganz gut, wenn da nur nicht die Tochter wäre, die langsam flügge wird und sich emanzipieren will. Weil ihnen aber gleichzeitig die Steuerbehörde auf die Schliche kommt und ihnen die Konten konfisziert, planen die beiden einen letzten gigantischen Coup, mit dem sie einen grossen Fisch an Land ziehen wollen. Dieser grosse Fisch sitzt in Palm Beach, heisst Tensy (Gene Hackman) und ist im wahrsten Sinne des Wortes ein stinkreicher, uralter Erbe eines Tabakimperiums. In Palm Beach überschlagen sich die Ereignisse: Page verliebt sich in den netten Barkeeper Jack (Jason Lee), ein von Max sitzengelassener Macho (Ray Liotta) taucht auf, und plötzlich ist da noch eine Leiche...

Schade, die Idee, ein Mutter-Tochter-Gaunerpärchen auf der Leinwand sein Unwesen treiben zu lassen, hätte durchaus viele interessante und komische Facetten hervorbringen können, aber eben, hätte... Vielmehr serviert uns David Mirkin einen Film, der vor banalen Klischees nur so strotzt, und eher schlecht als recht einen schwarzen Humor propagiert, hinter dem im Grunde genommen nichts Anderes steht, als der ach so unabdingbare (Doppel)-Moralzeigefinger der Hollywood-Maschinerie. So ist beispielsweise die Komödie gespickt mit Szenen, in denen mit Tensy als Aushängeschild auf die verheerenden Konsequenzen des Rauchens aufmerksam gemacht wird.

Ein Kompliment geht an die Kostüm- und Maskenabteilung und an Nichtraucher Gene Hackman, der den Kettenraucher Tensy nur deshalb so überzeugend spielt, weil er vorher mit nicht süchtig machenden Kräuterzigaretten geübt hat. In einer anderen Szene wiederum verkündet der nette, naturverbundene Jack auf rührende Weise, dass er niemals die Bar seines Vaters verkaufen würde. Fazit: Geld allein macht nicht glücklich. Zugegeben, wer diese Aspekte hartnäckig ignoriert, dem bleibt eine sexy Gaunerkomödie, die durchaus einige Male zum Lachen und Schenkelklopfen anregt. Mitverantwortlich dafür ist u.a. die witzige männliche Nebenrolle, gut gespielt von Ray Liotta, bekannt aus Martin Scorseses Klassiker "Goodfellas". Dennoch, "Heartbreakers" hat niemals das Format einer klassischen Gaunerkomödie.

21.12.2011

2

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Kommentare

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movie world filip

vor 10 Jahren

recht witzige film, gute chemie zwischen die darsteller, charmant - ray liotta noch mal recht gut, und mal nicht in ein stereotype bad guy rolle


Gelöschter Nutzer

vor 17 Jahren

Eine der Besten komödien neben

Die nackte Kanone,
Keine halben Sachen,
Verückt nach Merry,
Meet the Parents...


niko18

vor 20 Jahren

super idee von den machern


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